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	<title>Volker König &#187; Meinung</title>
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	<description>Heilpraktiker (Psychotherapie) und freier Journalist</description>
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		<title>Rettet die Phrasenschweine!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 10:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. 
Im BildBLOG war heute der Katastrophenplaner verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. <span id="more-551"></span><br />
Im <a href="http://www.bildblog.de">BildBLOG</a> war heute der <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.com/2012/01/der-katastrophenplaner.html">Katastrophenplaner</a> verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die Sterotypien medialer Katstrophenberichterstattung, der reihenweise inhaltsleere Phrasen aus den Headlines zu einer beliebigen Katastrophe vorhersieht:<br />
<i>Man mu&#223; mit dem Schlimmsten rechnen</i>, weil die <i>Lage weiter un&#252;bersichtlich</i> ist. Sowieso ist derzeit alles ein <i>Bild des Schreckens</i>. So weit so klar, diese Abl&#228;ufe kennen wir zur Gen&#252;ge. Etwas schreckliches ist passiert und alle Medien wollen gelesen werden, das heisst, die Schlagzeilen m&#252;ssen auch zu einem Zeitpunkt schon griffig sein, wo man noch gar nichts in den H&#228;nden hat, was nicht eh alle wissen.<br />
Das alles stammt vom Boulevard, ist aber in den letzten Jahren &#8211; vermutlich per Schmierblattinfektion &#8211; in fr&#252;her seri&#246;se Medien vorgedrungen.<br />
Dieses Muster des verklausulierten &#8220;es gibt nichts wirklich neues, aber wir brauchen halt eine Schlagzeile&#8221; findet sich auch au&#223;erhalb von Katastrophen. Dabei k&#246;nnten viele der Headlines auch lauten: <i>Klicken Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu berichten!</i><br />
Ich habe mal die <strike>nervigsten</strike> h&#228;ufigsten Phrasen aufgelistet:</p>
<ul>
<li><b>Wirbel um</b><br />
Wenn um irgendetwas Wirbel ist, dann gibt es einen m&#246;glichen Konflikt, aber die vermeintlichen Konfliktparteien sind noch nicht dar&#252;ber informiert. <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151049">Wirbel schon vor der Regierungsbildung</a> heisst nur, dass ein frisch gew&#228;hltes Parlament um die besten Pl&#228;tze im Plenarsaal rangelt, diesen Kindergarten haben wir in Deutschland genauso wie in allen Demokratien.<br />
Auch <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Saisonkraefte-bei-Amazon-sorgen-fuer-Wirbel-1378100.html">Saisonkr&#228;fte sorgen f&#252;r Wirbel</a>, wenn man noch nicht ausdiskutiert hat, was daran so schlimm sein soll, dass Amazon sich exakt so verh&#228;lt wie alle anderen Unternehmen. Manchmal wirbelt es gar schon vor dem Skandal: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geplanter-Schultrojaner-sorgt-fuer-Wirbel-1369193.html">Geplanter &#8220;Schultrojaner&#8221; sorgt f&#252;r Wirbel</a>. Da war noch gar nicht klar, was denn der Skandal sein soll: Dass die Software der Schulbuchverlage ein Lizenzmanagement nutzt, wie viele andere Software auch, oder dass man sie mit viel M&#252;he &#8220;Trojaner&#8221; bezeichnen kann, obwohl sie ungef&#228;hr gar keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trojanisches_Pferd_(Computerprogramm)">Trojanermerkmale</a> hat??
</li>
<li><b>erh&#246;hter Druck</b><br />
Der Druck erh&#246;ht sich immer dann, wenn nichts neues an Fakten vorhanden ist, man aber das Thema mit einer Schlagzeile besetzen will. Heute <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/lobby-affaere-erhoeht-druck-auf-wulff-herr-bundespraesident-erloesen-sie-uns-1776933.html">erh&#246;ht eine Lobbyaffaire den Druck auf Wulff</a>, genau wie Bonusmeilen, Leihgarderobe, Mailboxnachrichten, die <a href="http://www.az-online.de/nachrichten/politik/erhoeht-druck-wulff-1561714.html">SPD</a> selbstverst&#228;ndlich, aber inzwischen auch die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-der-kritik-cdu-erhoeht-druck-auf-wulff-1.1255338">CDU</a> und das alles seit Mitte Dezember mehrmals t&#228;glich.<br />
Dabei heisst das erstmal nichts, denn Wulff ist bis heute nicht ob des ganzen Drucks geplatzt. Etwas plastischer wird die Nichtaussage der Schlagzeile bei <a href="http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/nachrichten/polizei-druck-auf-raser-waechst-1.2678653">Polizei: Druck auf Raser w&#228;chst</a> &#8211; denn: &#8220;NRW-Innenminister Ralf J&#228;ger (SPD) hat die Polizei angewiesen, die Geschwindigkeits&#252;berwachung zu verst&#228;rken.&#8221; Die betreffende Polizei berichtet, sie habe zwei Radarfahrzeuge und 14 Lasermessger&#228;te. Ach was, denkt man da. Und jetzt? Dass diese nicht im Lager eingemottet sind sondern sich im Einsatz befinden unterstelle ich mal. Also raus mit der Sprache: Sonderschichten? K&#252;rzere Zigarettenpausen w&#228;hrend der Kontrollen?<br />
&#8220;J&#228;gers Wunsch wird von der Polizei im Kreis Mettmann umgesetzt&#8221;, sagt der zust&#228;ndige Polizeibeamte. &#8220;Ja, aber wie?!?&#8221; fleht mein innerer Faktenaggregator, kein Wort &#252;ber irgendeine Erh&#246;hung der Kontrolldichte. Am Ende erinnert die Meldung maximal an die Existenz von Geschwindigkeitskontrollen an sich.<br />
Ich m&#246;chte wetten, dass die Aufforderung des Innenministers &#252;ber den Ticker lief und zwei Jouernalisten lokalen Bezug der Meldung herstellen wollten. Also ran ans Telefon. Schade, hat nicht geklappt, aber nach den zeitraubenden Telefonaten mit Polizei und Kreisverwaltung <i>muss</i> man doch irgendwas schreiben, oder?</li>
<li><b>So machen Sie es richtig</b><br />
Mit der richtigen Headline kann man <strike>unwichtige</strike> <strike>l&#228;ngst bekannte</strike> hilfreiche Aussage zu irgendeinem Thema, seien es <a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/beruf/telefonate-im-job-so-machen-sie-es-richtig-1.2179310">berufliche Telefonate</a> oder <a href="http://www.gofeminin.de/maenner-verstehen/flirten-flirttipps-flirtsignale-d6065.html">m&#228;nnliche Flirtsignale</a>, die verbl&#252;ffend den <a href="http://lifestyle.t-online.de/koerpersprache-so-flirten-sie-richtig/id_19966416/index">weiblichen Flirtsignalen</a> gleichen, zum Ratgeber machen. Hauptsache man nutzt den kanonischen Absolutheitsanspruch eines Herrn Knigge, dass es genau so geht und nicht anders, und wenn man in drei Monate was anderes schreibt, haben sich Wissenschaft oder Sitten eben ge&#228;ndert. Leider gilt das nicht nur in typischen Wartezimmerzeitungen, sondern inzwischen auch im <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,758145,00.html">SPIEGEL</a> und beim <a href="http://www.heise.de/whitepapers/So-machen-Sie-mehr-Umsatz-im-E-Commerce--/detail/1736">Heise-Verlag</a>.</li>
<li><b>&#8230;.sind im Kommen</b><br />
Irgendwo sieht ein Journalist etwas relativ Neues zum zweiten Mal und denkt sich: Da ist doch was im Kommen. Meistens muss der Journalist nichtmal das B&#252;ro dazu verlassen, denn er sieht etwas das zweite Mal in Pressemeldungen irgendwelcher Konzerne oder Verb&#228;nde. Wo er es letzte Woche das erste Mal sah. Egal, ob <a href="http://www.welt.de/motor/article13795801/Heimliche-Rentner-Autos-sind-im-Kommen.html">heimliche Rentnerautos</a> oder ein Fahrzeugdesigner ausruft <a href="http://www.n-tv.de/auto/Kleine-SUVs-sind-im-Kommen-article5025901.html">Liebling, ich habe den HUMMER geschrumpft</a>, ob <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/70864_66946.aspx">Netz-Apotheken</a> oder <a href="http://www.windkraft-journal.de/2011/11/08/kleinwindkraftanlagen-sind-im-kommen-windenergietag-am-samstag-26-november/">Kleinwindkraftanlagen</a> &#8211; wir haben nichts zu sagen, aber plappern Pressestellen einen Trend nach.</li>
</ul>
<p>Die Boulevardisierung der Medien schreitet also voran (wieder eine Phrase), durch den erh&#246;hten Druck ist Wirbel im Kommen. Was sicher <strike>nicht</strike> nur am b&#246;sen Internet liegt, durch das m&#252;ndige LeserInnen alles genauso schnell erfahren wie die Redakteure.<br />
Nein &#8211; vielmehr sparen Verlage seit den 1990ern an festangestelltem Personal, von den Honoraren der Freien Mitarbeiter kann kaum einer leben, was auf die Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge schl&#228;gt. Mit einem praktischen Phrasenbaukasten kann man auch ohne gro&#223;e Rechercheergebnisse einen guten Aufmacher reissen.<br />
Wie auch immer &#8211; in Redaktionen scheint das (echte) Phrasenschwein aus der Mode geraten, das Sparschwein, in das jeder Redakteur f&#252;r jede tumbe Phrase einen Euro einwerfen muss. Alleine der Wulff-Skandal mit seinen zahllosen Unterskand&#228;lchen h&#228;tte in manchen Redaktionen phrasenschweinfinanzierte Weihnachtsfeiern im Stil der ERGO-Versicherungen erm&#246;glicht.</p>
<p><i>Einen hab ich noch:</i><br />
Eine ganz besondere Sammlung von Phrasenschweinfutter hat die taz im Angebot. Allein &#8211; es ist alles nur geklaut, bei der Konkurrenz: Die Dauerausstellung <a href="http://taz.de/!s=neues+vom+scheideweg/">Neues vom Scheideweg</a> mit aktuellen Berichten &#252;ber den Wirbel an der wohl &#252;berlaufendsten Stra&#223;enkreuzung der Welt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=551&amp;md5=d3d9374cb72859f830af2913bbb4ee55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Urheberrecht II</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 17:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf D-64.Org schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem. 
Und er hat Recht.
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines "Werkes", also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.d-64.org">D-64.Org</a> schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: <a href="http://d-64.org/das-urheberrecht-ist-nicht-das-problem/">Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem</a>.<br />
Und er hat Recht.<span id="more-540"></span><br />
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines &#8220;Werkes&#8221;, also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das Werk zu ver&#246;ffentlichen &#8211; oder es nicht zu tun, es zu verkaufen &#8211; oder zu verschenken.<br />
Die meisten Werke, die im Zusammenhang mit dem Internet problematisiert werden, k&#246;nnen reproduziert werden. Fotos, Musikst&#252;cke, Texte, Filme, all diese Werke sind digital erfassbar und speicherbar.<br />
Wer ein solches Werk ver&#246;ffentlicht, wird das &#252;ber Reproduktionen, Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke machen: Das Buch, die CD, die Filmkopie im Kino oder auf DVD. Diese Reproduktionen kosten seit der Erfindung des Buchdrucks Geld, das der Urheber meist nicht besitzt.<br />
Daher suchte er sich Vertragspartner, die ihm das Geld vorlegten. So entstanden nach einer kleinen Lautverschiebung die Verlage.<br />
Heute sind die Verlagsvertr&#228;ge, die Urheber untschreiben m&#252;ssen, damit ihre Werke verlegt werden, mitunter kiloschwere W&#228;lzer. Das Urhebergesetz regelt, welche Nutzungsrechte Urheber den Verlagen einr&#228;umen k&#246;nnen &#8211; das dient dem Schutz der Urheber, denn es verbietet zum Beispiel, dass auch die Nutzung eines Werkes in einer Form, die zum Vertragsschluss noch nicht existierte, nicht pauschal erlaubt werden darf, und dass der Urheber bei &#252;berraschend hohen Einnahmen durch ein Buch (z.B. beim Verkauf der Filmrechte f&#252;r einen &#252;berraschenden Bestseller) durchaus nachverhandeln und eine angemessene Beteiligung erwarten kann.<br />
Mathias Richel schreibt ganz richtig:</p>
<blockquote><p>Die Kulturschaffenden hatten zwar damals wie heute formal die Urheberrechte, in der Praxis aber sorgten Marktmacht der gro&#223;en Verwerter und der Winner-take-all-Charakter der Kulturindustrie daf&#252;r, dass die gro&#223;e Mehrheit wenig bis gar nichts an ihren Urheberrechten verdiente. Brotlose Kunst kommt nicht von ungef&#228;hr. Nur wenige Gl&#252;ckliche konnten von ihrer Kunst leben und eine winzige prominente Minderheit hatte die Verhandlungsmacht f&#252;r ein wirklich gutes Einkommen.</p></blockquote>
<p>Das hat sich teilweise ge&#228;ndert. &#220;ber das Internet kann jeder in Windeseile Texte, Fotos und Musik verbreiten, er ben&#246;tigt lediglich einen PC mit Internetzugang. Wer sich das Layout eines Buches selber zutraut oder ein paar Euro in die Hand nimmt, kann f&#252;r unter 1000€ &#252;ber Book-on-Demand-Dienste selber Texte in Holzform publizieren.<br />
Das gleiche gilt f&#252;r Mashups, also die Nutzung von Werken anderer Urheber, um daraus oder mit ihrer Hilfe eigene Werke zu schaffen. Im Film kennt man das als &#8220;Zitat&#8221; und der Film &#8220;Tote tragen keine Karos&#8221; mit Steve Martin besteht aus etlichen Schnipseln alter Humphrey-Bogard-Filme.<br />
Die heutigen Mashups zu machen ist nichts Neues, es ist etwas, das in der Kunst gang und G&#228;be ist. Jedoch k&#228;mpfen die Verlage dagegen an, dass die von ihnen &#8220;gekauften&#8221; Lieder unter Videos gelegt oder neu gemixt werden. Sie k&#228;mpfen gegen winzigste Schnipsel aus ihren Filmen, die remixed wurden.<br />
Und das ist oft gerade nicht im Sinne der K&#252;nster.<br />
Kunst lebt von der Reflexion. 1990 wollte der Musikverlag A&#038;M Records gegen den auf Platte ver&#246;ffentlichten Remix des Songs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom%E2%80%99s_Diner">Tom&#8217;s Diner</a> von Suzanne Vega vorgehen. Suzanne Vega selber setzte sich daf&#252;r ein, dass dieser Remix ver&#246;ffentlicht wurde, es gab sogar kurz darauf einen Remix-Wettbewerb um den Song.<br />
In den fr&#252;hen 1970ern trat im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danny%E2%80%99s_Pan">Danny&#8217;s Pan</a> in Hamburg ein junger K&#252;nstler namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Kr%C3%BCger">Mike Kr&#252;ger</a> auf. Er parodierte live vor Publikum Songs aus den Charts, die man damals noch Hitparade nannte, und machte aus &#8220;Mendocino&#8221; einen Song namens &#8220;Hamburg Olsdorf&#8221;, &#8220;Angie&#8221; wurde zu &#8220;Gehn Sie!&#8221;. Damals wurde er ber&#252;hmt. Heute w&#252;rde er seine Parodien bei Youtube hochladen und &#252;ber Kurz oder Lang verklagt.<br />
Sicherlich sind Tauschb&#246;rsen, in denen &#8220;Raubkopien&#8221; verbreitet werden, illegal und inakzeptabel. Die Abmahnindustrie, die sich seit den 1990ern etabliert hat, ist aber keinen Deut akzeptabler und verursacht bei einzelnen Menschen, die in ihre M&#252;hlen geraten, mehr Schaden, als die einzelnen Raubkopien anzurichten verm&#246;gen.</p>
<p>Ganz daneben ist es aber, wenn die Verlage die kreative Auseinandersetzung mit anderen Werken zu unterbinden. Dazu halte ich einzig die Urheber, die K&#252;nstler selber, f&#252;r befugt.<br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/a60d834be83d4239b31c96b21e3961ff" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=540&amp;md5=95d411f411515411160d2cf24d8efd24" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bye, Bye, Léo (UPDATE)</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 12:57:54 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt hat HP ihn anscheinend rausgeworfen, den Léo Apotheker. Wie ich meine war das vorherzusehen. Und zwar schon, als er zum CEO berufen wurde. 
Neulich, nach dem Wahldebakel der FDP in Berlin, wurde Philipp R&#246;sler von einem Journalisten gefragt, ob er, als Dr. med, nicht als Wirtschafts- und Technologieminister am falschen Platz s&#228;&#223;e. Nein, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hewlett-Packard">HP</a> ihn anscheinend rausgeworfen, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Apotheker">Léo Apotheker</a>. Wie ich meine war das vorherzusehen. Und zwar schon, als er zum CEO berufen wurde. <span id="more-492"></span><br />
Neulich, nach dem Wahldebakel der FDP in Berlin, wurde Philipp R&#246;sler von einem Journalisten gefragt, ob er, als Dr. med, nicht als Wirtschafts- und Technologieminister am falschen Platz s&#228;&#223;e. Nein, erwiderte er, auf dem Posten des Ministers k&#228;me es vorwiegend auf F&#252;hrungsqualit&#228;ten an.<br />
Das mag seine Meinung sein. Doch Minister f&#252;hren nicht nur. Sie geben auch Richtlinien vor, nach denen ihre Zuarbeiter auf den verschiedensten Ebenen Entscheidungsvorlagen erstellen. Und Richtlinien sind fachlich. Es geht eben nicht nur darum, als Dirigent Arbeitsauftr&#228;ge zu erteilen, es ist auch wichtig, dass diese Arbeitsauftr&#228;ge auch <em>fachlich</em> qualifiziert sind<br />
Eine &#228;hnlich ein&#228;ugige Meinung herrscht im Firmenmanagement. Da werden Manager von Konzern A nach Konzern B verschoben, die ungef&#228;hr kein Branchenwissen haben. Sie identifizieren sich nicht mit den Konzernen, was bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mehdorn">Hartmut Mehdorn</a> besonders deutlich wurde, der nicht einmal bei seinen Dienstreisen <a href="http://www.igel-breisgau.de/forum/messages/40.html">das Angebot seines eigenen Konzerns</a> nutzte.<br />
Hewlett Packard ist ein Technologiekonzern, der immer hardwarelastig war. Endverbraucher kennen insbesondere die Druckersparte, aber PC-Server und gr&#246;&#223;ere Rechner mit dem Unix-Betriebssystem HP-UX stehen nunmal eher in Firmen.<br />
Zum Konzern geh&#246;ren zwar auch Beratungs- und unternehmen wie Synstar (jetzt <a href="http://www.hpcds.com/de/">Hewlett-Packard CDS</a>), aber diese &#8220;fremden&#8221; Unternehmen dienten vorwiegend der Unterst&#252;tzung und Abrundung der Hardwaresparte.<br />
2010 ahnten die Vorst&#228;nde, dass Tablet-PCs im Kommen sind. Die eigenen Versuche, mit mobilen Gadgets Marktanteile zu machen, scheiterten, daher kaufte HP den Handheld-Experten Palm ein. Der erhielt mit seinen Smartphones unter dem eigens entwickelten webOS gute Kritiken, machte aber durch zu lasche PR kaum Ums&#228;tze damit. HP pumpte Geld in die Entwicklung eigener Tablet-PCs und einer gr&#246;&#223;eren Auswahl an Smartphones, entwickelte webOS weiter, und die Branche wartete auf den gro&#223;en Knall, wenn HP mit der Hardware auf den Markt kommt.<br />
Nachdem Léo Apotheker bei SAP &#8211; dem Konzern, bei dem er gro&#223; geworden war &#8211; in Ungnade gefallen war, wechselte er zu HP und wurde CEO.<br />
Und kurz nach Markteinf&#252;hrung der webOS-Neuentwicklungen, unter anderem dem HP Touchpad, stampfte er die PC- und Mobilsparten ein. V&#246;llig abstrus ist die Begr&#252;ndung, keine PCs mehr herzustellen weil &#8220;<a href="http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apotheker-Der-Tablet-Effekt-ist-real-1326243.html">der Tablet-Effekt sp&#252;rbar</a>&#8221; sei &#8211; und zugleich den Tablets auch den Todessto&#223; zu versetzen.<br />
Sehen wir uns die Stationen im Leben von Léo Apotheker mal an:</p>
<ul>
<li>Zahlungsverkehrssystem SWIFT</li>
<li>Unternehmensberatung McCormack &#038; Dodge</li>
<li>SAP</li>
<li>Risikokapitalgesellschaft ECsoft (auf Softwareunternehmen spezialisiert)</li>
<li>Managementberatung ABP Partners</li>
<li>zur&#252;ck zu SAP</li>
<li>Hewlett-Packard</li>
</ul>
<p>Wir sehen: Der einzige Hardware-Konzern, bei dem er jemals t&#228;tig war, war HP. Ansonsten war er bei Unternehmensberatern, Dienstleistern und dem Sofwaregiganten SAP besch&#228;tigt oder gr&#252;ndete diese.<br />
Wer schonmal als IT-Dienstleister mit SAP zu tun hatte, weiss, dass Hardware f&#252;r den Konzern ein l&#228;stiges &#220;bel darstellt. Zwar sind reichlich PC-Systeme von SAP zertifiziert, aber als unangefochtener Marktf&#252;hrer der strategisch unverzichtbaren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise_Resource_Planning">ERP</a>-Tools kann SAP sich vor einer schon riskanten Beratungsleistung dr&#252;cken.<br />
Wichtig bei so zentralen und alles abdeckenden Programmpaketen ist das Hardware-Sizing. W&#228;hrend die PCs am Arbeitsplatz nur halbwegs aktuell sein m&#252;ssen, sind Programm- und Datenbankserver die Nadel&#246;hre, durch die alle Anfragen und Auftr&#228;ge der Anwender hindurch m&#252;ssen. Der normale Weg ist der, dass man den Sofwareanbieter oder Distributor um Beratung bittet. Niemand kennt die Leistungsanforderung der Sofware besser.<br />
Anders bei SAP.<br />
Es gibt zwar eine Berechnungsmethode, um die Anforderungen in den theoretischen Messwert <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SAPS_(EDV)">SAPS</a> umzurechnen, auf dessen Basis man Hardwaredimensionen bestimmen kann &#8211; aber diese Berechnung macht im SAP-Universum der Hardwarelieferant.<br />
Es gibt verschiedene Herangehensweise zur Berechnung &#8211; auf Basis der Anwenderzahl und der Zahl der Buchungen ist eine Methode, auf Basis der vom bisherigen System genutzten Systemleistung ist die andere Methode. Jedoch sind gravierende Abweichungen (um Faktoren von 2-4) gar nicht selten. Und das Beratungsrisiko tr&#228;gt SAP daher nicht gerne, sondern schiebt es den Hardwareherstellern in die Schuhe.<br />
Hardware erscheint f&#252;r SAP nur das l&#228;stige Blech, das man braucht, um die Programme irgendwo unterzubringen, und das alle paar Jahre ausgetauscht und neu berechnet werden muss.<br />
Léo Apotheker an die Spitze eines Hardwarekonzers zu setzen, der einige Jahre zuvor noch einen der gr&#246;&#223;ten Konkurrenten (Compaq) aufgekauft hat und gr&#246;&#223;ter PC-Hersteller der Welt war, erscheint also, also ob man einen Fleischermeister die Leitung einer B&#228;ckerei &#252;bertr&#228;gt:<br />
Br&#246;tchen sind nur die l&#228;stigen Dinge, die man zum Herstellen von Frikadellen ben&#246;tigt, der Zweck von Brot ist doch nur, die Wurst anfassbar zu machen.<br />
Vielleicht hat der Aufsichtsrat von HP das jetzt verstanden, denn Léo Apotheker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Medien-HP-Chef-Leo-Apotheker-steht-vor-dem-Rauswurf-1347634.html">steht vor</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/U5M38r/214589/HP-Chef-Apotheker-steht-vor-dem-Rauswur.html">dem Rauswurf</a><br />
<img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/b75ea47cc1cc440a93f50f08250a1ead" width="1" height="1" alt=""></p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Es ist amtlich. Léo Apotheker <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787928,00.html">ist abges&#228;gt</a>, an seiner Stelle wird <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meg_Whitman">Meg Whitman</a> den Konzern f&#252;hren. Ob sie eine gute Wahl ist wird in der Branche geteilt gesehen. Das sie eBay als Startup an die B&#246;rse brachte und zum Konzern aufbaute, wird einerseits so interpretiert, dass sie sich <a href="http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:hewlett-packard-whitman-hat-ein-wachstumsproblem/60107756.html">mit Startups</a>, nicht aber mit Konzernen auskenne. Andererseits verlie&#223; sie eBay, <a href="http://www.telekom-presse.at/Ersetzt_Meg_Whitman_Lo_Apotheker_als_CEO_von_HP_Update.id.17064.htm">als das Wachstum abflachte</a> und hat als &#8220;<a href="http://news.cnet.com/eBay-CEO--joins-billionaire-boys-club/2100-1017_3-224193.html">erste Internet-Milliard&#228;rin</a>&#8221; sicher keinen allzu hohen finanziellen Druck, um zu HP wechseln zu m&#252;ssen. Vielmehr kennt sie den Konzern, da sie schon eine Weile dem <a href="http://h30261.www3.hp.com/phoenix.zhtml?c=71087&#038;p=irol-govboard">Board of Directors von HP angeh&#246;rt</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=492&amp;md5=55b4de4e6a26c8dfad8997f5a4c3e1e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In dubio pro was denn? (UPDATES)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 14:25:09 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist er freigesprochen, der J&#246;rg Kachelmann.
Die breit diskutierte Frage lautet: Zu Recht? Ich denke, es gibt da nur eine Antwort: Ja. Zu Recht freigesprochen, weil es schon erhebliche Zweifel am Vorliegen einer Tat und damit seiner T&#228;terschaft gibt.
Oft, wenn es um Vergewaltigungsdelike geht, stehen Aussage gegen Aussage und es ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist er freigesprochen, der J&#246;rg Kachelmann.<br />
Die breit diskutierte Frage lautet: Zu Recht? Ich denke, es gibt da nur eine Antwort: Ja. Zu Recht freigesprochen, weil es schon erhebliche Zweifel am Vorliegen einer Tat und damit seiner T&#228;terschaft gibt.<span id="more-401"></span><br />
Oft, wenn es um Vergewaltigungsdelike geht, stehen Aussage gegen Aussage und es ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft, professionell und mit Bedacht Beweise zu finden um die Aussage der einen oder anderen Seite als wahr darstellen zu k&#246;nnen.<br />
Im Fall Kachelmann haben die Staatsanw&#228;lte gewaltigen Bockmist gebaut. Und das v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob es eine Vergewaltigung gab oder nicht.<br />
Die juristische Sicht hat Udo Vetter <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/05/31/der-zweifelsgrundsatz-ist-kuflich/">im Lawblog erl&#228;utert</a>.<br />
Die Staatsanw&#228;lte haben Bockmist gebaut, der dazu f&#252;hrte, dass sowohl das vermeintliche Opfer als auch der &#8211; so es eine Tat gab &#8211; mutma&#223;liche T&#228;ter gesch&#228;digt sind. Sie haben unkritisch die Geschichte des vermeintlichen Opfers geglaubt und nicht hinreichend auf Plausibilit&#228;t gepr&#252;ft. Der Tathergang war (grob gesagt) so, dass die beiden Streit hatten, der mutma&#223;liche T&#228;ter zu einem K&#252;chenmesser griff, dieses dem vermeintlichen Opfer an den Hals hielt und sie vergewaltigte. Dabei entfernte er noch vorher den Tampon, den sie Trug, und warf diesen in den M&#252;lleimer.<br />
Hier w&#228;re f&#252;r die Staatsanw&#228;lte der richtige Zeitpunkt gewesen, die Erinnerungen des vermeintlichen Opfers zu hinterfragen, ist doch die Geschichte in ihrer G&#228;nze nicht mehr so richtig plausibel. Auch, dass sich am Faden des Tampons, nicht aber am Messer DNA-Spuren von Kachelmann nachweisen lie&#223;en und der Gutachter ausschloss, dass Kachelmann sie vom Messer abgewischt hat, sollte nachdenklich machen.<br />
Nat&#252;rlich bringt man bei einem traumatischen Ereignis dieser Kategorie als Opfer viel durcheinander. Das h&#228;tten die Staatsanw&#228;lte ber&#252;cksichtigen m&#252;ssen. War der Ablauf wirklich so? Wurde das richtige Messer untersucht?<br />
Oder die Frage, wieso eine erwachsene und intelligente Frau zehn Jahre eine Beziehung mit einem Prominenten hat, die sich immer nur in ihrer Wohnung und in ihrem Umfeld abspielte. Keine gemeinsamen Auftritte in der &#214;ffentlichkeit, keine Besuche in seiner Wohnung, wenn ich mich recht erinnere, hatte er nichtmal eine Zahnb&#252;rste bei ihr.<br />
Das ist in Deutschland die Aufgabe der Staatsanwaltschaft:  Kritisch hinterfragen, was an den Fakten ungew&#246;hnlich oder fragw&#252;rdig ist und versuchen, es zu kl&#228;ren.<br />
Sicherlich ist hinterher alles erkl&#228;rbar, aber Aufgabe des Staatsanwaltes ist, solche Fragen vorher zu stellen und die Umst&#228;nde zu erkl&#228;ren, bevor die Verteidigung das fordert. Gerade, wenn Aussage gegen Aussage steht, ist es offensichtlich wichtig, dass die Aussagenden glaubw&#252;rdig sind und ihre Version nicht dem gerade wehenden Wind anpassen!<br />
Udo Vetter schreibt:</p>
<blockquote><p>Die traurigste Figur im Fall Kachelmann machten die emsigen Mannheimer Staatsanw&#228;lte. Sie sahen in Kachelmann von Anfang an den gro&#223;en Fisch, der in der Provinz nur alle Jubeljahre anbei&#223;t.</p></blockquote>
<p>Ich muss ihm da widersprechen, es ging m&#246;glicherweise nicht um das Rampenllicht. Gisela Friedrichsen machten <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,763549,00.html">neulich im SPIEGEL</a> schon auf eine andere Tatsache aufmerksam:</p>
<blockquote><p>Es ist noch nicht lange her, dass Mannheimer Staatsanw&#228;lte gegen <a href="http://www.spiegel.de/thema/fall_harry_woerz/">Harry W&#246;rz</a>, den die Justiz zw&#246;lf Jahre lang wegen einer Tat verfolgte, die er nicht begangen hatte, am Ende eines uns&#228;glichen Wiederaufnahme-Marathons eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren forderten &#8211; obwohl jedermann im Saal wusste, dass dieser Angeklagte nicht der T&#228;ter war. </p></blockquote>
<p>Auch im benannten Fall fragte man sich, welche Drogen die Staatsanw&#228;lte eigentlich nehmen, um die schreiend offensichtliche Wahrheit komplett ausblenden zu k&#246;nnen. Es scheint dort in Mannheim System zu sein, nicht die Taten aufkl&#228;ren zu wollen (womit unser deutsches Rechtssystem die Staatsanwaltschaft, die &#8220;objektivste Beh&#246;rde der Welt&#8221;, beauftragt), sondern es scheint drum zu gehen, die Prozesse nicht zu verlieren, und wenn doch, dann mit wehenden Fahnen und im lauten Proklamieren, dass ein Fehlurteil ergangen sei.<br />
Zur&#252;ck zu Kachelmann. Und von dort ins Jahr 1996. Ich habe diesen Fall schon <a href="http://www.volkerkoenig.de/2009/08/11/geschurte-angste-wir-sind-die-guten/">an anderer Stelle hier im Blog</a> angesprochen, es handelt sich um einen tragischen Fall aus der j&#252;ngeren Rechtsgeschichte, den <a href="http://www.pappa.com/mmdm/mauz1.htm">Montessori-Prozess</a>.<br />
Ein Kinderpfleger (also “Kinderg&#228;rtner”) eines Motessori-Kindergartens geriet in Verdacht, sich an den ihm anvertrauten Kindern vegriffen zu haben. Seine Kolleginnen und einschl&#228;gige Vereine “ermittelten” und am Ende gab es rund 50 Opfer und Aussagen, die vor Gericht schon durch den gesunden Menschenverstand widerlegt werden konnten.<br />
Der Beschuldigte wurde freigesprochen, die Eltern der (vermeintlichen?) Opfer waren ersch&#252;ttert. Auch dieser Fall wurde letztlich durch die Ermittler in den Sand gesetzt &#8211; durch suggestive Befragungen der Kinder.<br />
Ob der anf&#228;ngliche Verdacht gegen den Beschuldigten berechtigt war oder nicht wird sich nicht mehr kl&#228;ren lassen. Wenn also ein P&#228;dophiler seit 1996 frei heruml&#228;uft ist das der Verdienst der Ermittler. Wenn er unschuldig war, dann ist es ebenfalls Verdienst der Staatsanwaltschaft, dass sein Leben ruiniert wurde. Immerhin war er nicht prominent und er hat heute einen anderen Beruf und einen anderen Wohnort.</p>
<p>Im Fall Kachelmann gab es zu Beginn ein vermeintliches Opfer und einen mutma&#223;lichen T&#228;ter.</p>
<p>Jetzt gibt es zwei echte Opfer: Einen Wettermoderator, dessen Sex- und Liebesleben &#246;ffentlich ausgewalzt wurde, und eine Journalistin, deren Berufs- und Privatleben durch den Prozess mit Gewissheit Schlagseite bekommt. </p>
<p>Und die T&#228;ter? Die sitzen in der Redaktion der BILD und der Staatsanwaltschaft Mannheim. </p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Das Urteil findet sich &#252;berraschend <a href="http://www.landgericht-mannheim.de/servlet/PB/menu/1269214/index.html?ROOT=1160629">schnell im Internet</a>. Das Gericht schreibt in der Urteilsbegr&#252;ndung:</p>
<blockquote><p>Wir sind &#252;berzeugt, dass wir die juristisch richtige Entscheidung getroffen haben. Befriedigung versp&#252;ren wir dadurch jedoch nicht. Wir entlassen den Angeklagten und die Nebenkl&#228;gerin mit einem m&#246;glicherweise nie mehr aus der Welt zu schaffenden Verdacht, ihn als potentiellen Vergewaltiger, sie als potentielle rachs&#252;chtige L&#252;gnerin. Wir entlassen den Angeklagten und die Nebenkl&#228;gerin aber auch mit dem Gef&#252;hl, ihren jeweiligen Interessen durch unser Urteil nicht ausreichend gerecht geworden zu sein.<br />
Bedenken Sie, wenn Sie k&#252;nftig &#252;ber den Fall reden oder berichten, dass Herr Kachelmann m&#246;glicherweise die Tat nicht begangen hat und deshalb zu Unrecht als Rechtsbrecher vor Gericht stand. Bedenken Sie aber auch umgekehrt, dass Frau X. m&#246;glicherweise Opfer einer schweren Straftat war.</p>
<p><strong>Versuchen Sie, sich k&#252;nftig weniger von Emotionen leiten zu lassen. Unterstellen Sie die jeweils g&#252;nstigste Variante f&#252;r Herrn Kachelmann und Frau X. und f&#252;hren Sie sich dann vor Augen, was beide m&#246;glicherweise durchlitten haben.<br />
Nur dann haben Sie den Grundsatz „in dubio pro reo“ verstanden. Nur dann kennt der Grundsatz „in dubio pro reo“ nicht nur Verlierer, sondern neben dem Rechtsstaat auch Gewinner.“<br />
</strong>
</p></blockquote>
<p><strong>UPDATE 2</strong>: Twister  hat in Telepolis <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/5/149928">sehr zutreffend reflektiert</a>, warum die &#196;u&#223;erungen einiger &#8220;Schutz&#8221;organisationen zum Freispruch inakzeptabel und w&#252;rdelos sind. Terre des Femmes und Der Weisse Ring bef&#252;rchten, dass Frauen sich wegen des Freispruchs nicht mehr trauen w&#252;rden, Vergewaltigungen zur Anzeige zu bringen:</p>
<blockquote><p>Dies ist eine best&#252;rzende Ansicht, denn sie bedeutet, dass nur um m&#246;gliche Anzeigen von Straftaten nicht zu verhindern, ruhig ein laut Gerichtsmeinung Unschuldiger verurteilt werden m&#252;sse. Damit wird die Frage, ob jemand unschuldig ist oder nicht, zur Frage, die bei Vergewaltigung nicht mehr gestellt werden m&#252;sste, lediglich die Auswirkungen eines Freispruchs auf das Anzeigeverhalten von Frauen seien zu pr&#252;fen und dementsprechend sei zu agieren. </p></blockquote>
<p>Vielmehr meine ich, dass die Verantwortung f&#252;r eventuell nicht erstattete Anzeigen gerade <em>nicht</em> beim Gericht liegt.<br />
Sie liegt vielmehr bei den Medien, die Kachelmann von Anfang an &#8220;schuldig&#8221; gesprochen haben und nicht nur die Widerspr&#252;che in den Opferaussagen und Gutachten ausblendeten, sondern sich auch sonst an jeden Strohhalm klammerten, um Kachelmann zu demontieren. Allen voran die BILD mit ihrer Gerichtsreporterin Alice Schwarzer.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=401&amp;md5=a5e29b8aa65119f91ae68ba9d59cac3c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Like-Jacking mal einfallsreich</title>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 15:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich habe ich &#252;ber Like-Jacking geschrieben, eine Methode, mit manipulierten Like-Buttons seiner Website unz&#228;hlige unfreiwillige Facebook-Fans zu verschaffen. 
Gerade fiel mir eine neue Methode auf, die ungleich eleganter (wenn auch fadenscheiniger) ist.
Seit dem Wochenende habe ich auf meiner Facebook-Pinwand immer wieder Links auf ein Video gesehen, das eine Frau zeigen soll, die auf der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich habe ich &#252;ber <a href="http://www.volkerkoenig.de/2011/03/07/kann-man-etwas-versehentlich-moegen-bei-facebook-ja/">Like-Jacking</a> geschrieben, eine Methode, mit manipulierten Like-Buttons seiner Website unz&#228;hlige unfreiwillige Facebook-Fans zu verschaffen.<br />
Gerade fiel mir eine neue Methode auf, die ungleich eleganter (wenn auch fadenscheiniger) ist.<span id="more-394"></span><br />
Seit dem Wochenende habe ich auf meiner Facebook-Pinwand immer wieder Links auf ein Video gesehen, das eine Frau zeigen soll, die auf der Achterbahn einen Orgasmus bekommt.<br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/05/ha-haha-pinwand.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/05/ha-haha-pinwand.jpg" alt="" title="ha-haha-pinwand" class="alignright size-full wp-image-396" /></a><br />
Was f&#228;llt dem ge&#252;bten Facebook-User auf?<br />
Genau, die gemischtsprachige Bezeichnung &#8220;(irgendein User) hat a video kommentiert.&#8221;<br />
Und das Video ist unter dem Vorschaubild nicht als Video gekennzeichnet, wie beim letzten Like-Jacking.<br />
Was war der Kommentar &#8211; und das war auch das, was mich stutzig machte? Bei allen, denen dieses Video gefiel, stand da als Kommentar </p>
<blockquote><p>ha haha</p></blockquote>
<p>Also klick ich das mal an und was sehe ich? Eine (vollkommen vom  Like-Jacking-Betr&#252;ger erfundene) Youtube-Sicherheitsabfrage mit etwas, das wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CAPTCHA">Captcha</a> aussieht.<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/05/ha-haha.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/05/ha-haha.jpg" alt="" title="ha-haha" class="alignright size-full wp-image-395" /></a><br />
Und was soll man dort in der Grafik lesen und eingeben, um als menschliches Wesen erkannt zu werden?</p>
<blockquote><p>ha haha</p></blockquote>
<p>Fazit: Hier wird eine Website mit einer umprogrammierten Facebook-Kommentarfunktion ausgestattet. Wer den Captcha ausf&#252;llt kommentiert ungewollt das Video. Und jetzt ist auch klar, warum alle Facebookler unbedingt den sinnigen Kommentar</p>
<blockquote><p>ha haha</p></blockquote>
<p>dazu abgegeben haben. Chapeau, gut gel&#246;st.<br />
Und jetzt gehen wir am besten hin und melden alle Kommentare des Videos als SPAM, ja?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=394&amp;md5=83dbf04b16b743fb54827071ba7755a3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Noch mehr wissenschaftliche Schlammkrieger: Hom&#246;opathie</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/02/01/noch-mehr-wissenschaftliche-schlammkrieger-homoeopathie/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 08:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im letzten Blogpost schrieb ich von der Art und Weise, wie dank Social Media das Zerw&#252;rfnis zwischen CERN-Bef&#252;rwortern und Menschen, die eine CERN-Apokalypse bef&#252;rchten, nicht beseitigt wird.
Ein &#228;hnliches Schlachtfeld tut sich beim Thema Hom&#246;opathie auf.
Seit ihrer "Entdeckung" wird sie von den nicht-Hom&#246;opathen (ich nenne sie mangels eines anderen verst&#228;ndlichen Begriffs in diesem Post "Schulmediziner") ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="http://www.volkerkoenig.de/2011/01/26/wissenschaftlicher-kindergarten/">letzten Blogpost</a> schrieb ich von der Art und Weise, wie dank Social Media das Zerw&#252;rfnis zwischen CERN-Bef&#252;rwortern und Menschen, die eine CERN-Apokalypse bef&#252;rchten, nicht beseitigt wird.<br />
Ein &#228;hnliches Schlachtfeld tut sich beim Thema Hom&#246;opathie auf.<span id="more-305"></span><br />
Seit ihrer &#8220;Entdeckung&#8221; wird sie von den nicht-Hom&#246;opathen (ich nenne sie mangels eines anderen verst&#228;ndlichen Begriffs in diesem Post &#8220;Schulmediziner&#8221;) in die Ecke l&#228;cherlicher Sp&#246;kenkiekerei gestellt. Mir ist es dabei v&#246;llig egal, wie wissenschaftlich begr&#252;ndet und belegbar ihre Wirkung ist. Alleine die Tatsache, dass sie seit &#252;ber 200 Jahren praktiziert wird, belegt zun&#228;chst ihre Wirkung. Ob es sich nun um einen gro&#223;artig inszenierten Placeboeffekt handelt oder wirklich physiologisch etwas dahintersteckt k&#246;nnen wir an dieser Stelle dahingestellt lassen.<br />
Wie sie in der Theorie arbeitet, habe ich vor etlichen Jahren mal <a href="http://www.neon.de/kat/fitness/medizin/1082121042/4705.html">hier beschrieben</a>. Wer meine Argumente weiter unten verstehen m&#246;chte, mag dem Link folgen. Was in dem Artikel bei NEON nicht steht, ist, dass es bei de Hom&#246;opathie schon wegen der immensen Verd&#252;nnung der Wirkstoffe nicht auf die Menge des Medikaments ankommt, sondern auf die Anzahl der Einzeldosen.<br />
Sprich: Ob ich eine ganze Flasche Globuli auf einmal schlucke oder nur 5 K&#252;gelchen ist dem Hom&#246;opathen egal. Wenn ich die ganze Flasche auf einmal verbrauche freut es nur den Apotheker.<br />
Neben der Diskrepanz zwischen dem Anspruch der Mittel, irgendwas zu enthalten, was irgendwas bewirkt, und der Tatsache, dass sie nach heutigen Naturwissenschaften gemessen nichts an Wirkstoff enthalten, was man nachweisen oder auch nur annehmen k&#246;nnte, dreschen die Hom&#246;opathiegegner mit kernigen Generalisierungen auf &#8220;Globuligl&#228;ubige&#8221; ein:</p>
<ul>
<li> Homo&#246;pathen entziehen ihre Patienten einer schulmedizinischen Versorgung</li>
<li> Hom&#246;opathen behandeln lebensbedrohliche Situationen wie einen Herzinfarkt mit wirkungslosen Globuli</li>
<li> Hom&#246;opathen sind deshalb eine Gefahr f&#252;r die Volksgesundheit</li>
<li>Hom&#246;opathen sind eine Sekte</li>
</ul>
<p>Dabei gibt es &#8211; wie in allen Bereichen &#8211; immer solche und solche. &#8220;Die Hom&#246;opathen&#8221; sind mangels Warenzeichenschutz des Begriffs genauso wenig inhaltlich beschreibbar, wie &#8220;Die Blogger&#8221; oder &#8220;Die Autofahrer&#8221;.<br />
Es wird schon aus Gr&#252;nden der Wahrscheinlichkeit kaum mal ein Hom&#246;opath anwesend sein, wenn ein Mensch einen Herzinfarkt erleidet. Falls Hom&#246;opathen sich sich &#252;ber die Akutbehandlung eines Herzinfarktes mit Globuli austauschen, hat das erstmal nichts zu sagen.<br />
Und alle Hom&#246;opathen, die ich kenne, w&#252;rden selbst beim Herzinfarkt des Patienten, der ihnen gegen&#252;ber sitzt, als erstes die gebotene und m&#246;gliche &#8220;schulmedizinische&#8221; Notfallversorgung durchf&#252;hren, dann den Notarzt rufen und erst in den 8 Minuten, bis der Notarzt eingetroffen ist, zu Globuli greifen.<br />
Auch die Behauptung, Hom&#246;opathen w&#252;rden ihre Patienten lebenswichtiger schulmedizinischer Versorgung entziehen, ist schnell widerlegt. Bedenkt man, dass der Anteil von schwer erkrankten und an ihrer Erkrankung teilweise verzweifelnden Patienten bei Alternativmedizinern deutlich h&#246;her ist und dass viele von ihnen tats&#228;chlich lebenswichtige Medikamente ben&#246;tigen, m&#252;sste es sonst ein Massensterben unter Hom&#246;opathiepatienten geben.<br />
Das heisst nicht, dass es nicht &#8211; wie &#252;berall &#8211; auch Scharlatane und unseri&#246;se Menschen unter den Hom&#246;opathen g&#228;be. Aber entsprechende Skandale mit pseudo-schulmedizinischen Heilmethoden oder <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,608413,00.html">unn&#252;tzen</a> und <a href="http://www.multimedvision.de/pressemitteilungen/200905-Tod-im-Krankenhaus-Lungenentzuendung-durch-unnoetige-Magenmittel.htm">&#252;berfl&#252;ssigen</a> Behandlungen, <a href="http://www.bild.de/BILD/news/2010/08/01/tod-durch-fehldiagnose/junge-frau-stirbt-an-blutvergiftung.html">fahrl&#228;ssigen Fehldiagnosen</a> und <a href="http://www.cbgnetwork.org/downloads/PharmaMarketing.pdf">riskanten Medikamenten</a> gibt es auch in der Schulmedizin.<br />
Der gr&#246;&#223;te &#8220;Hammer&#8221; unter den &#8220;Argumenten&#8221; sind aber die Selbstversuche von Hom&#246;opathiegegnern, welche die Wirkungslosigkeit der Mittel plakativ &#8220;beweisen&#8221; sollen.<br />
Aktuell ist die <a href="http://www.1023.org.uk/">10:23-Challenge</a>. Der Name r&#252;hrt von der Tatsache her, dass ab einer Verd&#252;nnung irgendeines Stoffes um das 10^23-fache kein Molek&#252;l des Stoffes mehr in der L&#246;sung enthalten sein kann &#8211; was bei den g&#228;ngigen hom&#246;opathischen Potenzen wie C30 der Fall ist. Und was auch nur die wenigsten Hom&#246;opathen bestreiten.<br />
Um zu beweisen, dass Hom&#246;opathie nicht wirkt, wollen Protestler weltweit eine &#220;berdosis hom&#246;opathischer Mittel einnehmen:</p>
<blockquote><p>The 10:23 Challenge is a follow-up to the &#8216;overdose&#8217; protest staged by the 10:23 Campaign in 2010. International protesters from more than 10 countries, and more than 23 cities will gather for over the weekend of February 5-6 2011, to make the simple statement: Homeopathy &#8211; There&#8217;s Nothing In It.</p></blockquote>
<p>Wer bis hierhin gelesen hat, weiss, dass die Menge an Globuli, Tabletten oder L&#246;sung keine Rolle spielt. Dazu kommt, dass das hom&#246;opathische Mittel eben nicht schulmedizinisch wirkt (bzw. wirken soll).<br />
Nehmen wir das von Hom&#246;opathiegegnern gerne herangezogene &#8220;st&#228;rkste hom&#246;opathische Schlafmittel&#8221; Coffea. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafmittel">Schulmedizinische Schlafmittel</a> wirken in der Regel sanft sedierend oder narkotisierend, was bei einer &#220;berdosis bekanntlich lebensgef&#228;hrlich werden kann. Nach der Theorie von Hahnemann arbeitet der Hom&#246;opath anders: Der Patient kann beispielsweise nicht einschlafen, weil er unter Herzklopfen und Unruhe leidet. Das sind Symptome, die wir kennen, wenn wir zu viel Kaffee getrunken haben. Insofern ist &#8211; nach Hahnemanns Theorie &#8211; die Gabe von Kaffee (Coffea) in hom&#246;opathischer Form angesagt. Bei anderen Formen der Schlaf- oder Einschlafst&#246;rung kommen andere Hom&#246;opathika zum Einsatz.<br />
Coffea hat nun definitiv keine sedierende oder narkotisierende Wirkung. Glaubt man Hahnemann, so beseitigt es gezielt die Symptome, die den Patienten am Einschlafen hindern.<br />
Die 10:23-Challenge-Protestler, die beispielsweise ein ganzes Fl&#228;schchen Coffea konsumieren, um zu beweisen, dass es sie nicht umbringt, haben die Theorie hinter der Methode nicht verstanden. Vermutlich haben sich die meisten von ihnen nichtmal im Ansatz damit befasst.<br />
Denn dann w&#228;re ihnen klar, dass die gr&#246;&#223;te Gefahr bei dieser Aktion in etwas Karies besteht, wenn sie die gro&#223;e Menge an Globuli (=Zuckerk&#252;gelchen) im Mund zergehen lassen.<br />
Diese Aktion entspr&#228;che eines Protests von Hom&#246;opathen vor Dialysezentren, wo sie die Wirkungslosigkeit der Schulmedizin nachweisen, indem sie anf&#252;hren, dass durch Dialyse noch niemandem eine neue Niere gewachsen ist.<br />
Um es nochmal deutlich zu sagen: Hom&#246;opathie wird seit 200 Jahren angewandt und hat eine gro&#223;e Verbreitung.<br />
<strong>Ob es nun eine wirkliche physiologische Wirkung gibt oder alles nur ein aufw&#228;ndig inszenierter Placeboeffekt ist, spielt keine Rolle, solange es Patienten gibt, die sich bei einem Hom&#246;opathen wohler und besser versorgt f&#252;hlen, als in einer &#8220;normalen&#8221; Praxis. Die Ursache daf&#252;r gilt es zu erforschen, damit im Idealfall alle Patienten davon profitieren k&#246;nnen.<br />
</strong>Die meisten &#8220;globuligl&#228;ubigen&#8221; Patienten haben schon verstanden, dass die 10:23-Challenge ein globaler Humbug ist, der nur die Menschen, die eh nie zum Hom&#246;opathen gehen w&#252;rden, in ihrer &#220;berzeugung best&#228;rken wird.<br />
Umgekehrt &#252;berzeugt sie alle, die sich mit dem Thema etwas mehr als nur oberfl&#228;chlich befasst haben, dass &#8220;die Hom&#246;opathiegegner&#8221; anscheinend keine Argumente haben.<br />
Et voilà: Der Graben zwischen H&#246;m&#246;opathen und Schulmedizinern ist wieder ein paar Spatenstiche tiefer. Bravo!</p>
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		<title>Wissenschaftlicher Kindergarten</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 13:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wissenschaftler stellt man sich in der Realit&#228;t anders vor, als den durchgedrehten Professor aus Independence Day oder den charismatischen Chaosforscher aus Jurassic Parc. Eher n&#252;chtern, sachlich und emotionslos, aber voller Leidenschaft f&#252;r ihr Thema.
Ich weiss nicht, ob es an den Social Media liegt, oder ganz andere Gr&#252;nde hat, dass derzeit Diskussionen unter und mit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler stellt man sich in der Realit&#228;t anders vor, als den <a href="http://images.tvrage.com/people_galleries/9/26815/81727.jpg">durchgedrehten Professor</a> aus <a href="http://www.youtube.com/watch?v=a4mFoZRNJ0c">Independence Day</a> oder den <a href="http://www.imdb.de/media/rm4093417728/tt0107290">charismatischen Chaosforscher</a> aus <a href="http://www.imdb.de/title/tt0107290/">Jurassic Parc</a>. Eher n&#252;chtern, sachlich und emotionslos, aber voller Leidenschaft f&#252;r ihr Thema.<br />
Ich weiss nicht, ob es an den Social Media liegt, oder ganz andere Gr&#252;nde hat, dass derzeit Diskussionen unter und mit Wissenschaftlern immer wieder auf Schlammschlachtniveau abrutschen. Vielleicht sind es die Social Media wie Facebook, Twitter, Wikis und Blogs, die daf&#252;r sorgen, dass ansonsten hinter verschlossenen T&#252;ren abgehaltene Streitigkeiten &#246;ffentlich werden. <span id="more-295"></span><br />
Vielleicht werden manche Konflikte auch &#252;berhaupt erst sp&#252;rbar, weil heute im Internet jeder ohne gro&#223;e Pr&#252;fung durch einen Redakteur publizieren darf. Dadurch kommen nat&#252;rlich nicht nur unterdr&#252;ckte kritische Meinungen und Informationen erstmals ans Tageslicht, sondern auch abstruse Ansichten, die fr&#252;her v&#246;llig zu Recht keine Publikationsplattform gefunden h&#228;tten.<br />
Eine aktuelle Schlammschlacht picke ich mir mal heraus – es gibt tats&#228;chlich noch mehr entsprechende Themenfelder.<br />
Also die Sache mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Large_Hadron_Collider">LHC</a>. Der Large Hadron Collider des <a href="http://cern.ch/">CERN</a>.<br />
Es gibt nach wie vor Wissenschaftler (und damit meine ich echte Wissenschaftler und keine von D&#228;nikens), die ein Risiko f&#252;r den ganzen Planeten durch die erhoffen Schwarzen L&#246;cher sehen.<br />
Zuletzt ver&#246;ffentlichte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_E._R%C3%B6ssler">Professor R&#246;ssler</a> – ein renommierter Chaosforscher mit weit &#252;ber 300 wissenschaftlichen Publikationen – <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34033/1.html">seine Thesen</a> im Magazin telepolis, f&#252;r das ich auch schon schreiben durfte.<br />
Er geht dort sehr sachlich auf die seiner Meinung nach falsche Risikoeinsch&#228;tzung der CERN-Wissenschaftler ein und unterf&#252;ttert dies mit einigen Theorien und Theoremen. Er selber fordert eine wissenschaftliche Konferenz, in der er sich gerne widerlegen lassen m&#246;chte:</p>
<blockquote><p>Ich bitte daher eines der oben angerufenen juristischen und politischen Gremien anzuordnen, dass die l&#228;ngst &#252;berf&#228;llige wissenschaftliche Sicherheitskonferenz stattfindet, bevor das LHC-Experiment mit Protonen wie vorgesehen im Februar oder M&#228;rz 2011 wieder aufgenommen werden darf. […]<br />
Ich rechne damit, dass ich mich furchtbar blamiere, wenn es doch noch einem Wissenschaftler gelingt, einen einzigen der eingangs angef&#252;hrten 10 Punkte oder eines der 4 Theoreme zu widerlegen. Dies ist mein Risiko und zugleich meine Hoffnung. Ich bitte die Welt um Verzeihung daf&#252;r, dass ich darauf bestehe, dass mein m&#246;glicherweise defizit&#228;rer Wissensstand zurechtger&#252;ckt wird, bevor das gr&#246;&#223;te Experiment der Geschichte weitergehen darf.
</p></blockquote>
<p>Das klingt sehr leidenschaftlich, wenn auch sachlich. Er fordert nicht, den LHC zu sprengen, sondern stellt seine Ansichten zur Diskussion und fragt sich, warum seine Kritikpunkte nicht &#246;ffentlich diskutiert w&#252;rden, da nur ein einziger widerlegt werden muss, um seine Konstruktion zerfallen zu lassen.<br />
Der Wissenschaftsjournalist und &#8220;LHC-Bef&#252;rworter&#8221; (ich verk&#252;rze das an dieser Stelle) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Zaun">Dr. Harald Zaun</a> schreibt <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34063/4.html">am selben Tag</a> mit Bezug auf Prof. R&#246;sslers Ausf&#252;hrungen, dass die Sicherheitskonferenz sinnvoll sei, auch, wenn er selber die Ansichten R&#246;sslers f&#252;r absurd h&#228;lt, denn es w&#228;re nicht das erst Mal, dass ausgerechnet die Theorie, die sich am Ende als richtig herausstellte, zun&#228;chst h&#228;misch be&#228;ugt und sp&#246;ttisch kommentiert wurde.<br />
Der Astrologe Florian Freistetter, der auf <a href="http://www.scienceblogs.de">ScienceBlogs</a> schreibt, <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/01/lhcpanikmache-jetzt-auch-bei-telepolis.php">kommentierte</a> die Ver&#246;ffentlichungen auf telepolis.<br />
Ich will bewusst nicht auf die Inhalte eingehen. Ich bin kein Astrophysiker oder Astronom und kann das gar nicht, so wie es 99% der Menschen nicht k&#246;nnen. Es ist so, dass es auf diesem Planeten eine Menge Menschen gibt, die Angst vor &#8220;der Wissenschaft&#8221; haben, ohne gleich pathologisch paranoid zu sein. Eine immerhin sachliche Ver&#246;ffentlichung wie die von R&#246;ssler, mit dem ausgesprochenen Wunsch, widerlegt und blamiert zu werden, wirkt ehrenvoll.<br />
Freistetter argumentiert, dass einige der Theoreme R&#246;sslers bereits widerlegt seien und andere einfach auf falscher Anwendung z.B. der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie fu&#223;en. Er widerspricht der Ansicht Harald Zauns, dass jede noch so abstruse Idee von Wissenschaftlern untersucht werden m&#252;sse:</p>
<blockquote><p>Ach wirklich? Jede &#8220;noch so abstruse Idee&#8221; muss von den Wissenschaftlern untersucht werden? Selbst wenn alle Daten, Beobachtungen und Theorien dagegen sprechen? Wie stellt sich Herr Zaun das vor? Jeder Freak kann die Unis anrufen und seine pers&#246;nliche Lieblingspseudowissenschaft vorstellen. Und die Wissenschaftler m&#252;ssen dann alles stehen und liegen lassen und den Unsinn &#8220;von allen Seiten gr&#252;ndlich durchleuchten&#8221;?</p></blockquote>
<p>Er f&#228;ngt mit Rabulistik der feinsten Sorte an: Zaun sprach in seinem Artikel von Wissenschaftlern und nicht von Paranoikern, die glauben, Nachbarn wollten sie durch die Steckdose mit Giftgas t&#246;ten (eine unter psychisch Kranken &#252;brigens verbreitete Angst). Und Freistetter ignoriert das, unterstellt Zaun, er fordere, dass &#8220;Jeder Freak&#8221; irgendwelche Theorien aufstellen k&#246;nne, die denn von armen, geplagten Professoren widerlegt werden m&#252;ssen. Gleichzeitig versucht er, Zaun zu diskreditieren:</p>
<blockquote><p>Ok, Herr Zaun ist Wissenschaftsjournalist. Aber wenn man sich unsicher ist ob die &#8220;gemachten Annahmen plausibel sind&#8221;, dann h&#228;tte man ja theoretisch auch mal einen Teilchenphysiker fragen k&#246;nnen anstatt einen Journalisten.</p></blockquote>
<p>Ok, Florian Freistetter ist Astronom. Und hat promoviert. Harald Zaun hat auch einen Doktorgrad. Und auch, wenn Freistetter thematisch n&#228;her an Teilchenphysik &#8220;dran&#8221; ist, als der Historiker und Philosoph Zaun, ist auch er als Blogger erstmal nichts anderes als ein Wissenschaftsjournalist, wenn er die Astronomie verl&#228;sst.<br />
Und als ob das nicht reicht, stellt er noch einige abstruse Ideen in den Raum:</p>
<blockquote><p>
&#8220;Im Inneren des Mondes wohnen Nazis die die Erde mit Gedankenstrahlen beeinflussen&#8221;. &#8220;Nervengas furzende rosa Drachen werden aus dem Inneren der Erde hervorbrechen und uns alle t&#246;ten!&#8221;. &#8220;Die Gravitationskonstante wird sich spontan &#228;ndern und alle Materie wird auseinander fallen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist &#252;belstes Stammtischniveau und ich frage mich, welchen Zweck diese Beispiele haben sollen, wenn nicht den, H&#228;me &#252;ber R&#246;ssler zu ergie&#223;en.<br />
Ok, w&#228;re R&#246;ssler ein Erich v. D&#228;niken oder Johannes v. Buttlar &#8211; dann w&#252;rde ich mich nicht aufregen.<br />
Es geht nicht um einen abgedrehten Freak, sondern um einen ordentlichen Hochschulprofessor mit weit &#252;ber 300 wissenschaftlichen Publikationen. Auch, wenn seine Theorien l&#228;ngst widerlegt sind und sein Erdvernichtungsszenario daher bar jeder Grundlage &#8211; die von ihm geforderte Sicherheitskonferenz mit angemessener &#214;ffentlichkeitsarbeit und sachlicher Diskussion der Ergebnisse ist meines Erachtens die einzige M&#246;glichkeit, seine Argumente f&#252;r die &#214;ffentlichkeit zu entkr&#228;ften.<br />
Schenkelklopfer wie der Florian Freistetters Blogpost helfen nicht dabei, Menschen mit Angst vor dem LHC diese zu nehmen. Die Kluft zwischen den Lagern der &#8220;Wissenschaftsgl&#228;ubigen&#8221; und der &#8220;Wissenschaftsparanoiker&#8221; wird nur gr&#246;&#223;er, weil die ersteren augenrollend &#8220;nicht schon wieder R&#246;ssler&#8221; murmeln und die letzteren sich &#8220;die haben Angst vor der Diskussion, weil sie um Unrecht sind&#8221; zutuscheln.<br />
Bravo.</p>
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		<title>Ursula von Eulenspiegel</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2010/07/10/ursula-von-eulenspiegel/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 10:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Till Eulenspiegel war Hochstapler und Tunichgut. Und in einer seiner Geschichten Arzt. Behauptete er jedenfalls. Und er versprach, alle Patienten in einem Hospital gesunden zu lassen.

Und tats&#228;chlich waren am Ende des Tages alle Patienten aus dem Krankenhaus verschwunden, es ging ihnen schon viel besser, vielen Dank auch Doktor Eulenspiegel.
Wer die Geschichte kennt weiss, dass ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Till Eulenspiegel war Hochstapler und Tunichgut. Und in einer seiner Geschichten Arzt. Behauptete er jedenfalls. Und er versprach, alle Patienten in einem Hospital gesunden zu lassen.<br />
<span id="more-254"></span><br />
Und tats&#228;chlich waren am Ende des Tages alle Patienten aus dem Krankenhaus verschwunden, es ging ihnen schon viel besser, vielen Dank auch Doktor Eulenspiegel.<br />
Wer die Geschichte kennt weiss, dass Eulenspiegel von Patient zu Patient ging und allen etwas ins Ohr fl&#252;sterte: um alle zu heilen m&#252;sse er aus der Asche des kr&#228;nksten unter den Patienten eine Tinktur herstellen, die er den anderen verabreicht.<br />
Nat&#252;rlich wollte niemand als der kr&#228;nkste Patient erkannt werden und daher ging es allen sofort besser.</p>
<p>Ursula von der Leyen ist &#196;rztin. Im Moment behauptet sie, Arbeits- und Sozialministerin zu sein.<br />
Um die Anzahl der Hartz IV-Empf&#228;nger zu senken, will sie das Konzept der B&#252;rgerarbeit einf&#252;hren. B&#252;rgerarbeit bedeutet, dass alle Hartz IV-Empf&#228;nger, die sich als „unvermittelbar“ erweisen, gemeinn&#252;tzige Dienste ausf&#252;hren sollen: Hilfe in Alters- und Pflegeheimen, in &#246;ffentlichen Parks aufr&#228;umen. Als Beispiel. Der Lohn daf&#252;r soll bei 7 EUR die Stunde liegen.<br />
In K&#252;rze startet eine sechsmonatige Einf&#252;hrungsphase. Die Arbeitsagenturen werden versuchen, alle Langzeit-Hartz IV-Empf&#228;nger in den „ersten Arbeitsmarkt“ zu vermitteln. Frau von der Leyen rechnet mit 20% unvermittelbaren Personen. Diese „Restposten des Arbeitsmarktes“ sollen dann unsere Parks aufr&#228;umen und sich sonst gemeinn&#252;tzig bet&#228;tigen.<br />
Jetzt sind 7 Eur die Stunde nicht unbedingt die Welt, das sind bei den geplanten 30 Stunden pro Woche weniger als 900 EUR Brutto im Monat. Aus dem Empfang von Hartz IV kommen damit nur die Wenigsten heraus, eine vierk&#246;pfige Familie mit Kleinkind hat incl. Angemessener Miete einen h&#246;heren Anspruch. Auch ohne Elterngeld.<br />
Es ist ein klares Konzept: Die meisten Langzeitarbeitslosen, die z.B. aus gesundheitlichen Gr&#252;nden die Arbeit verloren haben und nun nicht mehr in qualifizierte Jobs zur&#252;ckfinden, werden auch unterqualifizierte Arbeiten annehmen, um nicht zu den Restposten des Arbeitsmarktes zu z&#228;hlen, die  sich ihr Hartz IV zuk&#252;nftig in gro&#223;en Teilen selber erarbeiten m&#252;ssen.<br />
Dennoch wird das ihre Chancen, wieder in ihren alten Beruf zur&#252;ckzukehren, reduzieren. Sie werden vermutlich den Rest ihres Arbeitslebens als ungelernte oder umgeschulte Seiteneinsteiger in Berufen arbeiten, f&#252;r die viele falsch oder &#252;berqualifiziert sind.<br />
Und die Chancen einer gelernten Hotelfachfrau, wieder als Hotelfachfrau Arbeit zu finden, wenn sie einige Zeit als Reinigungskraft gearbeitet hat, sind verst&#228;ndlicherweise nicht wirklich gut.<br />
Erst recht hat m&#246;glicherweise gar keine Chance, Arbeit oder einen Ausbildungsplatz zu erhalten, wer einmal in die „B&#252;rgerarbeit“ gerutscht ist.<br />
Hartz IV-Empf&#228;nger werden tats&#228;chlich schon l&#228;nger geringf&#252;gig f&#252;r ein paar Stunden in der Woche zu gemeinn&#252;tzigen Arbeiten herangezogen, das kennen wir schon ein paar Jahre. Kritik, dass dadurch Arbeitspl&#228;tze vernichtet w&#252;rden, wurde ausgehebelt. Es war Teil des Konzepts, dass nur Arbeit gemacht werden solle, die sonst keiner macht.<br />
Tats&#228;chlich habe ich erlebt, wie schwierig es war, im sozialen Bereich derartige Stellen &#252;ber die anerkannten Tr&#228;ger einzurichten, gleichzeitig aber „Hartzies“ in den Tr&#228;gerverb&#228;nden und Beh&#246;rden entdeckt, wo sie z.B. einfache B&#252;roarbeiten in der Poststelle ausgef&#252;hrt haben.<br />
Genauso sind die Stadtreinigungen schon heute eine Branche, die Parks s&#228;ubert, und das Geschirr wird auch heute in Alters- und Pflegeheimen schon abger&#228;umt. Diese Arbeiten bleiben defnitiv nicht liegen.<br />
Durch B&#252;rgerarbeit werden also Arbeitspl&#228;tze, die ansonsten mit ausgebildeten Kr&#228;ften besetzt w&#252;rden, durch den Einsatz von „Zwangsarbeitern“ vernichtet.<br />
Auch, wenn auf dem „ersten Arbeitsmarkt“ f&#252;r diese Stellen keine Besetzung gefunden wurde, ist die Zwangsbesetzung mit schwer vermittelbaren Hartz IV-Empf&#228;ngern ein B&#228;rendienst sowohl f&#252;r die gemeinn&#252;tzigen T&#228;tigkeiten als auch f&#252;r sp&#228;tere Generationen:<br />
Die Qualit&#228;t der Arbeiten wird gegen&#252;ber motivierten, freiwilligen und qualifizierten Mitarbeitern deutlich zur&#252;ckstehen<br />
Junge Menschen, die in genau diese Berufe hinein wollen, werden durch die wesentlich billigeren „B&#252;rgerarbeiter“ keinen Ausbildungsplatz finden.<br />
Bleibt zu hoffen, dass Ursula von der Leyen nicht auch noch Bildungsministerin wird. Nachher versucht sie, Eseln das Lesen beizubringen.<br />
<img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/6254a45fa800457cbbc4b3d8cf8e4c92" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=254&amp;md5=89ca73a68203b4f52819edd00c9afec3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alles halb so wild (Noch&#8217;n Update)</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2010/06/01/alles-halb-so-wild/</link>
		<comments>http://www.volkerkoenig.de/2010/06/01/alles-halb-so-wild/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 17:21:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kommt ja zu nix. Da hat man sich grade ein Thema ausgesucht, um mal etwas tiefer recherchiert zu bloggen, da tritt der Bundespr&#228;sident zur&#252;ck. Und - Pling! - kommt die Inspiration zu einem noch besseren Blogpost. Und was passiert?

Dann wird doch tats&#228;chlich unsere allerliebste Ursula von der Leyen als Kronprinzessin f&#252;r den Job ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kommt ja zu nix. Da hat man sich grade ein Thema ausgesucht, um mal etwas tiefer recherchiert zu bloggen, da tritt der Bundespr&#228;sident zur&#252;ck. Und &#8211; Pling! &#8211; kommt die Inspiration zu einem noch besseren Blogpost. Und was passiert?<br />
<span id="more-187"></span><br />
Dann wird doch tats&#228;chlich unsere allerliebste Ursula von der Leyen als Kronprinzessin f&#252;r den Job gehandelt.<br />
(Emp&#246;rung im Publikum, Zwischenrufe: &#8220;DIE?&#8221; &#8211; &#8220;Was? Zensursula?&#8221; &#8211; &#8220;OMG!!!111!!&#8221;)<br />
Ganz ruhig. Alles halb so schlimm.<br />
Niemand muss auswandern, niemand muss Asyl suchen.<br />
Schauen wir mal kurz zur&#252;ck, was Frau von der Leyen bislang so gemacht hat. Uns allen ist die Sache mit dem Zugangserschwerungsgestz noch klar. Die rhetorischen Kniffe, mit denen sie sich jegliche Diskussion zu verbitten versuchte, die falschen, verf&#228;lschten und zur&#252;ckgehaltenen Informationen, mit denen die Debatte gef&#252;hrt wurde.<br />
Und aktuell will sie <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/hartzer-zu-strassenfegern/">Hartzer zu Stra&#223;enfegern</a> umschulen.<br />
Diese Frau birgt als Ministerin explosives Potenzial. Ihre Meinung ist kanonisch, sie hat recht, und alle anderen irren. Zumindest trauen sie sich nicht, ihr &#246;ffentlich zu widersprechen. Und sie <a href="http://www.volkerkoenig.de/2009/07/16/liebe-ursula-von-der-leyen/">gesteht keine Fehler</a> ein, sondern redet alles noch schlimmer.<br />
Und das allerschlimmste ist: Diese Frau ist in der CDU so etabliert, dass wir sie so schnell nicht loswerden. Ministerposten auf Bundesebene oder &#8211; sollte die CDU mal in die Opposition gelangen &#8211; Wortf&#252;hrerschaft in der Fraktion sind ihr sicher.<br />
Was kann sie als Bundespr&#228;sidentin b&#246;ses anrichten?<br />
Schauen wir doch mal in <a href="http://de.wikipedia.org/">Wikipedia</a>, was ihre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_%28Deutschland%29">Aufgaben als Bundespr&#228;sidentin</a> w&#228;ren:</p>
<ul>
<li>sie vertritt die Bundesrepublik <a title="V&#246;lkerrecht" href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrecht">v&#246;lkerrechtlich</a>,</li>
<li>sie beglaubigt diplomatische Vertreter und</li>
<li>sie hat auf Bundesebene das <a title="Gnadenbefugnis" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gnadenbefugnis">Begnadigungsrecht</a>, welches sie allerdings  teilweise an andere Bundeseinrichtungen delegiert hat; sie kann aber  keine <a title="Amnestie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amnestie">Amnestie</a> aussprechen,</li>
<li>Gegenzeichnung, Ausfertigung und Verk&#252;ndung der Bundesgesetze durch  Bekanntmachung im <a title="Bundesgesetzblatt (Deutschland)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgesetzblatt_%28Deutschland%29">Bundesgesetzblatt</a>,</li>
<li>Vorschlagen eines Kandidaten zum <a title="Bundeskanzler (Deutschland)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzler_%28Deutschland%29">Bundeskanzler</a> zur Wahl durch den  <a title="Deutscher Bundestag" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bundestag">Bundestag</a> sowie dessen Ernennung und  Entlassung,</li>
<li>Ernennung und Entlassung von <a title="Bundesminister (Deutschland)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesminister_%28Deutschland%29">Bundesministern</a> auf Vorschlag  des Bundeskanzlers,</li>
<li>Ernennung und Entlassung von Bundesrichtern, Bundesbeamten, <a title="Offizier" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Offizier">Offizieren</a> und Unteroffizieren, sofern nichts anderes durch Anordnungen und  Verf&#252;gungen bestimmt ist,</li>
<li>M&#246;glichkeit zur Aufl&#246;sung des <a title="Deutscher  Bundestag" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bundestag">Bundestages</a> nach dreimalig gescheiterter Kanzlerwahl  oder einer gescheiterten Vertrauensfrage.</li>
<li>Verk&#252;ndung der Feststellung des <a title="Verteidigungsfall" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsfall">Verteidigungsfalls</a> und Abgabe  v&#246;lkerrechtlicher Erkl&#228;rungen nach Beginn eines Angriffes sowie</li>
<li>Einberufung des Deutschen Bundestages (abweichend von den  Parlamentsbeschl&#252;ssen)</li>
<li>Einberufung der Parteienfinanzierungskommission nach dem <a title="Gesetz &#252;ber die politischen Parteien" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_politischen_Parteien">Parteiengesetz</a></li>
</ul>
<p>Ansonsten repr&#228;sentiert sie nur.<br />
Sie kann keine Gesetzesvorlagen einbringen, sie wird keine Reden pro oder contra irgendetwas im Bundestag halten. Minister ernennen und entlassen kann sie nur, wenn der Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin das verlangt.<br />
Schlimmstenfalls verweigert sie die Unterschrift unter ein Gesetz. Und angesichts der teilweise fragw&#252;rdigen Gesetze, die von Horst K&#246;hler einfach so durchgewunken wurden (und die auch eine Ursula von der Leyen diskussionslos unterzeichnen w&#252;rde), kann es nicht schlimmer kommen, als es bis gestern Mittag war.<br />
Sehen wir das Positive: Sie hat Sahra Wagenknecht die Hoheit &#252;ber die Fr&#228;ulein-Rottenmeier-Frisur &#252;berlassen, sie ist eine eloquente und sicher auch stilvolle Repr&#228;sentantin der Bundesrepublik. Sie hat Auslandserfahrung. Und selbst, wenn sie Fettn&#228;pfchen findet, wie in der Indien-Argumentation pro Netzsperren&#8230; Leute, auch Heinrich L&#252;bke hat nicht zu internationalen Verwicklungen gef&#252;hrt:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=TB1abwuBakA">http://www.youtube.com/watch?v=TB1abwuBakA</a></p>
<p>Was spricht dagegen, sie den Job machen zu lassen, wenn dadurch sichergestellt wird, dass sie so lange keinen Ministerposten bekleidet?<br />
Also Arsch hoch, das Video von Stromae anwerfen und feiernt!</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jorxMQxsWVs">http://www.youtube.com/watch?v=jorxMQxsWVs</a></p>
<p><strong>Update:</strong><br />
Also doch nicht Frau von der Leyen, und Herr Sch&#228;uble auch nicht. Dabei h&#228;tte das &#8220;Endlagern&#8221; einer der beiden politischen Sollbrandstellen auf dem Prasident/innen-Posten durchaus Charme gehabt.<br />
Aber warum Wulff? Was hat er verbrochen, dass er von Frau Merkel entsorgt werden soll?<br />
Ich bin da schon eher f&#252;r Gauck. Der Mann, der die Stasi-Akten katalogisiert hat, hat durch seinen besonnenen und rechtsstaatlichen Umgang damit ein hohes Ansehen erworben. Und findet nicht nur im Netz Zustimmung (wie von <a href="http://wirres.net/article/articleview/5581/1/6/">@diplix</a>, <a href="http://www.wir-fuer-gauck.de/2010/06/06/wir-fur-gauck/">Herrn Lumma</a> oder dieser wundervollen <a href="http://der-gute-tweet.de/mygauck/">Twitteraktion von @codeispoetry</a>), sondern auch in den Medien. Und dort besonders in einem bew&#228;hrten, farb&#252;bergreifenden &#8220;Kampagnentribunal&#8221;, wie <a href="http://mspr0.de/?p=1366">mspr0</a> beobachtet.<br />
Ich sehe es trotz der auffallenden Kampagnennatur der pl&#246;tzlichen Pro-Gauck-Meldungen in BILD/WELT, F.A.Z. und SPIEGEL allerdings keinen Grund, mich nicht f&#252;r Gauck auszusprechen und auf eine <a href="http://www.ennomane.de/2010/06/05/merkeldaemmerung/">Merkeld&#228;mmerung</a> zu hoffen.<br />
<strong>Update 2:</strong><br />
Noch eine sch&#246;ne Aktion vom Pottblog: <a href="http://www.pottblog.de/2010/06/07/ich-unterstuetze-joachim-gauck-als-praesidentschaftskandidat-kleine-ecke-fuer-eigene-blogsinternet-seiten/">Eine Ecke in jedem Blog</a> f&#252;r Herrn Gauck reservieren. Sobald ich mein Theme editieren kann (geht nur von zu Hause) hab ich die Ecke auch.<br />
<strong>Update 3:</strong><br />
F!XMBR hat Gaucks Aktivit&#228;ten jenseits der Stasiaktenbeh&#246;rde <a href="http://www.fixmbr.de/ich-lass-mich-nicht-vergauckeln/">analysiert</a> und kommt zum Schluss, dass Ursula von der Leyen oder Christian Wullf &#8220;bessere Kandidaten&#8221; seien:</p>
<blockquote><p>Mit Joachim Gauck bek&#228;me Schwarz-Gelb ihren marktradikalen und neoliberalen Spielmacher, was weitreichende Folgen f&#252;r unseren Sozialstaat und die Schw&#228;chsten unserer Gesellschaft nach sich ziehen w&#252;rde.
</p></blockquote>
<p>Dabei steckt dahinter ein beliebter Denkfehler. Der Bundespr&#228;sident ist kein Spielmacher. Der wandert, radelt oder singt &#8220;Hoch auf dem gelben Wagen&#8221;. Um es mit den Worten des STERN <a href="http://www.stern.de/politik/geschichte/weizsaecker-rede-vom-8-mai-1985-als-der-bundespraesident-deutschland-befreite-1564725.html">zu sagen</a>:</p>
<blockquote><p>Das Amt des deutschen Bundespr&#228;sidenten ist ein Kuriosum: Er ist der erste Mann im Staat, doch er hat nur sehr wenig zu sagen. Deshalb muss der Pr&#228;sident viel Reden, um aufzufallen: zu Sylvester im Fernsehen, auf Staatsbesuchen in der ganzen Welt und sehr oft auch auf den unterschiedlichsten Gedenkveranstaltungen. Nur selten sagt er dabei etwas &#220;berraschendes, fast nie fallen Worte, die man so von noch keinem Politiker geh&#246;rt h&#228;tte. Wenn ein Bundespr&#228;sident eine Rede h&#228;lt, bleibt so gut wie immer alles im Rahmen des Erwartbaren.
</p></blockquote>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/b66e8a06c13644e497db94f6591188f4" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Second Hand Markt als Wirtschaftsgau</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2010/05/13/second-hand-markt-als-wirtschaftsgau/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 16:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige Tweets zum Thema rauschten schon durch die Timeline und dann kam der Link auf gulli.com dazu mit einem Hintergrundartikel. Gebrauchtsoftware, wird in diesem Artikel der Spieleentwickler Andrew Oliver zitiert, seien ein gr&#246;&#223;erer wirtschaftlicher Gau f&#252;r die Branche, als Raubkopien. 
Klar, dass Spielehersteller lieber ein Spiel 100 Mal verkaufen, statt es nur 50 Mal ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Tweets zum Thema rauschten schon durch die Timeline und dann kam der Link auf <a href="http://www.gulli.com">gulli.com</a> dazu mit einem <a href="http://www.gulli.com/news/gebrauchte-games-sind-schlimmer-als-raubkopien-2010-05-12">Hintergrundartikel</a>. Gebrauchtsoftware, wird in diesem Artikel der Spieleentwickler Andrew Oliver zitiert, seien ein gr&#246;&#223;erer wirtschaftlicher Gau f&#252;r die Branche, als Raubkopien. <span id="more-108"></span><br />
Klar, dass Spielehersteller lieber ein Spiel 100 Mal verkaufen, statt es nur 50 Mal zu verkaufen, weil es einen Gebrauchtspielemarkt gibt.<br />
Warum machen die Hersteller der Konsolenspiele daraus nicht eine Gesetzesinitiative? Ich wette, dass noch andere Branchen gerne aufspringen. </p>
<ul>
<li>Die Autoindustrie leidet doppelt unter dem Gebrauchtwagenmarkt. Einmal w&#228;re ohne Gebrauchtwagenmarkt nat&#252;rlich mehr Umsatz bei den Neuwagen angesagt. Und dann diese Lagerhaltung, denn besondere Ersatzteile werden noch mehr als ein Jahrzehnt nach Herstellung des Fahrzeugs nachgefragt. 10 Jahre sind die Hersteller zwar zur Lieferung von Ersatzteilen verpflichtet, aber es sieht in der Presse einfach schlecht aus, wenn es nach 20 Jahren den Zahnriemen oder den Bremssattel eines bestimmten Fahrzeugs nicht mehr gibt. </li>
<li>Die Modebranche &#8211; Second Hand L&#228;den schie&#223;en ja ins Kraut, Kinderkleidung wird bei eBay gehandelt. Das ist ein Skandal, wie sollen neue Trends sich je durchsetzen und die teuren Designer finanzierbar sein, wenn die Kunden gegen Marktgesetze versto&#223;en und Gebrauchtwarenhandel betreiben?</li>
<li>Buchverlager &#8211; es w&#252;rde sich lohnen, &#228;ltere B&#228;nde wieder aufzulegen, wenn es nicht diese l&#228;stigen Antiquare g&#228;be (von denen einige sogar im Web 2.0 PR f&#252;r sich machen!). Und &#252;berhaupt: Wer will schon alte B&#252;cher lesen? Die kennt doch schon jeder!</li>
</ul>
<p>Die Hersteller von M&#246;beln, Haushaltsger&#228;ten, Computern und Unterhaltungselektronik haben es geschafft, den Gebrauchtmarkt durch konsequente Qualit&#228;tssenkung trocken zu legen. Sollen die Spielehersteller das doch auch machen: Discs mit Konsolenspielen, die nach 18 Monaten verbleichen, Autos, die nach 5 Jahren immense Servicekosten haben oder, wenn man nicht in die Werkstatt geht, nach einem Jahr mit Motorschaden liegen bleiben, Mode, die auch bei sanftester W&#228;sche verbleicht &#8211; vielleicht sogar bei Sonnenlicht? &#8211; und B&#252;cher, die nach dreimaligem Lesen zur Loseblattsammlung werden.<br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/af990e8ed958458b9bd206d7e3d25f5c" width="1" height="1" alt=""/></p>
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