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	<title>Volker König</title>
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	<description>Heilpraktiker (Psychotherapie) und freier Journalist</description>
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		<title>Gedankenspiel zur &#8220;Content-Industrie&#8221; (Update)</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/04/02/gedankenspiel-zur-content-industrie/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 20:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Menschen befassen sich gerade mit dem Urheberrecht und es gibt eine Reihe unterschiedlichster Ansichten. Den meisten gemein ist, dass sie Urheberrecht und Verwertungsrecht verwechseln. Was gerade auf Seiten der Content-Industrie (also prim&#228;r der Verlage und Plattenlabels) nicht gesehen wird ist der Anschluss an neue Technologien, die sie durch ihr Beharren auf alten Rechtsmodellen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen befassen sich gerade mit dem Urheberrecht und es gibt eine Reihe unterschiedlichster Ansichten. Den meisten gemein ist, dass sie Urheberrecht und Verwertungsrecht verwechseln. Was gerade auf Seiten der Content-Industrie (also prim&#228;r der Verlage und Plattenlabels) nicht gesehen wird ist der Anschluss an neue Technologien, die sie durch ihr Beharren auf alten Rechtsmodellen ihrer Verwertungsrechte verpassen.<span id="more-605"></span><br />
Heute las ich den Artikel von <a href="http://www.malte-welding.com/2012/04/02/kurze-frage-eines-urhebers-wo-ist-mein-schotter/">Malte Welding</a> zum Thema. Seine Kernaussage:</p>
<blockquote><p>Die Behauptung, das Internet sei Schuld, dass es K&#252;nstlern finanziell schlecht gehe, w&#228;re dasselbe wie im Jahr 18hundertundeinpaargequetschte zu sagen, der Dichtkunst gehe es schlecht und schuld sei die Demokratie.</p></blockquote>
<p>Touché.<br />
Nehmen wir mal an, dass die Content-Industrie sich bei fr&#252;heren technischen Revolutionen genauso verhalten h&#228;tte, wie sie es heute tun.<br />
Im Jahre 1887 erfand <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Berliner">Emil Berliner</a> das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Berliner">Grammophon</a>. Schallaufzeichnungssysteme gab es schon vorher, z.B. Edisons Phonographen, aber die Schallplatte konnte &#252;ber eine Art Matrize repliziert werden. Diese Erfindung war f&#252;r die Verbreitung von Musik ungef&#228;hr das, was Gutenbergs Buchdruck mit beweglichen Lettern f&#252;r die Verbreitung von Schriften war.<br />
F&#252;r die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Grammophon">mit dieser Erfindung geborene</a> &#8220;Content-Industrie&#8221; und die Musiker selber war das Verfahren sicher: Das Grammophon kannte (noch) keine elektrische Verst&#228;rkung des Signals. Eine weitere Replikation schied aus technischen Gr&#252;nden f&#252;r Privatpersonen aus und so galt: Wer die Platte h&#246;ren will muss daf&#252;r Geld auf den Tisch legen.<br />
1923 gab es eine technische Neuerung. Die Elektrifizierung war fortgeschritten und es gab elektronische Verst&#228;rkersysteme. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guglielmo_Marconi">Gugliemo Marconi</a> hatte schon l&#228;ngst den Funktelegraphen erfunden und den Nobelpreis bekommen, und inzwischen konnte man auch T&#246;ne &#252;ber den &#196;ther schicken. 1923 begann mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Funk-Stunde_Berlin">Funk-Stunde Berlin</a> das erste deutsche Radioprogramm.<br />
Auf einmal konnten auch Menschen Schallplatten der Deutschen Grammophon h&#246;ren, die nicht einmal ein Grammophon besa&#223;en!<br />
Die <em>heutige</em> Content-Industrie h&#228;tte sofort ihre Lobbyisten in die Parlamente geschickt. Ein Verbot, Schallplatten &#252;ber den Rundfunk auszustrahlen, w&#228;re die geringste Forderung gewesen.<br />
Sp&#228;ter, als dann die Schallplatten bessere Tonqualit&#228;ten boten und mit der aufw&#228;ndigeren und qualitativ besseren Frequenzmodulation im UKW-Band auch bessere Tonqualit&#228;t m&#246;glich wurde, h&#228;tte die Content-Industrie sich eventuell durchgerungen, die Ausstrahlung von Musik auf amplitudenmodulierten B&#228;ndern wie Kurz- und Mittelwelle zu genehmigen.<br />
Die Konsequenz w&#228;re gewesen, dass die Rechteverwerter nie zu einer wirtschaftlich so m&#228;chtigen Industrie h&#228;tten werden k&#246;nnen, wie sie es heute sind.<br />
Der Musikmarkt lebt von Innovationen. Diese m&#252;ssen beworben werden, und die Ausstrahlung von neuer Musik im Radio ist die zwingende Voraussetzung daf&#252;r, dass die Musik auf Tontr&#228;gern gekauft wird.<br />
Ohne das Radio als Massenmedium w&#228;ren nie Hitparaden entstanden, die letztlich zur Verkaufswerbung dienen.<br />
Und ohne das Radio (und sp&#228;ter die Musiksendungen und -sender im Fernsehen) w&#228;ren Plattenlabels wie Sony, Warner oder BMG nie zu so m&#228;chtigen Firmen geworden, weil sie keine Werbekan&#228;le gehabt h&#228;tten.<br />
Wir befinden uns gerade in der n&#228;chsten technischen Revolution durch digitale Medien und das Internet. Radiosender, die &#252;ber den &#196;ther ausstrahlen, werden immer unwichtiger. Ich selbst habe in meiner Stereoanlage ein Webradio installiert, das mir neben den spannenden und konzernunabh&#228;ngigen &#8220;Sendern&#8221; auch 1LIVE &#038; Co per DSL und WLAN ins Haus liefert. Vielleicht werden Radiosender in ein paar Jahren nur noch im Auto und am Strand per UKW-Rundfunk geh&#246;rt und streamen ansonsten ihre Programme ins Internet, wo sie weitaus interaktivere und individuellere M&#246;glichkeiten haben, die wir heute noch gar nicht sehen.<br />
Wenn die gro&#223;en Unternehmen der Content-Industrie diesen Weg weiter nicht beschreiten wollen, wird ihr vielleicht das passieren, was am Ende des Perm den Dinosauriern geschah: &#196;nderungen der Lebensbedingungen gaben kleineren, flexibleren und anpassungsf&#228;higeren S&#228;ugetieren immense evolution&#228;re Vorteile.<br />
Durch die steigenden Verkaufszahlen &#8220;virtueller Medien&#8221; &#252;ber Dienste wie iTunes und Napster werden die CD-Werke und Vertriebswege der gro&#223;en Labels &#252;berfl&#252;ssig, durch Social Media werden die herk&#246;mmlichen Marketingkan&#228;le abgel&#246;st.<br />
Die Zahl der etablierten Musiker, die Musik digital sogar als Marketingweg verschenken, w&#228;chst: unter <a href="http://livemetallica.com/">www.livemetallica.com</a> kann man legal hunderte von Konzertmitschnitten von Metallica herunterladen, Seeed hat die Single &#8220;Molotov&#8221; eine Weile gratis ins Netz gestellt, Stars wie Lady Gaga leben geradezu im Internet und schaffen es alleine <a href="http://www.netzwelt.de/news/85963-allein-download-verkaeufe-lady-gaga-platz-1-deutschen-charts.html">mit Singleverk&#228;ufen per Internet auf Platz 1</a> der Charts.<br />
Haben wir gerade die einmalige Chance, Dinosaurier beim Aussterben zu beobachten, oder h&#246;ren sie noch vor ihrem Untergang die Zeichen der Zeit?</p>
<p><b>UPDATE:</b> Der Lindenstra&#223;en-Produzent Hans W. Gei&#223;end&#246;rfer hat die medialen Ver&#228;nderungen verstanden und will sie nutzen, die auf dem Markt unsichtbaren deutschen Kinofilme wieder <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geissendoerfer-plant-Portal-mit-deutschen-Kinofilmen-1498673.html">sichtbar zu machen</a>.<br />
Und Dietrich Br&#252;ggemann beschreibt, wie er als Kreativer am Urheberrecht beizeiten verzweifelt, als Konsument schon in der <i>neuen Welt</i> <a href="http://d-trick.de/blog/mein-plattenladen-heist-herunterladen/">angekommen ist</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn ein Buch, ein Film oder ein Lied mich wirklich ber&#252;hrt, dann ber&#252;hrt es eine ganz andere Abteilung in meinem Kopf als die Finanzverwaltung. Und das ist auch das Gesch&#228;ftsmodell der Indie-Labels, deren Musik ja das vergangene Jahrzehnt ma&#223;geblich gepr&#228;gt hat. Die machen Musik, die von Leuten wirklich geliebt wird. Das bewegt sich finanziell immer auf d&#252;nnem Eis, aber irgendwie funktioniert es dann doch. Ich empfinde die Musiklandschaft jedenfalls heute als deutlich reichhaltiger und interessanter als vor zehn oder zwanzig Jahren.</p></blockquote>
<p>Und hier noch eine sehr ausf&#252;hrliche Erkl&#228;rung von Wolfgang Messer, was alles schon <a href="http://fastvoice.net/2012/04/02/eine-kurze-geschichte-vom-kopieren-und-kapieren/">der Tod der Musikindustrie</a> gewesen sein sollte mit einem klaren Fazit:</p>
<blockquote><p>Die L&#246;sung w&#228;re &#8211; lange vorher &#8211; das bekannte Motto “if you can’t beat them, join them” gewesen. Statt eine Technologie oder ge&#252;bte Praxis mit politischer Lobbyarbeit, seltsamen Einschr&#228;nkungen (SCMS- und DRM-Kopierschutz, Regionalcodes etc.) und wenig wirksamen Reglementierungen zu bek&#228;mpfen, h&#228;tte die Medienproduktions- und Verwertungsindustrie versuchen m&#252;ssen, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen. [...]<br />
Inzwischen &#8211; wo mal wieder eine heftige Diskussion &#252;ber Urheber- und Nutzungsrechte im Digitalzeitalter tobt (die wievielte eigentlich in den letzten 30 Jahren?), ist das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern schon l&#228;ngst eine Wachsleiche.</p></blockquote>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fbea42484d074982afa50c6e4cbd9490" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=605&amp;md5=31b097678b580cbd4168be9a2b192b66" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Urheberrecht III</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/03/30/urheberrecht-iii/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 11:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Diskussionen um die dringend notwendige Urheberrechtsnovelle und ihre Lagerbildung zeigen deutlich, dass &#252;ber einen Kamm geschoren werden soll, was nicht &#252;ber einen Kamm passt.
Es gibt in der Tat mehrere Arten Urheber, die auf Grund ihrer unterschiedlichen Interessen grunds&#228;tzlich unterschiedliche Anforderungen an ihren gesetzlichen Schutz stellen.
Auch, wenn der Begriff des "geistigen Eigentums" zu Recht ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussionen um die dringend notwendige Urheberrechtsnovelle und ihre Lagerbildung zeigen deutlich, dass &#252;ber einen Kamm geschoren werden soll, was nicht &#252;ber einen Kamm passt.<br />
Es gibt in der Tat mehrere Arten Urheber, die auf Grund ihrer unterschiedlichen Interessen grunds&#228;tzlich unterschiedliche Anforderungen an ihren gesetzlichen Schutz stellen.<span id="more-600"></span><br />
Auch, wenn der Begriff des &#8220;geistigen Eigentums&#8221; zu Recht umstritten ist, m&#252;ssen Urheber auch auf einen Schutz ihrer Werke vor arttypisch zu erwartendem Missbrauch rechnen k&#246;nnen.<br />
&#8220;Der Netzgemeinde&#8221; a.k.a. &#8220;den Piraten&#8221; wird gemeinhin unterstellt, alles umsonst haben zu wollen. Befeuert wird das u.a. durch (fr&#252;here) Aussagen aus der Piratenpartei, dass Schutzrechte f&#252;r Urheber am besten 10 Jahre nach der Ver&#246;ffentlichung verfallen und die Werke gemeinfrei werden. Dieser Vorsto&#223; f&#252;hrte &#8211; auch bei &#252;berzeugten Pirat/inn/en <a href="http://www.mela.de/archives/1287-Das-Geschenk-der-Piratenpartei-an-die-Verwerter.html">zu Widerspruch</a>.<br />
Wer sich die gesammelten <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Urheberrecht">Gedanken der Piratenpartei</a> zum Urheberrecht mal genau ansieht, der erkennt, dass es eben nicht um eine Gratiskultur geht.<br />
Sie bem&#228;ngeln vielmehr die Allmacht der Verwertungsindustrie &#8211; also der Plattenlabels, Filmstudios, Buch- und Zeitungsverlage. Diese definieren, was auf den Markt kommt, zu welchem Preis, in welcher Form und f&#252;r welchen Zeitraum.<br />
Die aus kommerziellen Gr&#252;nden k&#252;nstlich geschaffene Knappheit beschr&#228;nkt die kulturelle Vielfalt, was ausschlie&#223;lich zu Lasten der Urheber und der Konsumenten geht.<br />
Soweit sind die verschiedenen <i>Urhebertypen</i> in ihren Interessen gleich.<br />
Ebenfalls allen Urhebern gleich ist der Wunsch, keine Buyout-Vertr&#228;ge abschlie&#223;en zu m&#252;ssen, weil es keine Verwerter gibt, die weniger als ein ausschlie&#223;liches Verwertungsrecht in allen heutigen und zuk&#252;nftigen Verwertungsformen f&#252;r jetzt und immerdar fordern. Um diese Unsitte auszumerzen bedarf es einer gesetzlichen Regelung, denn <i>der Markt regelt es offenkundig nicht</i>.<br />
Die konkreten weiteren Forderungen weichen je nach Werks- und daher Urhebertyp ab.<br />
<b>Wissenschaftliche Publikationen</b><br />
Wer wissenschaftlich arbeitet hat gro&#223;es Interesse an der Ver&#246;ffentlichung seiner Ergebnisse. Publikationen sorgen f&#252;r Resonanz, Reflexion der Arbeiten und Fortf&#252;hrung der Forschung.<br />
Und f&#252;r einen guten Namen des Publizierenden. Der <i>lebt</i> zwar nicht von den Publikationen, aber er ben&#246;tigt sie und damit ihre Verf&#252;gbarkeit als Investition in seine berufliche Zukunft.<br />
Forschungsprojekte sind oft zeitlich befristet &#8211; nach Projektende suchen die Teilnehmer neue Projekte, und wenn ihre Qualifikation durch Publikationen schon nachgewiesen ist, m&#252;ssen sie sich gar nicht mehr bewerben, sondern werden selber gesucht.<br />
Doch auch Fachverlage wollen die Nutzungsrechte f&#252;r Publikationen <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/10/151310">im Buyout bekommen</a> &#8211; exklusiv und auf immer und ewig, auf die Gefahr hin, dass ein nicht mehr aufgelegtes Fachbuch zur Verknappung des enthaltenen Wissens und Rufs des Autors f&#252;hrt.<br />
Das macht die Forderung verst&#228;ndlich, dass die Schutzfrist des Urheberrechts, die dieses und die abgeleiteten Verwertungsrechte in Deutschland derzeit bis 75 Jahre nach dem Tod des Urhebers ausdehnt, sp&#228;testens 10 Jahre nach der Erstver&#246;ffentlichung enden solle.<br />
Das ist eine f&#252;r Wissenschaftler verst&#228;ndliche Forderung: Der Verlag hat an meiner Ver&#246;ffentlichung verdient, jetzt soll die Erkenntnis wieder Gemeingut werden, damit <i>die Wissenschaft</i> weiterkommt. Denn &#8211; wie gesagt &#8211; Wissenschaftler <i>leben</i> nicht von der Publikation ihrer Ergebnisse, aber sie leben <i>f&#252;r</i> ihre leichte Verf&#252;gbarkeit. Das Problem ist also nicht das Recht des Urhebers an seinem Werk &#8211; also das Urheberrecht &#8211; sondern die ausufernd geforderten Nutzungsrechte der Verlage.<br />
<b>Schriftsteller</b><br />
Wer Belletristik schreibt hat im Normalfall ein gro&#223;es Interesse daran, dass die Schutzrechte wenigstens bis zum eigenen Tod gewahrt bleiben. Er lebt eben nicht von Forschungsauftr&#228;gen, sondern davon, dass er die eigenen urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werke vermarktet. Das kann er auch heute noch nicht im Alleingang, er ben&#246;tigt dazu Verlage.<br />
Diese haben jedoch in den letzten Jahrzehnten ihre ursprungliche Rolle als Dienstleister der Urheber und Venturekapital-Geber abgelegt und sind zur herrschenden Macht geworden.<br />
Schrifsteller f&#252;rchten nat&#252;rlich, dass eine Schutzfristverk&#252;rzung ihnen die wirtschaftliche Grundlage stiehlt. Hingegen w&#252;rde ein Schutz vor Buyout-Klauseln im Vertrag ihnen die M&#246;glichkeit geben, von Verlagen nicht mehr verlegte Werke zur&#252;ckzuziehen oder beispielsweise die Filmrechte selber zu vermarkten.<br />
<b>Journalisten</b><br />
Ich kenne das Problem selber: Man schreibt was und bekommt Geld f&#252;r das Recht einer Zeitung, den Text zu ver&#246;ffentlichen. Das Thema ist ein Dauerbrenner, daher bringt die Zeitung den Text in einem Sonderheft nochmal und der Verlag druckt ihn in den beiden Schwesterheften nochmal gek&#252;rzt, um ihn schlie&#223;lich vom Redakteur mit einem anderen Artikel von einem anderen Autor vermischen zu lassen, damit f&#252;r die Website auch ein passender Text vorhanden ist.<br />
Das hat mehrere zielich dumme Auswirkungen:</p>
<ul>
<li>Fr&#252;her konnte ich die grundlegenden Texte mit zeitlichem und r&#228;umlichem Abstand und mit individuellen Anpassungen mehreren Verlagen verkaufen</li>
<li>der Verlag mit dem ausschlie&#223;lichen Nutzungsrecht Verdient durch meinen Text mehr, als ich absehen konnte, ohne, dass ich nachverhandeln kann</li>
<li>Es werden schnell sinnentstellte Versionen ohne meinen &#8220;Segen&#8221; ver&#246;ffentlicht, die im Zweifel an meinem Ruf kratzen</li>
</ul>
<p>Matthias Spielkamp hat sich sehr lesenswert zu diesem Thema <a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/offener-brief-an-gabor-steingart-uber-verlage-freie-autoren-urheberrecht-und-innere-pressefreiheit/">mit dem Handelsblatt &#252;berworfen</a> und zeigt, warum freie Journalisten unzufrieden sind. Rechtsanwalt Thomas Stadler <a href="http://www.internet-law.de/2012/03/wie-das-handelsblatt-mit-autoren-umgeht.html">bringt es auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>Es ist nicht das Internet, sondern es sind die Verlage, die nicht angemessen bezahlen. Was hier helfen w&#252;rde, w&#228;re ein weiterer Ausbau des Urhebervertragsrechts zugunsten der tats&#228;chlichen Urheber, damit Knebelvertr&#228;ge wie die des Handelsblatts endlich der Vergangenheit angeh&#246;ren. Entsprechend effektive gesetzliche Regelungen hat die Verlagslobby aber bereits vor 10 Jahren erfolgreich zu verhindern gewusst.</p></blockquote>
<p><b>Komponisten, Musiker</b><br />
Einiges, was diese Urheber angeht, hab ich im Offenen Brief an Sven Regener schon vor ein paar Tagen gesagt.<br />
Konzerte als solide Einnahmequellen anzunehmen halte ich bei Popmusik f&#252;r nicht realistisch. Wichtig f&#252;r Musiker (sowohl die Komponisten als auch die ausf&#252;hrenden K&#252;nstler, sofern diese nicht identisch sind) ist aber auch das Ende der Knebelvertr&#228;ge, gegen die auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Prince_%28musician%29#Stage_names">Superstars protestieren</a>.</p>
<p>Die Anforderungen der verschiedenen Urhebertypen sind unterschiedlich, aber ihre Probleme sind &#228;hnlich. Oder, um es nochmal <a href="http://d-64.org/das-urheberrecht-ist-nicht-das-problem/">mit Matthias Richel zu sagen</a>: Das Urheberrechte ist (nicht) das Problem.<br />
<b>Das Problem ist das Verwertungsrecht und die Art, wie es ausge&#252;bt wird.</b><br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/fa258fad8427420c90c84a045168b1f6" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=600&amp;md5=0717738d08342a1b1306146fc9aea967" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an Sven Regener</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/03/23/offener-brief-an-sven-regener/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 12:47:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Sven Regener, 
Du bist nicht viel &#228;lter als ich. Wir stammen beide aus einer Zeit, in der das Radio die Musik bestimmte, die wir h&#246;rten.
Und es sollte mich sehr wundern, wenn Du damals nicht auch einen Haufen Cassetten mit raubkopierter aufgenommener Musik um Schrank gehabt h&#228;ttest.
Die Zeiten haben sich ge&#228;ndert, und daran ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Sven Regener,<br />
Du bist nicht viel &#228;lter als ich. Wir stammen beide aus einer Zeit, in der das Radio die Musik bestimmte, die wir h&#246;rten.<br />
Und es sollte mich sehr wundern, wenn Du damals nicht auch einen Haufen Cassetten mit <strike>raubkopierter</strike> aufgenommener Musik um Schrank gehabt h&#228;ttest.<br />
Die Zeiten haben sich ge&#228;ndert, und daran ist nicht nur das Internet Schuld, wie Du im <a href="http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html">Interview auf BR</a> polterst.<span id="more-594"></span><br />
Ich kann Dich verstehen, die derzeitige Situation macht mich genauso w&#252;tend, wie Dich, aber sie ist viel komplexer, als Du sie darstellst.<br />
Du hast Recht, dass die Indy-Labels, die fr&#252;her Musik abseits des Mainstreams erm&#246;glicht haben, in der alten Form nicht mehr so zahlreich existieren.<br />
Das hat verschiedene Gr&#252;nde, und einer davon ist, dass die gro&#223;en Labels sehr viel Raum einnehmen und sehr viel Macht haben. Und da sie &#8211; wie alle &#8211; Angst vor dem Tod und vor Ver&#228;nderung haben, haben sie einfach die Augen zu gemacht, ihre Lobbyisten in die Parlamente geschickt und die digitale Revolution verschlafen.<br />
Damals, als wir jung waren, gab es Musik auf Vinyl. Wir haben untereinander Platten getauscht und auf Cassette aufgenommen &#8211; die Qualit&#228;t war etwas schlechter, aber noch Ok.<br />
Kopiert haben wir damals alle. Du, ich, die Juristen, die heute f&#252;r Sony mutma&#223;liche Tauschb&#246;rsennutzer abmahnen. Autoradios mit Cassettenrekorder gibt es schon seit den 1970ern, und wir alle haben uns Platten auf Cassette kopiert, um sie auch im Auto h&#246;ren zu k&#246;nnen.<br />
Kopieren aber war der Musikindustrie schon immer ein Dorn im Auge, sie h&#228;tten uns f&#252;rs Autoradio am liebsten alle Alben nochmal auf Cassette verkauft. Daf&#252;r wurde dann die Kopiertantieme erfunden. Diese Geb&#252;hr auf jede Leercassette wurde an die GEMA abgef&#252;hrt, die Aussch&#252;ttung kriegen die <i>Urheber</i>, also Komponisten und Texter wie Du.<br />
1979 kam der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walkman">Walkman</a> raus und sorgte f&#252;r noch mehr Cassetten, auf die Platten von ihren Eigent&#252;mern f&#252;r die eigene Nutzung aufgenommen wurden.<br />
Mit der Erfindung der CD hofften die gro&#223;en Labels, endlich dem Kopieren Einhalt zu gebieten; der Qualit&#228;tsunterschied zur Cassette ist wirklich betr&#228;chtlich. Aber wir haben immernoch die Alben auf Cassette aufgenommen, um unterwegs Musik h&#246;ren zu k&#246;nnen.<br />
Das endete, als CDs auf jedem PC kosteng&#252;nstig kopiert werden konnten.<br />
Parallel kam das Internet ins Spiel und brachte ganz neue mediale M&#246;glichkeiten mit sich. Die Labels sahen die neuen Chancen jedoch nicht und versuchten stattdessen, Kopierschutzverfahren f&#252;r CDs zu erfinden, die teilweise (wie Sonys Root-Kit) meinen PC umkonfigurieren wollen oder nicht mehr garantiert auf allen CD-Playern liefen.<br />
Der firmenunabh&#228;ngige Standard <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mp3">MP3</a> existierte seit Mitte der 1990er und stand, wie vorher Vinyl oder die CD, als standardisiertes Format zur Distribution bereit. Daran scheiterte der Aufbruch der gro&#223;en Labels in die digitale Welt also nicht.<br />
Er scheiterte, weil sie MP3 zum Teufelswerk und Tod der Musikindustrie redete und durch die zwanghaften Versuche, irgendwelche propriet&#228;ren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Rechteverwaltung">DRM-Systeme</a> zu erfinden, selbst kein tragf&#228;higes Konzept auf die Kette bekamen.<br />
Denn damit das Konzept tragf&#228;hig wird, m&#252;ssen wir als Konsumenten Investitionssicherheit haben.<br />
Plattenspieler gibt es bis heute zu kaufen und die erste je ver&#246;ffentlichte CD (The Visitors von ABBA, 1981) kann ich auch im modernsten BlueRay-Player noch abspielen. Ich kaufe den Song auf einer runden Scheibe und meine Erben k&#246;nnen ihn noch abspielen, wenn ich l&#228;ngst tot bin.<br />
DRM-Systeme binden die Songs entweder &#252;ber einen Code an einen bestimmten Player oder verlangen, dass     per Internet online vor dem Abspielen gepr&#252;ft wird, ob ich den Song rechtm&#228;&#223;ig erworben habe.<br />
So eine Bindung an einen bestimmten Player ist nat&#252;rlich Bullshit, wer w&#252;rde schon f&#252;r jeden neuen CD-Player alle CDs nochmal neu kaufen?<br />
Genauso unsinnig sind die netzgebundenen DRM-Konzepte, denn sie machen mich als Konsumenten davon abh&#228;ngig, dass irgendwo im Internet ein Server steht, der meinem Player erlaubt, die Songs abzuspielen.<br />
Und tats&#228;chlich schalteten MSN-Music und Yahoo ihre DRM-Systeme 2008 ab, weil sie sich nicht durchsetzen konnten. Wer dort Musik gekauft hatte, konnte ab der Schlie&#223;ung die legal erworbenen Abspiellizenzen nicht mehr auf neue Abspielger&#228;te &#252;bertragen. Ganz gro&#223;es Kino, sag ich da nur.<br />
Ich hab &#8211; ganz ehrlich &#8211; seit der Einf&#252;hrung der ersten Kopierschutzsysteme f&#252;r CDs kaum noch Musik gekauft. Alte Alben ohne Kopierschutz gerne, aber sobald mir die Labels verbieten wollen, Musik f&#252;rs Auto (wo auch l&#228;ngst CDs liefen) zu kopieren, oder analog zum Walkman auf einen MP3-Player zu spielen, ist das f&#252;r mich genauso Bullshit wie die fehlende Investitionssicherheit bei DRM-gesch&#252;tzter Musik.<br />
Aber die gro&#223;en Labels sind nunmal Gewinnmaximierungsbetriebe, die sowohl Euch K&#252;nstler als auch uns Konsumenten ausschlie&#223;lich zur Gewinnerzielung nutzen. Erinnerst Du Dich an die Zeit, als <strike>Prince</strike> <strike>komisches Zeichen</strike> <strike>The Artist formerly known as Prince</strike> Prince sich &#8220;Slave&#8221; in seinen Dreitagebart rasiert hatte, weil Sony ihn nicht nur nicht aus seinem Vertrag &#252;ber (ich glaube) 10 Alben herausgelassen hat, sondern ihm auch noch Vorgaben machen wollte, was er abzuliefern hat?<br />
Das gleiche passierte auch George Michael, der &#252;ber etliche Jahre nur halbgare Remixes ablieferte, weil er vermutlich von den Tantiemen f&#252;r &#8220;Last Christmas&#8221; gut leben kann und sich nicht &#252;ber Geb&#252;hr prostituieren wollte.<br />
Und das steht in den USA K&#252;nstlern ins Haus, die sich auf eine 1978 eingef&#252;hrte Schutzklausel aus den dortigen Gesetzen berufen werden. Danach k&#246;nnen K&#252;nstler den Labels <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36517/1.html">die Vertriebslizenzen nach 35 Jahren wieder entziehen</a>. N&#228;chstes Jahr gilt das f&#252;r alle Songs, die in den USA bis 1978 ver&#246;ffentlicht wurden. Das soll Komponisten und Texter wie Dich sch&#252;tzen. Und die Labels? Argumentieren, dass Ihr K&#252;nstler Angestellte der Labels seid (&#8220;work for hire&#8221;) und das Gesetz f&#252;r Euch gar nicht gilt.<br />
Du hast das Gl&#252;ck, seit &#252;ber 20 Jahren in einer Indy-Nische recht unbeeinflusst von Konzernw&#252;nschen Rock&#8217;n'Roll machen zu k&#246;nnen. Und heute ist es so, dass gerade junge, noch nicht etablierte Indy-Musiker vom Internet unglaublich profitieren. Und das ist meiner Meinung nach auch der Grund daf&#252;r, dass die Indy-Labels in der Form, wie wir sie von fr&#252;her kennen, nicht mehr allzu zahlreich sind.<br />
MySpace hat nicht nur den Arctic Monkeys eine Plattform gegeben, v&#246;llig ohne Label wahrgenommen zu werden und einen Plattenvertrag zu bekommen.<br />
Auch Youtube ist gerade f&#252;r die Indy-Szene ein wichtiger Kanal. Such dort mal zum Beispiel nach Chris Cendana oder DubFX &#8211; ich hab beide &#252;ber verlinkte Youtube-Videos entdeckt und inzwischen auf den jeweiligen Vertriebsportalen auch Alben gekauft (als MP3 nat&#252;rlich). Oder glaubst Du, Lana del Rey h&#228;tte mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Video_Games_%28Lied%29">Video Games</a> einen solchen Erfolg gehabt, wenn es <i>nicht</i> auf Youtube abrufbar gewesen w&#228;re?<br />
Und auch Element of Crime profitiert von Youtube. Die meisten Videos mit Eurer Musik hat zwar das Label sperren lassen, aber es gibt einige Schnipsel aus einem Liveauftritt im NDR, die ich schon &#246;fter als Beispiel f&#252;r Eure Musik verschickt und verlinkt hab. Allein durch die systembedingt schlechtere Tonqualit&#228;t bei Youtube habt Ihr durch diese Livevideos mehr CDs verkaufen k&#246;nnen als wegen der Videos liegen geblieben sind. Das meint &#252;brigens auch <a href="http://11k2.wordpress.com/2012/03/22/sven-regener-du-erzahlst-unsinn-und-ich-erklar-dir-warum/">Fritz Effenberger</a>, wenn auch mit deftigeren Worten als ich.<br />
Tats&#228;chlich habe ich seit 2007 so viel Musik gekauft nie nie zuvor. Seit 2007 bin ich Napster-Kunde mit Flatrate, und kann alle Alben und Songs ausgiebig probeh&#246;ren (wie ich es fr&#252;her im Musikshop gemacht habe), um dann die guten als MP3 zu kaufen. Und von der Stereoanlage &#252;ber das Handy bis zum Autoradio kann ich Deine Songs, die ich bei Napster gekauft habe, &#252;berall h&#246;ren. Wie fr&#252;her.<br />
Und wenn Du mal das Gejammer der Labels &#252;ber die Sch&#228;den durch <a href="http://neusprech.org/raubkopie/">Raubkopien</a> mit den tats&#228;chlichen und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc#Geschichte">offiziellen Verkaufszahlen</a> vergleichst, wirst Du Dir die Augen reiben. Der Zenith des CD-Verkaufs war 2001, es gab einen Einbruch 2003 und danach stagnierten die Zahlen bis 2010. Woran der Einbruch lag ist kaum nachzuvollziehen. Ich tippe drauf, dass mehrere Dinge zusammen kamen: Menschen, die wie ich den Kopierschutz ablehnten, die ersten legalen Kauf- und Downloadm&#246;glichkeiten f&#252;r DRM-gesch&#252;tzte Musik, und Menschen, die (wie ich wieder) auf neue, investitionssichere Techniken warteten.<br />
Und tats&#228;chlich: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napster">&#8220;Ur-Napster&#8221;</a>, also eine der Gr&#252;ndungscommunities der &#8220;Raubkopieszene&#8221;, wurde ausgerechnet im Juli 2001 aus rechtlichen Gr&#252;nden geschlossen. Hingegen begann 2003, also ungef&#228;hr zusammen mit dem deutlichen R&#252;ckgang der CD-Verk&#228;ufe, sukzessive der Regelbetrieb des von BMG gekauften, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napster_%28Online-Musikdienst%29">legalen Napster</a> und parallel anderer Onlinemusikh&#228;ndler.<br />
Zum Beispiel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ITunes">iTunes</a>. Und da ist auch der Einbruch der CD-Verkaufszahlen von 2009 auf 2010 gekl&#228;rt: Seit 2008 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/IPhone#Verkaufszahlen">verdoppelt sich die Zahl der neu verkauften iPhones</a> j&#228;hrlich. 2008 kam auch das erste Android Smartphone auf den Markt, im Dezember 2011 meldete Google, dass <a href="http://www.techspot.com/news/46753-google-now-activating-700000-android-devices-per-day.html">t&#228;glich 700.000</a> Android-Handies erstmals aktiviert werden. Und jetzt rate mal, auf welchen mobilen Ger&#228;ten die meisten MP3 gehrt werden? Genau: Auf Handies. Hier entsteht offensichtlich ein unglaublicher Markt, den es zu erschlie&#223;en gilt!<br />
Sven, mit 10 Jahren Versp&#228;tung ist die Musikindustrie widerwillig in der digitalen Welt angekommen, und das auch nur durch die Geburtshilfe von ein paar vision&#228;ren Menschen aus der Computerindustrie wie Steve Jobs.<br />
Die sinkenden CD-Verkaufszahlen zeigen <i>nicht</i>, dass mehr raubkopiert wird, sondern, dass die Menschen bereit sind, f&#252;r rechts- und investitionssichere digitale Musikdateien Geld auszugeben.<br />
Dass vorher so viel unerlaubt kopiert wurde hat einen einfachen Grund: Wir wollten mit MP3 als Technologie die Party feiern und haben Euch eingeladen, aber Ihr seid nicht gekommen und die Labels haben mit dem Kopierschutz auf neuen Alben sogar <i>ausdr&#252;cklich verboten</i>, dass diese als MP3 abgespielt werden.<br />
Gerade Ihr Indy-Musiker k&#246;nntet vom Internet auch finanziell profitieren, wenn nicht Interessentr&#228;ger wie die Majors oder auch die GEMA dagegen w&#228;ren. Du bist, wie die meisten Musiker, Mitglied der GEMA.<br />
Au&#223;erhalb des Netzes macht die GEMA den lokalen Szenekneipen schon lange <a href="http://www.morgenpost.de/kultur/article1012663/Musik_Gebuehren_gefaehrden_Berliner_Clubs.html">das Leben schwer</a> und <a href="http://www.stern.de/panorama/fuers-singen-bezahlen-gema-mahnt-kindergaerten-ab-1638029.html">mahnt Kinderg&#228;rten ab</a>, die den Kleinen Volksgut beibringen wollen. Das ist schon weltfremd genug und zeigt, dass das Urheberrecht inzwischen komplett schief gewickelt ist. Es sch&#252;tzt nicht den K&#252;nstler, also Dich, sondern nur sich selber als System.<br />
Absurd ist es dann, wenn GEMA-Mitglieder, die ihre Songs im Internet anbieten, der GEMA Tantiemen <i>zahlen</i> m&#252;ssen:</p>
<blockquote><p>Wenn zum Beispiel eine Komponistin, die bei der GEMA gemeldet ist, ihre eigenen St&#252;cke auf ihrer Homepage zum Herunterladen anbieten will, muss sie daf&#252;r ein Entgelt entrichten &#8211; 0,125 Euro pro Download (Stand Juni 2006). Das kann je nach Anzahl der Downloads viel Geld kosten. Seit Sommer 2006 bietet die GEMA zwar einen kostenlosen Tarif f&#252;r die „Eigenpr&#228;sentation von GEMA-Mitgliedern“, allerdings nur f&#252;r den Abruf als Stream, nicht als Download.<br />
Quelle:<br />
<href="http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/djordjevic_verwertungsgesellschaften/djordjevic_verwertungsgesellschaften.html">Valie Djordjevic, Verwertungsgesellschaften – Im Dienste der Urheber</a></p></blockquote>
<p>Du siehst, dass das Urheberrecht in der heutigen Form Urheber und Konsumenten benachteiligt. Bei den offiziellen Verhandlungen &#252;ber Reformen werden wir aber ausgesperrt, die f&#252;hren die Rechteverwerter mit der Politik.</p>
<p><b><i>Das</i> ist der wirkliche Skandal.</b></p>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/a220f39c666942b082fd14c0a66bf377" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=594&amp;md5=12481f29b7a70de92084b9b534c7d814" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum ich DE-Mail nicht nutzen m&#246;chte</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/03/06/warum-ich-de-mail-nicht-nutzen-mochte/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 12:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.volkerkoenig.de/?p=584</guid>
		<description><![CDATA[Gerade l&#228;uft in Hannover die CeBIT und auch dort ist DE-Mail wieder ein Thema. Aktuell startet die T-elekom ihr DE-Mail-Angebot in der ersten Phase f&#252;r Firmenkunden.
Also ein guter Zeitpunkt, sich nochmal vor Augen zu halten, was DE-Mail ist und wer den Benefit davon Vorteile hat. 
DE-Mail soll zur Umsetzung einer EU-Richtlinie das verbindliche und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade l&#228;uft in Hannover die CeBIT und auch dort ist DE-Mail wieder ein Thema. Aktuell <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Telekom-sucht-neue-Geschaefte-in-der-Cloud-1463398.html">startet die T-elekom</a> ihr DE-Mail-Angebot in der ersten Phase f&#252;r Firmenkunden.<br />
Also ein guter Zeitpunkt, sich nochmal vor Augen zu halten, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/De-Mail">DE-Mail</a> ist und wer <strike>den Benefit</strike> davon Vorteile hat. <span id="more-584"></span><br />
DE-Mail soll zur Umsetzung einer EU-Richtlinie <i>das verbindliche und vertrauliche Versenden von Dokumenten und Nachrichten &#252;ber das Internet erm&#246;glichen</i>. Das ist zun&#228;chst wichtig, denn der juristische Schriftenbegriff wure zwar inzwischen auch auf digitale und nichtk&#246;rperliche Schriften ausgeweitet, aber in der gesch&#228;ftlichen und beh&#246;rdlichen Kommunikation ist oft der gerichtsfeste Nachweis des Inhalts und des Erhalts eines Schreibens erforderlich.<br />
Daran hapert es bei eMails: Man kann zwar Empfangsbest&#228;tigungen anfordern, die zum normalen Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) geh&#246;ren, aber der Empf&#228;nger hat die freie Wahl, diese zu erteilen oder abzulehnen. Das macht die Verwendung von Mails im Gesch&#228;ftsverkehr immer dann heikel, wenn es &#8211; am Ende vor Gericht &#8211; um Inhalt oder Zugang einer Willenserkl&#228;rung geht.<br />
Aber ist es in der Kohlenstoffwelt anders?<br />
Briefe m&#252;ssen nicht ankommen. So steht z.B. im §41 Absatz 2 des <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&#038;gld_nr=2&#038;ugl_nr=2010&#038;bes_id=4844&#038;aufgehoben=N&#038;menu=1&#038;sg=2#det215268">Verwaltungsverfahrensgeseztes NRW</a>:</p>
<blockquote><p>
Ein schriftlicher Verwaltungsakt, der im Inland durch die Post &#252;bermittelt wird, gilt am dritten Tag nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben. Ein Verwaltungsakt, der im Inland oder in das Ausland elektronisch &#252;bermittelt wird, gilt am dritten Tag nach der Absendung als bekannt gegeben. Dies gilt nicht, wenn der Verwaltungsakt nicht oder zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt zugegangen ist; im Zweifel hat die Beh&#246;rde den Zugang des Verwaltungsaktes und den Zeitpunkt des Zugangs nachzuweisen.
</p></blockquote>
<p>Das heisst: Schickt die Beh&#246;rde mir einen Bescheid und ich <i>behaupte</i>, er sei nicht angekommen, liegt die Beweislast bei der Beh&#246;rde.<br />
Sie kann mir nun ein Einschreiben schicken &#8211; da kann sie den Zugang anhand des Zustellungsvermerkes nachweisen.<br />
Wenn denn der Empf&#228;nger oder ein Bevollm&#228;chtigter angetroffen wurde. Ist das nicht so, wirft der Brieftr&#228;ger die Benachrichtigungskarte in den Briefkasten und nach einer Woche geht das Einschreiben an den Absender zur&#252;ck.<br />
Ein Bescheid oder ein sonstiges Schreiben gilt als zugegangen, wenn es so in den Machtbereich des Empf&#228;ngers gelangt ist, dass dieser regelm&#228;&#223;ig davon Kenntnis nehmen kann. Ob er den Brief liest, ihn wegschmei&#223;t oder das Katzenklo damit auslegt spielt f&#252;r den Absender keine Rolle mehr.<br />
Genau das passiert bei nicht abgeholten Einschreiben nicht: Sie <i>waren</i> nie im Machtbereich des Empf&#228;ngers.<br />
Auch das Einwurfeinschreiben, bei dem der Brieftr&#228;ger den Einwurf des Umschlags in den Briefkasten dokumentiert, ist nicht immer geeignet, den Zugang eines Schreibens zu belegen. Einmal arbeitet die Post nicht immer sauber und wie <a href="http://www.antispam-ev.de/wiki/Zustellm%C3%B6glichkeiten#Einwurfeinschreiben">hier</a> dokumentiert, mangelt es schonmal an einem lesbaren Datum auf dem handschriftlichen Zustellvermerk. Ich hatte einmal ein Einwurfeinschreiben an eine Firma mit Postfach geschickt, die wohl gerade in Betriebsferien war: Der Zugang des Schreibens wurde mir nicht nach Einlegen ins Postfach, sondern nach Entnahme aus demselben best&#228;tigt. Dazwischen lagen fast drei Wochen, was die Fristsetzung im Schreiben wertlos gemacht hat.<br />
Selbst an der Arbeitsqualit&#228;t der Brieftr&#228;ger wird offenbar von einzelnen Richtern kein gutes Haar gelassen, und so gibt es <a href="http://archiv.ferner-alsdorf.de/article857.html">mehr als ein Urteil</a>, in dem angezweifelt, wird, dass Brieftr&#228;ger Einwurfeinschreiben wirklich immer durch die richtigen Schlitze werfen. Angesichts der Fehlzustellungen allein in meinem Briefkasten ein nachvollziehbares Urteil.<br />
Zumal die Vielzahl von Menschen in der Transportkette zu <a href="http://www.danisch.de/blog/2010/10/15/annahme-verweigert/"><strike>lustigen</strike> absurden Fehlern</a> f&#252;hren kann.<br />
Auch die Zustellung per Fax zieht nicht immer. Zwar gilt der <i>Anscheinsbeweis</i>, dass ein Fax zugegangen ist, <a href="http://www.kanzlei-prof-schweizer.de/bibliothek/urteile/index.html?id=13657">wenn der Absender ein entsprechendes Faxprotokoll nachweisen</a> kann, aber den heutigen Normalpapierfaxen und Multifunktionsger&#228;ten ist es ein Leichtes, ein solches Protokoll zu f&#228;lschen, genauso, wie der <i>Inhalt</i> des Schreibens durch das Versandprotokoll genausowenig bewiesen ist, wie durch einen Einschreibebeleg. Zweifel zu erzeugen, der den Anscheinsbeweis widerlegt, ist gar nicht so schwierig. Und tats&#228;chlich habe ich mal von der Firma aus per Fax ein nerviges Abo gek&#252;ndigt und der Empf&#228;nger wedelte mit einem leeren Blatt, das aus dem Fax gekommen sei (ja, ich gebe zu, wenn ich parallel mit den Kollegen aus der Poststelle quatsche kann es passieren, dass ich das Blatt falschrum in den Einzug lege und es nicht bemerke, aber vor Gericht h&#228;tte ich ein Faxprotokoll und das Schreiben vorweisen k&#246;nnen!).<br />
Im Endeffekt heisst das: Lediglich die <a href="http://www.der-gerichtsvollzieher.de/Zustellung/body_zustellung.html">Zustellung per Gerichtsvollzieher</a> gibt den  Parteien die Sicherheit, dass ein <i>bestimmtes</i> Schreiben zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einem bestimmten Empf&#228;nger zugegangen ist.<br />
F&#252;r lautere Absender mit dubiosen Empf&#228;ngern ist das von Nachteil, f&#252;r lautere Empf&#228;nger dubioser Schreiben aber gut. Man kann es halt nicht jedem recht machen.<br />
DE-Mail will besser sein als die Post, denn</p>
<ul>
<li>die Zustellung der Mail ins Postfach des Empf&#228;ngers wird dokumentiert</li>
<li>das &#214;ffnen der Mail durch den Empf&#228;nger wird dokumentiert</li>
<li>dabei wird &#252;ber einen Hashcode der Inhalt der Mail dokumentiert</li>
<li>die Kommunikation wird verschl&#252;sselt</li>
<li>die Identit&#228;t aller Teilnehmer ist gerichtsfest &#252;berpr&#252;ft</li>
<li>der Zugang ist nach heutigem Stand der Sicherheitstechnik nur durch Besitz z.B. eines Tokens und Kenntnis z.B. eines Passwortes m&#246;glich</li>
</ul>
<p>Das klingt erstmal gut. Doch positive Aspekte wir die verschl&#252;sselte Kommunikation sind <a href="http://www.tipblog.de/de-mail-kritik-am-verfahren-des-de-mail-dienstes/">weniger als Feigenbl&#228;tter</a>, denn verschl&#252;sselt ist eben nur die Kommunikation zwischen dem Webbrowser des Teilnehmers und dem Server seines DE-Mail-Providers. Die Mails werden wieder unverschl&#252;sselt gespeichert &#8211; und sind damit nicht sicherer als bei einem beliebigen FreeMail-Provider mit HTTPS.<br />
Gerade die unverschl&#252;sselte Speicherung meiner Mails bei einem zertifizierten und quasistaatlichen Provider mit dem hoheitlichen Status eines &#8220;Beliehenen&#8221; macht mich unsicher, ob ich das will.<br />
Im letzten Jahr lasen die Geheimdienste 37 Millonen Mails, nachdem sie diese anhand von Schlagworten aus dem gesamten Mailverkehr von sicher einigen Milliarden Mails herausgepickt hatten.<br />
Wie schnell man auch in Deutschland durch den Gebrauch &#8220;falscher&#8221; Worte in den Focus von Ermittlungen geraten kann, zeigt der hinreichend bekannte <a href="http://www.polaronline.de/article.php3?id_article=680">Fall</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andrej_Holm">Andrej Holm</a>, der durch den Gebrauch des Wortes &#8220;Gentrifizierung&#8221; als Mitglied der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Militante_gruppe_(mg)">Militanten Gruppe</a> &#8220;erkannt&#8221; wurde &#8211; v&#246;lliger Bl&#246;dsinn, wie den Ermittlern auch h&#228;tte klar sein m&#252;ssen.<br />
Will ich meine pers&#246;nlichen, intimen, privaten Mails vor diesem Kontext <i>wirklich</i> unverschl&#252;sselt einer quasistaatlichen Providerinfrastruktur anvertrauen und den interessierten Diensten auf dem Silbertablett servieren lassen?<br />
Dazu das Problem mit den &#8220;Zustellbest&#228;tigungen&#8221;. Ich habe bei DE-Mail augenscheinlich keine Chance, ein Schreiben abzulehnen. Das Schreiben des Abmahnanwaltes, weil ich in hier im Blog &#8220;Jehova&#8221; geschrieben habe, ist mit Einlieferung in mein DE-Mail-Postfach genaus in meinem Herrschaftsbereich angekommen, wie die dubiose Mahnung wegen einer Bestellung, die ich nie get&#228;tigt habe.<br />
Bislang konnte ich derartige Schreiben, die als normale Briefe eingingen, erstmal ignorieren &#8211; beziehungsweise nicht darauf reagieren und schonmal googlen, was f&#252;r Erlebnisse andere Menschen mit derartigen Schreiben hatten. Phantasierechnungen mit Mahnungen darauf gab und gibt es auch in der Kohlenstoffwelt immer wieder und am besten wartet man nach dem ersten Schreiben, ob noch was nachkommt. Die meisten derartigen Betr&#252;ger schie&#223;en mit sehr vielen Schreiben in den Busch und treffen immer einen kleinen Prozentsatz von Menschen, die tats&#228;chlich zahlen. Alle andern werden nicht weiter bel&#228;stigt.<br />
Bei DE-Mail muss ich mich mit derartigen Schreiben befassen, denn ihr Zugang ist nachgewiesen, was ganz neue Bet&#228;tigungsfelder f&#252;r Betr&#252;ger schafft.<br />
Denn die Mail gilt erstmal auch <a href="http://netzpolitik.org/2011/warnung-vor-de-mail/">als zugegangen</a>, wenn ich drei Wochen auf den Malediven bin und nicht online gehe, oder wenn mein PC kaputt ist oder wenn ich nach einem Unfall im Krankenhaus liege.<br />
Auch in diesen Zeitr&#228;umen gehen Schreiben in meinem DE-Mail-Postfach ein und gelangen in meinen Machtbereich, weshalb man typischerweise nach Ablauf eines Werktages davon ausgehen kann, dass ich sie zur Kenntnis h&#228;tte nehmen m&#252;ssen. Wie bei einem Einschreiben, das ich angenommen habe. Blo&#223; ist das Annehmen eines Einschreibens eine positive Handlung meinerseits, das Empfangen im DE-Mail-Postfach nicht. Das empf&#228;ngt auch &#8220;rechtsg&#252;ltig&#8221; Schreiben an mich, wenn ich schon tot bin.<br />
Sicherlich gibt es solche F&#228;lle auch mit Post auf Altholz. Aber der Unterschied zwischen einem Einschreiben, das ich nicht abholen kann und deshalb zur&#252;ck an den Absender geht, und einem Einschreiben, das ich nicht ablehnen kann und dessen Fristen erstmal zu Laufen beginnen, liegt auf der Hand.</p>
<p>Einwurfeinschreiben oder vom Gerichtsvollzieher in meiner Abwesenheit zugestellte Dokumente kann mir die nette Nachbarin ans Krankenbett bringen oder durch meine Verwandten bearbeiten lassen &#8211; um auf mein DE-Mail-Postfach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/De-Mail#Anmeldung_zur_Nutzung_des_De-Mail-Kontos">zuzugreifen</a> m&#252;sste ich ihr den Besitz eines Gegenstandes (z.B. eines Tokens) und die Kenntnis meines Passwortes zugestehen.<br />
Damit kann sie nicht nur meine Post abholen, sondern auch in meinem Namen rechtsverbindliche DE-Mails abschicken &#8211; die Verantwortung f&#252;r alles, was mit Besitz des Tokens und Kenntnis des Passwortes geschieht, trage ich als Postfachinhaber!</p>
<p>Da geht DE-Mail meiner Meinung nach weit an Lebenssachverhalten vorbei, die bei jedem von uns jederzeit eintreten k&#246;nnen. </p>
<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/10569c10b43d4be0b7255ff2e96627a0" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=584&amp;md5=b8a88ddc07842ffda4101430f1cd26c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kreditdeterminismus</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/02/24/kreditdeterminismus/</link>
		<comments>http://www.volkerkoenig.de/2012/02/24/kreditdeterminismus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 19:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Science-Fiction-Film Gattaca geht es um ein sehr heikles Thema: Genetischer Determinismus. Ein junger Mann darf nicht Raumfahrer werden, weil er eine genetische Besonderheit hat, die das Risiko von Herzerkrankungen bei ihm steigert - auch, wenn derzeit noch keine gesundheitlichen Probleme bestehen. 
Die Wissenschaftsethik streitet sich heute, ob Methoden wie Pr&#228;implantationsdiagnostik ethisch vertretbar sind. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Science-Fiction-Film <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gattaca">Gattaca</a> geht es um ein sehr heikles Thema: Genetischer Determinismus. Ein junger Mann darf nicht Raumfahrer werden, weil er eine genetische Besonderheit hat, die das Risiko von Herzerkrankungen bei ihm steigert &#8211; auch, wenn derzeit noch keine gesundheitlichen Probleme bestehen. <span id="more-571"></span><br />
Die Wissenschaftsethik streitet sich heute, ob Methoden wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4implantationsdiagnostik">Pr&#228;implantationsdiagnostik</a> ethisch vertretbar sind. Ich kenne einige Menschen, die liebend gern ihr gesamtes Erbgut nach allen bekannten Krankheiten absuchen lassen w&#252;rden, teils aus schierer Neugier, teils aus gezieltem Interesse. Andere &#8211; wie ich &#8211; wollen das gar nicht wissen: Als ich letztes Jahr erfuhr, dass ich h&#246;chstwahrscheinlich das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mucoviscidose">Mukoviscidose</a>-Gen in meinem Erbgut trage, war das schon ein merkw&#252;rdiges Gef&#252;hl. W&#228;re ich nicht aus genau diesem Grund kinderlos, dann h&#228;tten meine Kinder dieses Gen auch und es hinge vermutlich an weniger als einer Handvoll Nukleins&#228;uren, ob sie leidvoll erkranken und ihre Lebenserwartung nur noch 35 Jahre betr&#228;gt.<br />
In Gattaca ist dieses Szenario noch gesteigert: der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Determinismus">Determinismus</a> der Wissenschaftler unterstellt, dass man anhand der genetischen Vorgaben <em>genaue</em> Aussagen &#252;ber Gesundheitsrisiken etc. treffen kann. In Sachen Gentechnik sind wir heute noch nicht in der Situation, dies behaupten zu k&#246;nnen, dazu sind trotz der immensen Fortschritte der Gentechnik gl&#252;cklicherweise noch zu wenige Zusammenh&#228;nge erkannt.<br />
Aber in anderen Bereichen ma&#223;en wir uns an, Vorhersagen treffen zu k&#246;nnen, die so relevant sind, dass sie Einflu&#223; auf das Leben der einzelnen Menschen nehmen.<br />
Vor einigen Wochen habe ich &#252;ber <a href="https://selbstauskunft.net/">selbstauskunft.net</a> etliche Firmen um die &#252;bliche Datenschutzauskuft gebeten, darunter auch die <a href="http://www.schufa.de/de/">Schufa</a>.<br />
Ein Eintrag dort machte mich ziemlich neugierig.<br />
Es waren drei Aspekte: </p>
<ul>
<li>Warum hat ein Versandhaus, bei dem ich seit Jahren Kunde bin, eine Bonit&#228;tsanfrage wegen &#8220;Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung&#8221; gestellt, wo sie auch bei der fraglichen Bestellung den Betrag in einer Summe per Bankeinzug erhielten?</li>
<li>Warum wird meine Bonit&#228;t wegen &#8220;Kreditaktivit&#228;t letztes Jahr&#8221; abgewertet?</li>
<li>Warum wird meine Bonit&#228;t wegen &#8220;allgemeiner Daten&#8221; abgewertet?</li>
</ul>
<p>Ich fragte bei der Schufa nach und recherchierte selber.<br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2012/02/schufa1.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2012/02/schufa1-150x150.jpg" align="right" alt="Auszug aus dem Schufa-Scoring - Klicken f&#252;r die Gesamtansicht" title="Auszug aus dem Schufa-Scoring - Klicken f&#252;r die Gesamtansicht" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-572" /></a><br />
Dass das Versandhaus zur Anfrage formell berechtigt war, weil sie tatas&#228;chlich das Geld erst nach Ablauf von drei Wochen abbuchen, ist ein Winkelzug, &#252;ber den ich noch mit dem Versandhaus reden werde. Laut Schufa ist auch dieses &#8220;Vorstrecken&#8221; oder &#8220;Stunden&#8221; der Zahlung technisch gesehen sowas wie eine &#8220;Ratenzahlung&#8221;. Ich sehe dahinter einen Trick, auch Kunden ohne Kreditzahlungen bei der Schufa &#252;berpr&#252;fen lassen zu k&#246;nnen.<br />
Wie man nach Klick auf das Vorschaubild sehen kann, wird das Scoring &#8211; bei mir 96,5% &#8211; aus Daten in 6 Kategorien errechnet. Die Kategorien &#8220;Kreditnutzung&#8221; und &#8220;Anschriftendaten&#8221; sind in meinem Fall nicht verf&#252;gbar (&#8220;n/v&#8221;). Die Bewertungen aus &#8220;Bisherige Zahlungsst&#246;rungen&#8221; und &#8220;L&#228;nge Kredithistorie&#8221; sind mit &#8220;++&#8221; Bestbewertungen.<br />
Woher kommen jedoch die Abwertungen in den Kategorien &#8220;Kreditaktivit&#228;t letztes Jahr&#8221;  und &#8220;Allgemeine Daten&#8221;? Mein Scoring ist dort mit &#8220;-&#8221; unterdurchschnittlich.<br />
Die Schufa selber <a href="http://www.schufa.de/media/teamwebservices/wissenswertes/downloads_11/scoringinfo/schufa_infoblatt_scoreuebersicht_100120final.pdf">erl&#228;utert die Kategorien</a> wie folgt:</p>
<blockquote><p>Kreditaktivit&#228;t letztes Jahr <br />
Ob und in welchem Umfang Sie in den letzten 12 Monaten Kreditgesch&#228;fte angefragt und tats&#228;chlich abgeschlossen haben, kann in dieser Datenart ber&#252;cksichtigt werden. </p></blockquote>
<p>Lustigerweise hatte ich laut Schufa-Auskunft im letzten Jahr keinerlei Kreditaktivit&#228;ten, es sind f&#252;r 2011 &#252;berhaupt keine Eintr&#228;ge vorhanden, als h&#228;tte ich eine Reise zum Mars unternommen. F&#252;hrt es zu einer Abwertung auf &#8220;-&#8221;, dass man keinen Kredit aufgenommen hat?<br />
Tats&#228;chlich hatte ich anl&#228;sslich eines Autokaufs kurzfristige Kredite (meinen Dispo) genutzt, um die K&#252;ndigungsfristen einer Geldanlage zu &#252;berbr&#252;cken. Ich habe ein geregeltes Einkommen, daher hatte meine Hausbank keinen Grund, das der Schufa zu melden.<br />
Und ebenfalls tats&#228;chlich f&#252;hrt das Fehlen von Daten &#252;ber die Kreditabwicklung nach den Erkenntnissen der Schufa dazu, dass man eher ein Risikokunde ist &#8211; eine Deterministik, die ihre eigene statistische Grundlage ausmerzt und daher aus der Feder von Monty Python stammen muss:<br />
&#8220;Sie bekommen keinen Kredit von uns, weil Sie noch nie einen Kredit ordentlich abbezahlt haben.&#8221;<br />
&#8220;Aber ich hatte noch nie einen Kredit!&#8221;<br />
&#8220;Eben.&#8221;<br />
Die Schufa kann aber noch absurder:</p>
<blockquote><p>Allgemeine Daten <br />
Unter „Allgemeine Daten&#8221; fallen die restlichen bei der SCHUFA gespeicherten Informationen, wie z.B. Angaben zur Person selbst. Diese k&#246;nnen insbesondere im Zusammenhang mit  den anderen Datenarten relevant sein (z.B. das Verh&#228;ltnis von Angaben &#252;ber bisherige Zahlungsst&#246;rungen in Abh&#228;ngigkeit vom Lebensalter).</p></blockquote>
<p>Laut Schufa-Auskunft hatte ich bislang keine Zahlungsst&#246;rungen, es kann sich also nur noch um demoskopische Daten handeln, die gespeichert sind: Geburtsdatum, Geburtsort, sowas halt.<br />
Und siehe: Andere Kunden ohne Kredithistorie mit &#8220;++&#8221; hatten mit solchen Schufa-Ausk&#252;nften, die von potenziellen Vertragspartnern eingeholt wurden, wenig Spa&#223;. Der Twitterer <a href="http://www.twitter.com/fadenaffe">@fadenaffe</a> hat sehr erleuchtend in seinem Blog <a href="http://www.mindsdelight.de/2011/01/warum-mir-02-keinen-vertrag-geben-mochte-ii-nachricht-von-arvato-infoscore/">berichtet</a>, dass er wegen seiner <em>Adresse</em> keinen Mobilfunk-Laufzeitvertrag bekommt.<br />
Das ganze nennt man <a href="http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0915/002_karten.jsp">Geoscoring</a> und ist ungef&#228;hr genauso <a href="http://www.scifi-forum.de/off-topic/off-topic-allgemein/politik-geschichte/62176-geoscoring-wohnort-entscheidet-ob-guten-schlechten-kredit-bekomm.html">bl&#246;dsinnig und diskriminierend</a>, wie die im Film Gattaca beschriebene Gen-Analyse.<br />
Beim Scoring handelt es sich um <em>Prognosen</em>, und wie Mark Twain (oder Winston Churchill oder Kurt Tucholsky) mal gesagt hat: &#8220;Prognosen sind &#228;u&#223;erst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.&#8221;<br />
Keinen Kredit zu bekommen, weil man 1988 in einem Dorf in Mecklenburg geboren wurde, was statistisch gesehen die Ausfallwahrscheinlichkeit der Zahlungen erh&#246;ht, ist eine Diskriminierung und kann Leben ruinieren.<br />
Schauen wir mal in die Firmenliste, an die selbstauskunft.net die Auskunftsschreiben schickt &#8211; es sind alleine f&#252;nf Mieterauskunfteien enthalten:</p>
<ul>
<li>DeMDa Deutsche Mieter Datenbank KG</li>
<li>Deutsches Mietnomaden Melderegister</li>
<li>IGSK Group UG (Vermieterschutzgemeinschaft)</li>
<li>VSK Vermieterschutzkartei Deutschland-GmbH &#038; Co. KG</li>
<li>Zentrale VermieterSchutz Datenbank GmbH</li>
</ul>
<p>Noch sammeln diese lediglich konkrete Daten &#252;ber Menschen, die z.B. als Mietnomaden erst nicht zahlen und dann die Wohnung ruiniert hinterlassen &#8211; aber Konkurrenz belebt das Gesch&#228;ft und auf Basis der gemeldeten F&#228;lle k&#246;nnen statistische Eckwerte ermittelt werden, auf denen ein Scoring f&#252;r potenzielle Mieter basiert. Die Mieterauskunftei, die auch bei noch unbekannten Mietbewerbern ein Scoring durchf&#252;hren kann, h&#228;tte einen immensen wirtschaftlichen Vorteil.<br />
&#8220;Sie bekommen die Wohnung nicht, weil bei alleinstehenden Frauen der Jahrg&#228;nge 1973 bis 1976 die Wahrscheinlichkeit oft wechselnder Herrenbesuche mit Besch&#228;digungen im Treppenhaus &#252;berdurchschnittlich hoch ist.&#8221;<br />
Viele Wirtschaftszweige schreien bei l&#228;ngerfristigen Vertr&#228;gen nach Sicherheit, sie wollen Kunden, die sich als faule Eier entpuppen, gar nicht erst haben. Das war schon in den 1980ern so und der Wunsch ist nicht schw&#228;cher geworden &#8211; eher im Gegenteil.<br />
Auch viele Arbeitgeber h&#228;tten sicher gerne ein Bewerberscoring: &#8220;Nein, M&#252;ller k&#246;nnen wir nicht einstellen, er hat bei seinem famili&#228;ren Hintergrund eine Wahrscheinlichkeit von 75%, dass er in einer Gewerkschaft aktiv ist.&#8221;<br />
Sicher darf ein Bewerber nicht gefragt werden, ob er in einer Gewerkschaft ist. Sicher darf eine Bewerberin nicht gefragt werden, ob sie ein Kind haben m&#246;chte. Aber &#252;ber allgemeine statistische Daten das individuelle Risiko auf &#8220;wird schnell schwanger&#8221; oder &#8220;gr&#252;ndet einen Betriebsrat&#8221; zu ermitteln &#8211; noch w&#228;re das legal.<br />
Gl&#252;cklicherweise hat au&#223;erhalb der Finanzbranche kaum jemand diesen Faible f&#252;r Zahlen und Risikoanalysen, genauso, wie das Wissen um das menschliche Erbgut noch keine Deterministik à la Gattaca erm&#246;glicht.</p>
<p>Heute jedenfalls.<br />
<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bc2d57c227994a6c9f8e2f2451c93705" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=571&amp;md5=d1449e1cf1baeef3a31d7f4d88dd733c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rettet die Phrasenschweine!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 10:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. 
Im BildBLOG war heute der Katastrophenplaner verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. <span id="more-551"></span><br />
Im <a href="http://www.bildblog.de">BildBLOG</a> war heute der <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.com/2012/01/der-katastrophenplaner.html">Katastrophenplaner</a> verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die Sterotypien medialer Katstrophenberichterstattung, der reihenweise inhaltsleere Phrasen aus den Headlines zu einer beliebigen Katastrophe vorhersieht:<br />
<i>Man mu&#223; mit dem Schlimmsten rechnen</i>, weil die <i>Lage weiter un&#252;bersichtlich</i> ist. Sowieso ist derzeit alles ein <i>Bild des Schreckens</i>. So weit so klar, diese Abl&#228;ufe kennen wir zur Gen&#252;ge. Etwas schreckliches ist passiert und alle Medien wollen gelesen werden, das heisst, die Schlagzeilen m&#252;ssen auch zu einem Zeitpunkt schon griffig sein, wo man noch gar nichts in den H&#228;nden hat, was nicht eh alle wissen.<br />
Das alles stammt vom Boulevard, ist aber in den letzten Jahren &#8211; vermutlich per Schmierblattinfektion &#8211; in fr&#252;her seri&#246;se Medien vorgedrungen.<br />
Dieses Muster des verklausulierten &#8220;es gibt nichts wirklich neues, aber wir brauchen halt eine Schlagzeile&#8221; findet sich auch au&#223;erhalb von Katastrophen. Dabei k&#246;nnten viele der Headlines auch lauten: <i>Klicken Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu berichten!</i><br />
Ich habe mal die <strike>nervigsten</strike> h&#228;ufigsten Phrasen aufgelistet:</p>
<ul>
<li><b>Wirbel um</b><br />
Wenn um irgendetwas Wirbel ist, dann gibt es einen m&#246;glichen Konflikt, aber die vermeintlichen Konfliktparteien sind noch nicht dar&#252;ber informiert. <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151049">Wirbel schon vor der Regierungsbildung</a> heisst nur, dass ein frisch gew&#228;hltes Parlament um die besten Pl&#228;tze im Plenarsaal rangelt, diesen Kindergarten haben wir in Deutschland genauso wie in allen Demokratien.<br />
Auch <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Saisonkraefte-bei-Amazon-sorgen-fuer-Wirbel-1378100.html">Saisonkr&#228;fte sorgen f&#252;r Wirbel</a>, wenn man noch nicht ausdiskutiert hat, was daran so schlimm sein soll, dass Amazon sich exakt so verh&#228;lt wie alle anderen Unternehmen. Manchmal wirbelt es gar schon vor dem Skandal: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geplanter-Schultrojaner-sorgt-fuer-Wirbel-1369193.html">Geplanter &#8220;Schultrojaner&#8221; sorgt f&#252;r Wirbel</a>. Da war noch gar nicht klar, was denn der Skandal sein soll: Dass die Software der Schulbuchverlage ein Lizenzmanagement nutzt, wie viele andere Software auch, oder dass man sie mit viel M&#252;he &#8220;Trojaner&#8221; bezeichnen kann, obwohl sie ungef&#228;hr gar keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trojanisches_Pferd_(Computerprogramm)">Trojanermerkmale</a> hat??
</li>
<li><b>erh&#246;hter Druck</b><br />
Der Druck erh&#246;ht sich immer dann, wenn nichts neues an Fakten vorhanden ist, man aber das Thema mit einer Schlagzeile besetzen will. Heute <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/lobby-affaere-erhoeht-druck-auf-wulff-herr-bundespraesident-erloesen-sie-uns-1776933.html">erh&#246;ht eine Lobbyaffaire den Druck auf Wulff</a>, genau wie Bonusmeilen, Leihgarderobe, Mailboxnachrichten, die <a href="http://www.az-online.de/nachrichten/politik/erhoeht-druck-wulff-1561714.html">SPD</a> selbstverst&#228;ndlich, aber inzwischen auch die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-der-kritik-cdu-erhoeht-druck-auf-wulff-1.1255338">CDU</a> und das alles seit Mitte Dezember mehrmals t&#228;glich.<br />
Dabei heisst das erstmal nichts, denn Wulff ist bis heute nicht ob des ganzen Drucks geplatzt. Etwas plastischer wird die Nichtaussage der Schlagzeile bei <a href="http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/nachrichten/polizei-druck-auf-raser-waechst-1.2678653">Polizei: Druck auf Raser w&#228;chst</a> &#8211; denn: &#8220;NRW-Innenminister Ralf J&#228;ger (SPD) hat die Polizei angewiesen, die Geschwindigkeits&#252;berwachung zu verst&#228;rken.&#8221; Die betreffende Polizei berichtet, sie habe zwei Radarfahrzeuge und 14 Lasermessger&#228;te. Ach was, denkt man da. Und jetzt? Dass diese nicht im Lager eingemottet sind sondern sich im Einsatz befinden unterstelle ich mal. Also raus mit der Sprache: Sonderschichten? K&#252;rzere Zigarettenpausen w&#228;hrend der Kontrollen?<br />
&#8220;J&#228;gers Wunsch wird von der Polizei im Kreis Mettmann umgesetzt&#8221;, sagt der zust&#228;ndige Polizeibeamte. &#8220;Ja, aber wie?!?&#8221; fleht mein innerer Faktenaggregator, kein Wort &#252;ber irgendeine Erh&#246;hung der Kontrolldichte. Am Ende erinnert die Meldung maximal an die Existenz von Geschwindigkeitskontrollen an sich.<br />
Ich m&#246;chte wetten, dass die Aufforderung des Innenministers &#252;ber den Ticker lief und zwei Jouernalisten lokalen Bezug der Meldung herstellen wollten. Also ran ans Telefon. Schade, hat nicht geklappt, aber nach den zeitraubenden Telefonaten mit Polizei und Kreisverwaltung <i>muss</i> man doch irgendwas schreiben, oder?</li>
<li><b>So machen Sie es richtig</b><br />
Mit der richtigen Headline kann man <strike>unwichtige</strike> <strike>l&#228;ngst bekannte</strike> hilfreiche Aussage zu irgendeinem Thema, seien es <a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/beruf/telefonate-im-job-so-machen-sie-es-richtig-1.2179310">berufliche Telefonate</a> oder <a href="http://www.gofeminin.de/maenner-verstehen/flirten-flirttipps-flirtsignale-d6065.html">m&#228;nnliche Flirtsignale</a>, die verbl&#252;ffend den <a href="http://lifestyle.t-online.de/koerpersprache-so-flirten-sie-richtig/id_19966416/index">weiblichen Flirtsignalen</a> gleichen, zum Ratgeber machen. Hauptsache man nutzt den kanonischen Absolutheitsanspruch eines Herrn Knigge, dass es genau so geht und nicht anders, und wenn man in drei Monate was anderes schreibt, haben sich Wissenschaft oder Sitten eben ge&#228;ndert. Leider gilt das nicht nur in typischen Wartezimmerzeitungen, sondern inzwischen auch im <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,758145,00.html">SPIEGEL</a> und beim <a href="http://www.heise.de/whitepapers/So-machen-Sie-mehr-Umsatz-im-E-Commerce--/detail/1736">Heise-Verlag</a>.</li>
<li><b>&#8230;.sind im Kommen</b><br />
Irgendwo sieht ein Journalist etwas relativ Neues zum zweiten Mal und denkt sich: Da ist doch was im Kommen. Meistens muss der Journalist nichtmal das B&#252;ro dazu verlassen, denn er sieht etwas das zweite Mal in Pressemeldungen irgendwelcher Konzerne oder Verb&#228;nde. Wo er es letzte Woche das erste Mal sah. Egal, ob <a href="http://www.welt.de/motor/article13795801/Heimliche-Rentner-Autos-sind-im-Kommen.html">heimliche Rentnerautos</a> oder ein Fahrzeugdesigner ausruft <a href="http://www.n-tv.de/auto/Kleine-SUVs-sind-im-Kommen-article5025901.html">Liebling, ich habe den HUMMER geschrumpft</a>, ob <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/70864_66946.aspx">Netz-Apotheken</a> oder <a href="http://www.windkraft-journal.de/2011/11/08/kleinwindkraftanlagen-sind-im-kommen-windenergietag-am-samstag-26-november/">Kleinwindkraftanlagen</a> &#8211; wir haben nichts zu sagen, aber plappern Pressestellen einen Trend nach.</li>
</ul>
<p>Die Boulevardisierung der Medien schreitet also voran (wieder eine Phrase), durch den erh&#246;hten Druck ist Wirbel im Kommen. Was sicher <strike>nicht</strike> nur am b&#246;sen Internet liegt, durch das m&#252;ndige LeserInnen alles genauso schnell erfahren wie die Redakteure.<br />
Nein &#8211; vielmehr sparen Verlage seit den 1990ern an festangestelltem Personal, von den Honoraren der Freien Mitarbeiter kann kaum einer leben, was auf die Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge schl&#228;gt. Mit einem praktischen Phrasenbaukasten kann man auch ohne gro&#223;e Rechercheergebnisse einen guten Aufmacher reissen.<br />
Wie auch immer &#8211; in Redaktionen scheint das (echte) Phrasenschwein aus der Mode geraten, das Sparschwein, in das jeder Redakteur f&#252;r jede tumbe Phrase einen Euro einwerfen muss. Alleine der Wulff-Skandal mit seinen zahllosen Unterskand&#228;lchen h&#228;tte in manchen Redaktionen phrasenschweinfinanzierte Weihnachtsfeiern im Stil der ERGO-Versicherungen erm&#246;glicht.</p>
<p><i>Einen hab ich noch:</i><br />
Eine ganz besondere Sammlung von Phrasenschweinfutter hat die taz im Angebot. Allein &#8211; es ist alles nur geklaut, bei der Konkurrenz: Die Dauerausstellung <a href="http://taz.de/!s=neues+vom+scheideweg/">Neues vom Scheideweg</a> mit aktuellen Berichten &#252;ber den Wirbel an der wohl &#252;berlaufendsten Stra&#223;enkreuzung der Welt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=551&amp;md5=d3d9374cb72859f830af2913bbb4ee55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Urheberrecht II</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/01/20/urheberrecht-ii/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 17:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf D-64.Org schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem. 
Und er hat Recht.
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines "Werkes", also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.d-64.org">D-64.Org</a> schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: <a href="http://d-64.org/das-urheberrecht-ist-nicht-das-problem/">Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem</a>.<br />
Und er hat Recht.<span id="more-540"></span><br />
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines &#8220;Werkes&#8221;, also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das Werk zu ver&#246;ffentlichen &#8211; oder es nicht zu tun, es zu verkaufen &#8211; oder zu verschenken.<br />
Die meisten Werke, die im Zusammenhang mit dem Internet problematisiert werden, k&#246;nnen reproduziert werden. Fotos, Musikst&#252;cke, Texte, Filme, all diese Werke sind digital erfassbar und speicherbar.<br />
Wer ein solches Werk ver&#246;ffentlicht, wird das &#252;ber Reproduktionen, Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke machen: Das Buch, die CD, die Filmkopie im Kino oder auf DVD. Diese Reproduktionen kosten seit der Erfindung des Buchdrucks Geld, das der Urheber meist nicht besitzt.<br />
Daher suchte er sich Vertragspartner, die ihm das Geld vorlegten. So entstanden nach einer kleinen Lautverschiebung die Verlage.<br />
Heute sind die Verlagsvertr&#228;ge, die Urheber untschreiben m&#252;ssen, damit ihre Werke verlegt werden, mitunter kiloschwere W&#228;lzer. Das Urhebergesetz regelt, welche Nutzungsrechte Urheber den Verlagen einr&#228;umen k&#246;nnen &#8211; das dient dem Schutz der Urheber, denn es verbietet zum Beispiel, dass auch die Nutzung eines Werkes in einer Form, die zum Vertragsschluss noch nicht existierte, nicht pauschal erlaubt werden darf, und dass der Urheber bei &#252;berraschend hohen Einnahmen durch ein Buch (z.B. beim Verkauf der Filmrechte f&#252;r einen &#252;berraschenden Bestseller) durchaus nachverhandeln und eine angemessene Beteiligung erwarten kann.<br />
Mathias Richel schreibt ganz richtig:</p>
<blockquote><p>Die Kulturschaffenden hatten zwar damals wie heute formal die Urheberrechte, in der Praxis aber sorgten Marktmacht der gro&#223;en Verwerter und der Winner-take-all-Charakter der Kulturindustrie daf&#252;r, dass die gro&#223;e Mehrheit wenig bis gar nichts an ihren Urheberrechten verdiente. Brotlose Kunst kommt nicht von ungef&#228;hr. Nur wenige Gl&#252;ckliche konnten von ihrer Kunst leben und eine winzige prominente Minderheit hatte die Verhandlungsmacht f&#252;r ein wirklich gutes Einkommen.</p></blockquote>
<p>Das hat sich teilweise ge&#228;ndert. &#220;ber das Internet kann jeder in Windeseile Texte, Fotos und Musik verbreiten, er ben&#246;tigt lediglich einen PC mit Internetzugang. Wer sich das Layout eines Buches selber zutraut oder ein paar Euro in die Hand nimmt, kann f&#252;r unter 1000€ &#252;ber Book-on-Demand-Dienste selber Texte in Holzform publizieren.<br />
Das gleiche gilt f&#252;r Mashups, also die Nutzung von Werken anderer Urheber, um daraus oder mit ihrer Hilfe eigene Werke zu schaffen. Im Film kennt man das als &#8220;Zitat&#8221; und der Film &#8220;Tote tragen keine Karos&#8221; mit Steve Martin besteht aus etlichen Schnipseln alter Humphrey-Bogard-Filme.<br />
Die heutigen Mashups zu machen ist nichts Neues, es ist etwas, das in der Kunst gang und G&#228;be ist. Jedoch k&#228;mpfen die Verlage dagegen an, dass die von ihnen &#8220;gekauften&#8221; Lieder unter Videos gelegt oder neu gemixt werden. Sie k&#228;mpfen gegen winzigste Schnipsel aus ihren Filmen, die remixed wurden.<br />
Und das ist oft gerade nicht im Sinne der K&#252;nster.<br />
Kunst lebt von der Reflexion. 1990 wollte der Musikverlag A&#038;M Records gegen den auf Platte ver&#246;ffentlichten Remix des Songs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom%E2%80%99s_Diner">Tom&#8217;s Diner</a> von Suzanne Vega vorgehen. Suzanne Vega selber setzte sich daf&#252;r ein, dass dieser Remix ver&#246;ffentlicht wurde, es gab sogar kurz darauf einen Remix-Wettbewerb um den Song.<br />
In den fr&#252;hen 1970ern trat im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danny%E2%80%99s_Pan">Danny&#8217;s Pan</a> in Hamburg ein junger K&#252;nstler namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Kr%C3%BCger">Mike Kr&#252;ger</a> auf. Er parodierte live vor Publikum Songs aus den Charts, die man damals noch Hitparade nannte, und machte aus &#8220;Mendocino&#8221; einen Song namens &#8220;Hamburg Olsdorf&#8221;, &#8220;Angie&#8221; wurde zu &#8220;Gehn Sie!&#8221;. Damals wurde er ber&#252;hmt. Heute w&#252;rde er seine Parodien bei Youtube hochladen und &#252;ber Kurz oder Lang verklagt.<br />
Sicherlich sind Tauschb&#246;rsen, in denen &#8220;Raubkopien&#8221; verbreitet werden, illegal und inakzeptabel. Die Abmahnindustrie, die sich seit den 1990ern etabliert hat, ist aber keinen Deut akzeptabler und verursacht bei einzelnen Menschen, die in ihre M&#252;hlen geraten, mehr Schaden, als die einzelnen Raubkopien anzurichten verm&#246;gen.</p>
<p>Ganz daneben ist es aber, wenn die Verlage die kreative Auseinandersetzung mit anderen Werken zu unterbinden. Dazu halte ich einzig die Urheber, die K&#252;nstler selber, f&#252;r befugt.<br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/a60d834be83d4239b31c96b21e3961ff" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>T&#228;ter oder paranoid?</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/01/05/tater-oder-paranoid/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 11:54:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie schwierig es ist, mit psychisch kranken T&#228;tern umzugehen, zeigt sich aktuell im Fall Anders Breivik. W&#228;hrend Gutachter bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostizierten, h&#228;lt das Personal der psychiatrischen Klinik ihn f&#252;r zurechnungsf&#228;hig.
Gerade, wenn es um die strafrechtliche Beurteilung von Taten geht, die irgendwo politisch sind, begeben sich alle Beteiligten schnell auf d&#252;nnes Eis.
Terroristen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schwierig es ist, mit psychisch kranken T&#228;tern umzugehen, zeigt sich aktuell im Fall Anders Breivik. W&#228;hrend Gutachter bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostizierten, h&#228;lt das Personal der psychiatrischen Klinik ihn f&#252;r zurechnungsf&#228;hig.<br />
Gerade, wenn es um die strafrechtliche Beurteilung von Taten geht, die irgendwo politisch sind, begeben sich alle Beteiligten schnell auf d&#252;nnes Eis.<span id="more-536"></span><br />
Terroristen neigen zu Beschaffungskriminalit&#228;t. Sowohl Baader-Meinhof als auch die &#8220;Zwickauer Zelle&#8221; haben Banken &#252;berfallen, um sich zu finanzieren. Auch Terroristen, die nur wegen der Bank&#252;berf&#228;lle verurteilt wurden, werden von Amnesty International als politische Gefangene einsortiert.<br />
Denn: In Unrechtsregimen ist es Gang und G&#228;be, die politischen Gegner wegen anderer, gerne auch konstruierter Delikte als politischen Taten &#8220;f&#252;r immer wegzusperren&#8221; oder gar zu t&#246;ten. Da w&#228;ren Verurteilungen wegen Bank&#252;berf&#228;llen, am besten noch in Tateinheit mit Mord an ein paar Polizeibeamten oder Geiseln, nat&#252;rlich eine Steilvorlage.<br />
Noch beliebter ist das Wegsperren wegen psychischer St&#246;rungen. T&#228;ter (was auch immer sie getan haben), die unter einer psychischen St&#246;rung leiden, k&#246;nnen f&#252;r ihre Tat nicht verantwortlich gemacht werden. Ein Gerichtsverfahren kann sich daher auf die Feststellung beschr&#228;nken, dass die Tat grausam war, aber der T&#228;ter ver&#252;ckt. Au&#223;erdem muss man sich nicht mit der Intention seiner Tat auseinandersetzen, die politische Diskussion wird durch die Diagnose hinf&#228;llig.<br />
Aber auch nach einer langen, langen Haftstrafe ohne Behandlung w&#228;re der T&#228;ter eben nicht weniger gef&#228;hrlich. Also wird er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, damit er nicht noch weitere Menschen gef&#228;hrdet und behandelt werden kann.<br />
Dass Menschen durch Behandlungen, die im Allgemeinen als Gehirnw&#228;sche bezeichnet werden, gef&#252;gig gemacht werden k&#246;nnen, ist bekannt.<br />
Jetzt wurde Anders Breivik, dessen Tat zweifelsohne politisch motiviert war, von gerichtsbestellten Gutachtern untersucht. Sie <a href="http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/14241412-gutachter-breivik-paranoid-schizophren.html">stellten fest</a>, dass er unter einer paranoiden Schizophrenie leidet:</p>
<blockquote>
<p>Der zust&#228;ndige Staatsanwalt Svein Holden gab an, dass Breivik nach Meinung der Psychiater komplett von &#8220;bizarren und gr&#246;&#223;enwahnsinnigen (&#8220;grandiosen&#8221;) Zwangsvorstellungen&#8221; beherrscht sei. &#8220;Danach kann er nach eigener Auffassung entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss&#8221;, berichtete Holden weiter aus dem 243 Seiten umfassenden Gutachten.<br />
Holden sagte, die Rechtspsychiater h&#228;tten ihn als jemanden geschildert, &#8220;der sich f&#252;r den perfektesten Ritter seit dem Zweiten Weltkrieg h&#228;lt&#8221;. Breivik habe in den 13 Gespr&#228;chen von insgesamt 36 Stunden Dauer auch vermittelt, dass er sich f&#252;r einen &#8220;zuk&#252;nftigen Regenten&#8221; halte. Er habe au&#223;erdem menschliche &#8220;Zuchtprojekte mit Norwegern in Reservaten&#8221; angek&#252;ndigt.</p></blockquote>
<p>Nicht &#8220;w&#228;hrend der Tat litt&#8221;, sondern chronisch, jetzt auch noch.<br />
Die Symptome der paranoiden Schizophrenie sind im ICD-10 definiert:</p>
<blockquote><p><b>F20.0 Paranoide Schizophrenie</b><br />
Die paranoide Schizophrenie ist durch best&#228;ndige, h&#228;ufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsst&#246;rungen. St&#246;rungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache, katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend.</p></blockquote>
<p>Zu den spezifischen Symptomen kommen die allgemeinen Symptome der Schizophrenie hinzu:</p>
<blockquote><p><b>F20.- Schizophrenie</b><br />
Die schizophrenen St&#246;rungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische St&#246;rungen von Denken und Wahrnehmung sowie inad&#228;quate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen F&#228;higkeiten sind in der Regel nicht beeintr&#228;chtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln k&#246;nnen. Die wichtigsten psychopathologischen Ph&#228;nomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gef&#252;hl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder &#252;ber ihn sprechen, Denkst&#246;rungen und Negativsymptome.</p></blockquote>
<p>Generell haben schizophrene Menschen also ein ver&#228;ndertes Gef&#252;hlsleben, das sind die inad&#228;quaten oder verflachten Affekte. Freude, Trauer und insbesodnere die Empathie mit anderen Lebewesen sind abgeschw&#228;cht oder unpassend. Ich will das nicht als Erkl&#228;rung f&#252;r Breiviks Kaltbl&#252;tigkeit w&#228;hrend der Tat heranziehen, obwohl es sich aufdr&#228;ngt.<br />
Weitere &#8220;Standardsymptome&#8221; sowohl der allgemeinen als auch der paranoiden Schizophrenie sind verschiedene Auspr&#228;gungen von Wahnvorstellungen sowie die deutlich davon abzugrenzenden Haluzinationen.<br />
Haluzinationen sind Wahrnehmungen von Dingen, die nicht der Realit&#228;t entsprechen, also das H&#246;ren von objektiv nicht vorhandenen Stimmen, visuelle Erscheinungen und so weiter. Im weitesten Sinne verwandt sind die erw&#228;hnten Gedankeneingebungen, also das Gef&#252;hl, dass man von au&#223;en gesteuert wird, oder der entgegengesetzte Gedankenentzug.<br />
Wahnvorstellungen sind &#220;berzeugungen von Sachverhalten, die objektiv nicht stimmen. Die &#220;berzeugung, dass Michael Jackson eine Au&#223;erirdischer war ist ebenso eine Wahnvorstellung wie die &#220;berzeugung, dass ein Geheimbund von Illuminaten, Pastamonstern oder kleinen, behaarten Lebewesen mit spitzen Ohren, Reissz&#228;hnen und langen Schw&#228;nzen die Welt beherrscht und uns alle unterjocht. Genauso ist es eine Wahnvorstellung, wenn man glaubt, Superman zu sein und fliegen zu k&#246;nnen &#8211; und Breiviks Selbstbild erf&#252;llt die Voraussetzungen f&#252;r die Diagnose einer Wahnvorstellung.<br />
Erforderlich als Ausschlusskriterium f&#252;r die Diagnos eder paranoiden Schizophrenie ist weder die Haluzination noch die Wahnvorstellung.<br />
Nun widersprechen die &#196;rzte der psychiatrischen Klinik, in  der Breivik untergebracht ist, dem Gutachten.</p>
<blockquote><p>
Die aufsehenerregenden Bewertungen von Breiviks Zustand stammen von drei Psychologen und einem Psychiater, die in Ila die H&#228;ftlinge betreuen. Seitdem Breivik am 26. Juli dort eintraf, haben sie ihn mehr als 80 Mal untersucht, die ersten sieben Wochen lang sogar t&#228;glich, berichtet die Zeitung Aftenposten. Der Untersuchungsh&#228;ftling sei bei guter Gesundheit, er wirke nicht depressiv, nichts deute auf eine Psychose hin, notierten die Fachleute ein ums andere Mal ins Journal. Es bestehe weder Selbstmordgefahr noch Bedarf f&#252;r irgendeine Art von Behandlung.<br />
<i>Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/gutachten-zu-anders-behring-breivik-schizophrener-streit-1.1250982">Schizophrener Streit</a></i>
</p></blockquote>
<p>Auch an anderer Stelle wird <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/10/151162">vergleichbares</a> berichtet:</p>
<blockquote><p>
Er h&#246;re keine Stimmen, habe keine anderen Halluzinationen, halte Blickkontakt und seine Zelle in Ordnung, er sei psychisch stabil, meist normaler, manchmal guter Stimmung und aufmerksam, die Suizidgefahr sei niedrig
</p></blockquote>
<p>Was ist davon zu halten?<br />
Suizidgefahr hat sehr wenig mit Schizophrenie zu tun. Suizid im Rahmen der Wahnvorstellungen h&#228;ngt davon ab, was f&#252;r Wahnvorstellungen vorliegen. W&#228;re er der &#220;berzeugung, ein M&#228;rtyrer zu sein, w&#252;rde das fehlen suizidaler Tendenzen bemerkenswert sein, aber als zuk&#252;nftiger Regent gibt der Wahn das nicht her. Schizophrenie und die erw&#228;hnte Depression sind diagnostisch eben zwei Paar Schuhe.<br />
Auch sind die intellektuellen F&#228;higkeiten eines schizophrenen Menschen ausdr&#252;cklich nicht beeintr&#228;chtigt und verwahrlosen muss er auch nicht, nur, weil er schizophren ist.<br />
Breiviks <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,776299,00.html">Manifest</a> zeigt eher einen sehr gr&#252;ndlich und pr&#228;zise planenden Menschen.<br />
Pers&#246;nlich sehe ich in den Zweifeln am Gutachten weniger wissenschaftlich fundierte Zweifel als vielmehr &#8220;W&#252;nsche&#8221; einzelner Menschen. Die verst&#228;ndlich sind:</p>
<blockquote><p>
Familienangeh&#246;rige von Breiviks Opfern wollten aber nicht einfach dessen Abschiebung in die Psychiatrie akzeptieren. Sie haben ein zweites Gutachten verlangt, der Staatsanwalt Holden lehnt dies aber ab, da auch die Kommission keine Einspr&#252;che erhaben habe. Auch Breivik selbst und sein Verteidiger wollen kein weiteres Gutachten, auch wenn sie das vorliegende kritisieren. Breivik selbst sieht sich nicht als psychisch krank.<br />
<i>Telepolis</i>
</p></blockquote>
<p>Das Gro&#223;artige daran f&#252;r Breivik: Durch die Enweisung in die Psychiatrie und die Zweifel ander Diagnose kann er seine Legende aufrecht erhalten. Zumindest f&#252;r seine eigenen Augen.<br />
Bleibt zu hoffen, dass er dadurch keine Anh&#228;nger findet.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Urheberrecht I</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/12/30/urheberrecht-i/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 16:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, keine Angst, kein Fernkurs. Soviel Ahnung vom Urheberrecht hab ich auch nicht.
Aber das Thema verfolgt mich seit der Schule und ich stelle fest, dass die gesetzlichen Regelungen von der Digitalisierung geradezu &#252;berrollt wurden. Ich meine von der Digitalisierung der letzten 30 Jahre.
Da es viele Aspekte gibt, werde ich sie in mehrere Pakete gliedern.
W&#228;hrend ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, keine Angst, kein Fernkurs. Soviel Ahnung vom Urheberrecht hab ich auch nicht.<br />
Aber das Thema verfolgt mich seit der Schule und ich stelle fest, dass die gesetzlichen Regelungen von der Digitalisierung geradezu &#252;berrollt wurden. Ich meine von der Digitalisierung der letzten 30 Jahre.<span id="more-532"></span><br />
Da es viele Aspekte gibt, werde ich sie in mehrere Pakete gliedern.<br />
W&#228;hrend des Studiums hatte ich das Gl&#252;ck, in direkter N&#228;her der Zentrale unserer Stadtbibliothek zu wohnen, wo alle erforderlichen Gesetzestexte, -kommentare und Fachzeitungen ausreichend aktuell vorhanden waren. So konnte ich mir den Weg in die Bibliothek der Hochschule sparen.<br />
Die Zentralbibliothek hatte auch eine Musikabteilung, in der man die Partituren aller erdenklichen klassischen Musik einsehen und ausleihen durfte. Allerdings befand sich in der N&#228;he der Musikabteilung kein Fotokopierer. Und an den anderen Kopierern hing ein deutliches Schild mit einem Sinnspruch:</p>
<blockquote><p>Das Kopieren von Noten<br />
ist gesetzlich verboten</p></blockquote>
<p>&#8220;Wieso das?&#8221; fragte ich mich. Schlie&#223;lich darf ich Artikel aus Fachzeitungen und Passagen aus Fachb&#252;chern kopieren, die B&#252;cherei zahlt wie jeder Inhaber eines Kopierers Geb&#252;hren f&#252;r Ger&#228;t und Verbrauchsmaterial an die Verwertungsgesellschaften und die sch&#252;tten es an die Urheber der kopierten Seiten aus. Bei klassischer Musik kam dazu, dass das Urheberrecht an ihr in den meisten F&#228;llen schon 70 Jahre nach dem Tod der Komponisten verfallen war.<br />
Doch im §53 Absatz 4 des Urhebergesetzes steht:</p>
<blockquote><p>(4) Die Vervielf&#228;ltigung<br />
a) graphischer Aufzeichnungen von Werken der Musik,<br />
b) eines Buches oder einer Zeitschrift, wenn es sich um eine im wesentlichen vollst&#228;ndige Vervielf&#228;ltigung handelt,<br />
ist, soweit sie nicht durch Abschreiben vorgenommen wird, stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zul&#228;ssig [...]</p></blockquote>
<p>Es gibt ein vielzitiertes Urteil des Bundesgerichtshofs. Es hat den &#8220;Spitznamen&#8221; <i>Notenstichbilder</i> und wird auf unterschiedlichste Weise interpretiert. Um es zu verstehen, muss man sich mit dem Notensatz im Druck befassen.<br />
Um 1450 herum hatte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg">Johannes Gutenberg</a> den Buchdruck mit beweglichen Lettern und die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Druckerpresse">Druckerpresse</a> erfunden. Er schuf dadurch eine M&#246;glichkeit, Schriftwerke relativ preiswert und schnell zu reproduzieren. Heute ist der Buchdruck so fortgeschritten und allt&#228;glich, dass die Arbeiten des Schriftsetzers in den Hintergrund r&#252;cken. Nicht zuletzt, weil bei Buchstaben und festgelegten Schriftarten nicht allzu viele Variationsm&#246;glichkeiten bestehen.<br />
Anders ist das bei Musiknoten. Diese waren auch nach der Erfindung von fotomechanischem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Offsetdruck">Offsetdruck</a> bei komplexen Werken stets von einem Notenstecher per Hand gezeichnet. Alle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Notensatz">Verfahren</a> zum Druck von Noten mit beweglichen Lettern waren nur f&#252;r einfache Notationen geeignet. Bis zur Verf&#252;gbarkeit von Computersoftware, mit der letztlich jeder Musiker seine Noten selber druckreif setzen und auf dem Laserdrucker ausdr&#252;cken kann, waren Notenbl&#228;tter immer das Wert von speziell ausgebildeten Notenstechern.<br />
Die zitierte Vorschrift aus dem Urhebergesetz dient dem Schutz der Notenstecher, man darf ihre Notenbl&#228;tter nicht einfach kopieren, sondern musste die Noten abschreiben. Das gilt auch, wenn der Komponist bereits hunderte von Jahren tot ist.<br />
Die erw&#228;hnte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsschutz_von_Schriftzeichen#Notenstichbilder">Entscheidung</a> des Bundesgerichtshofes definiert als Ausnahme, dass durchaus kopiert werden darf, wenn es sich um ein gemeinfreies Werk (dessen Urheber z.B. l&#228;nger als 70 Jahre tot ist) ohne Ver&#228;nderung handelt.<br />
Zu St. Martin 2011 stellte die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gema">GEMA</a> &#252;berraschend fest, dass die beim Martingszug gesungenen Lieder zwar inzwischen gemeinfrei sind, aber ihre Texte und Notationen z.T. vereinfacht in Liederb&#252;chern wiedergegeben wurden. Also, ganz klar: Kinderg&#228;rten und Kirchengemeinden, die diese Lieder einfach so kopierten und den Kindern in die Hand dr&#252;ckten, mussten <a href="http://www.shortnews.de/id/860540/Piraterie-GEMA-moechte-Lizenzgebuehren-von-Kindergaerten-fuer-St-Martins-Lieder">zumindest Lizenzgeb&#252;hren</a> zahlen.<br />
Schneller, als sich die beiden Konfliktparteien &#8220;Kultusminister&#8221; und &#8220;GEMA&#8221; auf einen Termin f&#252;r Verhandlungen einigen konnten, gr&#252;ndeten sich die <a href="http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/">Musikpiraten</a>.<br />
Sie sammelten gemeinfreie Versionen der Lieder und setzten sie per Computer, stellten sie dann unter eine Lizenz, die das Kopieren erlaubte und verteilten die Notenhefte. Das ist keine neue Idee, denn es gibt schon l&#228;nger die Initiative <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Free_Sheet_Music">Free Sheet Music</a>, die diese im Zeitalter von Desktop Publishing und Computersatzprogrammen f&#252;r Noten, die die gesetzten St&#252;cke direkt danach auf MIDI-Keyboards abspielen k&#246;nnen, vorgestrige Reglementierung des Notenkopierens durch gemeinfreie Notenbl&#228;tter gemeinfreier Musik aushebeln will.<br />
Dabei w&#228;re es doch ganz einfach.<br />
Ich hab die ersten Notensatzprogramme f&#252;r den Hausgebrauch Anfang der 1990er Jahre benutzt. Sp&#228;testens mit dem Vordringen dieser Technik auf den PC ist der Schutz des vom Notenstecher gesetzten Blattes gegen Fotokopie hinf&#228;llig.<br />
Also seit gut und gerne 20 Jahren.<br />
Ein Blatt Notenpapier, vom Komponisten selber per Computer gesetzt, hat die Produktionskette vom Komponisten zum Notenstecher, der mit der Hand Druckvorlagen herstellt, ersetzt. Sie muss nicht mehr gesch&#252;tzt werden. Seit 20 Jahren.</p>
<p>Und es ist nicht hinzunehmen, dass Musikverlage z.B. durch das Umsetzen der neuen Rechtschreibung in Martinsliedern gemeinfreie Werke <i>ver&#228;ndern</i> und dadurch einen Schutz vor zitierenden Fotokopien etc. von Ausschnitten erhalten, den der Urheber eines Romans oder Lyrikbandes selbst zu Lebzeiten nicht genie&#223;t.<br />
<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/97a573614ea4428387f95f4cb8782589" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=532&amp;md5=e6b15a81893370f3d1a2cb0a9aa2847e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Grundsteuereinheitsbetragsurteilserwartungsantrag</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/12/27/grundsteuereinheitsbetragsurteilserwartungsantrag/</link>
		<comments>http://www.volkerkoenig.de/2011/12/27/grundsteuereinheitsbetragsurteilserwartungsantrag/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.volkerkoenig.de/?p=527</guid>
		<description><![CDATA[Mal ein ganz anderes Thema. Wer (wie ich) Grundbesitz hat, der muss (wie ich) Grundsteuer zahlen. Wie diese Grundsteuer berechnet wird mag jeder bei Wikipedia nachlesen. Jetzt steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ins Haus, die (mal wieder) zu verwirrenden Pressemeldungen f&#252;hrt.
Die Grundsteuer wird nach bestimmten Formeln aus dem Einheitswert der Immobilie berechnet. Der Einheitswert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal ein ganz anderes Thema. Wer (wie ich) Grundbesitz hat, der muss (wie ich) Grundsteuer zahlen. Wie diese Grundsteuer berechnet wird mag jeder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsteuer_(Deutschland)">bei Wikipedia nachlesen</a>. Jetzt steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ins Haus, die (mal wieder) zu verwirrenden Pressemeldungen f&#252;hrt.<span id="more-527"></span><br />
Die Grundsteuer wird nach bestimmten Formeln aus dem Einheitswert der Immobilie berechnet. Der Einheitswert ist grob gesagt die Summe, die das Haus kosten w&#252;rde, wenn man es zum Preisniveau von 1963 so bauen w&#252;rde, wie es heute ist.<br />
Das ist ein sehr theoretisches Ding, denn in der Regel wird der EW nur einmal ermittelt &#8211; wenn das Haus fertiggestellt wird. Mein Haus wurde in den 1950er Jahren gebaut und hatte damals nur ein Haupthaus mit Plumpsklo im Garten. Angesichts des Verlaufs der Kanalisation wird klar, dass damals eben nichtmal ein Kanal existierte. Die Erweiterungen um einen Schuppen, der inzwischen K&#252;che und Bad beherbergt, und die Kanalisation etc. waren erheblich wertsteigernd. Das alles wird im EW nicht ber&#252;cksichtigt.<br />
W&#252;rde ein von der Fl&#228;che und Ausstattung vergleichbares Haus heute gebaut, w&#252;rde es ber&#252;cksichtigt. Der Einheitswert eines Altbaus ist daher in der Regel erheblich niedriger als er gemessen an den steigenden Ausstattungsmerkmalen sein m&#252;sste. Aber auch die Entwicklung der Grundst&#252;ckslage kann den Wert (zu dem auch der Grundst&#252;ckswert geh&#246;rt, der lageabh&#228;ngig ist) beeinflussen.<br />
Was an der Berechnung des Einheitswertes so gravierend ungerecht ist, dass man damit rechnet, dass er 2012 vom Bundesverfassungsgericht &#8220;gekippt&#8221; wird, haben einige Immobiliensachverst&#228;ndige <a href="http://www.immowertermittlung.de/einheitswert.htm">hier</a> ganz verst&#228;ndlich ausgef&#252;hrt.<br />
Jetzt gibt es Menschen, die sparen wollen.<br />
Ob man durch eine Neuregelung der Grundsteuerberechnung Gewinn oder Verlust macht, kann man sich ausmalen: Die neue Regelung, die nach dem Urteil kommen wird, wird gerechter sein. Ich werde Verlust machen weil meine Grundsteuer steigen wird, die Eigent&#252;mer von Neubauten werden hingegen weniger zahlen.<br />
Aber Sparf&#252;chse merken: Wenn das Bundesverfassungsgericht das Gesetz kippt, gibt es zwei M&#246;glichkeiten:</p>
<ul>
<li>Das Gesetz war schon immer verfassungswidrig und wird umgehend aufgehoben und damit alle Grundsteuerbescheide und Einheitswertbescheide ung&#252;ltig, </li>
<li>Das Verfassungsgericht mahnt eine Neuregelung binnen einer Frist an und erkl&#228;rt das Gesetz nach Ablauf der Frist f&#252;r aufgehoben.</li>
</ul>
<p>Nun sind die Grundsteuerbescheide der Gemeinden, auf deren Basis man Geld zahlen muss, genauso, wie die Einheitswertbescheide der Finanz&#228;mter nach Ablauf eines Monats unanfechtbar, auch, wenn die Rechtsgrundlage sp&#228;ter als verfassungswidrig erkannt wird. Aber m&#246;glicherweise kann man in Variante 1 davon profitieren, dass man ein Verwaltungsverfahren in Gang setzt, das eine neue Festsetzung des Einheitswertes als Ziel hat und wegen des schwebenden Verfahrens vor dem Bundesverfgassungsgericht bis zur Entscheidung ausgesetzt wird. Wird die Regelung ohne &#220;bergangsfrist gekippt h&#228;tte man <i>den Gemeinden</i> m&#246;glicherweise die Rechtsgrundlage zwischen Antrag und unter dem Hintern weggezogen.<br />
Und das auch r&#252;ckwirkend, da man den Einheitswert auch f&#252;r das laufende Jahr neu feststellen lassen kann.<br />
Das steht <a href="http://www.nw-news.de/lokale_news/buende/buende/5610018_Widerspruch_gegen_Grundsteuer_B.html">hier</a> etwas verwirrend und <a href="http://www.nw-news.de/lokale_news/buende/buende/5617800_Grundsteuerantrag_nur_ans_Finanzamt.html">hier</a> dann korrigiert. Recht unscharf ist auch die Ausf&#252;hrung <a href="http://wirtschaft.t-online.de/steuern-und-immobilien-ringen-um-die-grundsteuer/id_52379096/index">hier</a>.<br />
Was an den Aussagen wichtig ist:</p>
<blockquote><p>Je nachdem, was das Bundesverfassungsgericht in diesem Fall als &#220;bergangsregelung bestimmt, kann das eine Steuerersparnis f&#252;r Eigenheimbesitzer und Wohnungseigent&#252;mer bedeuten.</p></blockquote>
<p>und</p>
<blockquote><p>Es ist damit zu rechnen, dass das Finanzamt den Antrag zur&#252;ckweist. Dann muss auch noch gegen diesen Bescheid Einspruch eingelegt werden. </p></blockquote>
<p>Was ich machen werde?<br />
Nichts. Meine Grundsteuer ist nicht so hoch, dass ich f&#252;r die bestenfalls 50%ige Chance, dass ich je nach &#220;bergangsregelung einen Gewinn mache, den Aufwand, erst eine Neuberechnung zu fordern und dann gegen die Ablehnung Widerspruch einzulegen, nicht einsehe. Aber das muss jeder anhand seines Sparwillens und seines Grundsteuerbescheides selber ermitteln.</p>
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