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	<title>Volker König</title>
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	<description>Heilpraktiker (Psychotherapie) und freier Journalist</description>
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		<title>Rettet die Phrasenschweine!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 10:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. 
Im BildBLOG war heute der Katastrophenplaner verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phrasenschweine scheinen arme S&#228;ue zu sein. Wenn ich mir die Futterproduktion in der deutschen Presselandschaft so anschaue, dann sind sie fast ausgestorben. Denn fr&#252;her haben sie noch vor dem Redaktionsschluss vieles aufgefressen, was heute an Nichtschlagzeilen zu lesen ist. <span id="more-551"></span><br />
Im <a href="http://www.bildblog.de">BildBLOG</a> war heute der <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.com/2012/01/der-katastrophenplaner.html">Katastrophenplaner</a> verlinkt. Ein wunderbarer Beitrag von Thomas Steinschneider &#252;ber die Sterotypien medialer Katstrophenberichterstattung, der reihenweise inhaltsleere Phrasen aus den Headlines zu einer beliebigen Katastrophe vorhersieht:<br />
<i>Man mu&#223; mit dem Schlimmsten rechnen</i>, weil die <i>Lage weiter un&#252;bersichtlich</i> ist. Sowieso ist derzeit alles ein <i>Bild des Schreckens</i>. So weit so klar, diese Abl&#228;ufe kennen wir zur Gen&#252;ge. Etwas schreckliches ist passiert und alle Medien wollen gelesen werden, das heisst, die Schlagzeilen m&#252;ssen auch zu einem Zeitpunkt schon griffig sein, wo man noch gar nichts in den H&#228;nden hat, was nicht eh alle wissen.<br />
Das alles stammt vom Boulevard, ist aber in den letzten Jahren &#8211; vermutlich per Schmierblattinfektion &#8211; in fr&#252;her seri&#246;se Medien vorgedrungen.<br />
Dieses Muster des verklausulierten &#8220;es gibt nichts wirklich neues, aber wir brauchen halt eine Schlagzeile&#8221; findet sich auch au&#223;erhalb von Katastrophen. Dabei k&#246;nnten viele der Headlines auch lauten: <i>Klicken Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu berichten!</i><br />
Ich habe mal die <strike>nervigsten</strike> h&#228;ufigsten Phrasen aufgelistet:</p>
<ul>
<li><b>Wirbel um</b><br />
Wenn um irgendetwas Wirbel ist, dann gibt es einen m&#246;glichen Konflikt, aber die vermeintlichen Konfliktparteien sind noch nicht dar&#252;ber informiert. <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151049">Wirbel schon vor der Regierungsbildung</a> heisst nur, dass ein frisch gew&#228;hltes Parlament um die besten Pl&#228;tze im Plenarsaal rangelt, diesen Kindergarten haben wir in Deutschland genauso wie in allen Demokratien.<br />
Auch <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Saisonkraefte-bei-Amazon-sorgen-fuer-Wirbel-1378100.html">Saisonkr&#228;fte sorgen f&#252;r Wirbel</a>, wenn man noch nicht ausdiskutiert hat, was daran so schlimm sein soll, dass Amazon sich exakt so verh&#228;lt wie alle anderen Unternehmen. Manchmal wirbelt es gar schon vor dem Skandal: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Geplanter-Schultrojaner-sorgt-fuer-Wirbel-1369193.html">Geplanter &#8220;Schultrojaner&#8221; sorgt f&#252;r Wirbel</a>. Da war noch gar nicht klar, was denn der Skandal sein soll: Dass die Software der Schulbuchverlage ein Lizenzmanagement nutzt, wie viele andere Software auch, oder dass man sie mit viel M&#252;he &#8220;Trojaner&#8221; bezeichnen kann, obwohl sie ungef&#228;hr gar keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trojanisches_Pferd_(Computerprogramm)">Trojanermerkmale</a> hat??
</li>
<li><b>erh&#246;hter Druck</b><br />
Der Druck erh&#246;ht sich immer dann, wenn nichts neues an Fakten vorhanden ist, man aber das Thema mit einer Schlagzeile besetzen will. Heute <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/lobby-affaere-erhoeht-druck-auf-wulff-herr-bundespraesident-erloesen-sie-uns-1776933.html">erh&#246;ht eine Lobbyaffaire den Druck auf Wulff</a>, genau wie Bonusmeilen, Leihgarderobe, Mailboxnachrichten, die <a href="http://www.az-online.de/nachrichten/politik/erhoeht-druck-wulff-1561714.html">SPD</a> selbstverst&#228;ndlich, aber inzwischen auch die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-der-kritik-cdu-erhoeht-druck-auf-wulff-1.1255338">CDU</a> und das alles seit Mitte Dezember mehrmals t&#228;glich.<br />
Dabei heisst das erstmal nichts, denn Wulff ist bis heute nicht ob des ganzen Drucks geplatzt. Etwas plastischer wird die Nichtaussage der Schlagzeile bei <a href="http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/nachrichten/polizei-druck-auf-raser-waechst-1.2678653">Polizei: Druck auf Raser w&#228;chst</a> &#8211; denn: &#8220;NRW-Innenminister Ralf J&#228;ger (SPD) hat die Polizei angewiesen, die Geschwindigkeits&#252;berwachung zu verst&#228;rken.&#8221; Die betreffende Polizei berichtet, sie habe zwei Radarfahrzeuge und 14 Lasermessger&#228;te. Ach was, denkt man da. Und jetzt? Dass diese nicht im Lager eingemottet sind sondern sich im Einsatz befinden unterstelle ich mal. Also raus mit der Sprache: Sonderschichten? K&#252;rzere Zigarettenpausen w&#228;hrend der Kontrollen?<br />
&#8220;J&#228;gers Wunsch wird von der Polizei im Kreis Mettmann umgesetzt&#8221;, sagt der zust&#228;ndige Polizeibeamte. &#8220;Ja, aber wie?!?&#8221; fleht mein innerer Faktenaggregator, kein Wort &#252;ber irgendeine Erh&#246;hung der Kontrolldichte. Am Ende erinnert die Meldung maximal an die Existenz von Geschwindigkeitskontrollen an sich.<br />
Ich m&#246;chte wetten, dass die Aufforderung des Innenministers &#252;ber den Ticker lief und zwei Jouernalisten lokalen Bezug der Meldung herstellen wollten. Also ran ans Telefon. Schade, hat nicht geklappt, aber nach den zeitraubenden Telefonaten mit Polizei und Kreisverwaltung <i>muss</i> man doch irgendwas schreiben, oder?</li>
<li><b>So machen Sie es richtig</b><br />
Mit der richtigen Headline kann man <strike>unwichtige</strike> <strike>l&#228;ngst bekannte</strike> hilfreiche Aussage zu irgendeinem Thema, seien es <a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/beruf/telefonate-im-job-so-machen-sie-es-richtig-1.2179310">berufliche Telefonate</a> oder <a href="http://www.gofeminin.de/maenner-verstehen/flirten-flirttipps-flirtsignale-d6065.html">m&#228;nnliche Flirtsignale</a>, die verbl&#252;ffend den <a href="http://lifestyle.t-online.de/koerpersprache-so-flirten-sie-richtig/id_19966416/index">weiblichen Flirtsignalen</a> gleichen, zum Ratgeber machen. Hauptsache man nutzt den kanonischen Absolutheitsanspruch eines Herrn Knigge, dass es genau so geht und nicht anders, und wenn man in drei Monate was anderes schreibt, haben sich Wissenschaft oder Sitten eben ge&#228;ndert. Leider gilt das nicht nur in typischen Wartezimmerzeitungen, sondern inzwischen auch im <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,758145,00.html">SPIEGEL</a> und beim <a href="http://www.heise.de/whitepapers/So-machen-Sie-mehr-Umsatz-im-E-Commerce--/detail/1736">Heise-Verlag</a>.</li>
<li><b>&#8230;.sind im Kommen</b><br />
Irgendwo sieht ein Journalist etwas relativ Neues zum zweiten Mal und denkt sich: Da ist doch was im Kommen. Meistens muss der Journalist nichtmal das B&#252;ro dazu verlassen, denn er sieht etwas das zweite Mal in Pressemeldungen irgendwelcher Konzerne oder Verb&#228;nde. Wo er es letzte Woche das erste Mal sah. Egal, ob <a href="http://www.welt.de/motor/article13795801/Heimliche-Rentner-Autos-sind-im-Kommen.html">heimliche Rentnerautos</a> oder ein Fahrzeugdesigner ausruft <a href="http://www.n-tv.de/auto/Kleine-SUVs-sind-im-Kommen-article5025901.html">Liebling, ich habe den HUMMER geschrumpft</a>, ob <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/70864_66946.aspx">Netz-Apotheken</a> oder <a href="http://www.windkraft-journal.de/2011/11/08/kleinwindkraftanlagen-sind-im-kommen-windenergietag-am-samstag-26-november/">Kleinwindkraftanlagen</a> &#8211; wir haben nichts zu sagen, aber plappern Pressestellen einen Trend nach.</li>
</ul>
<p>Die Boulevardisierung der Medien schreitet also voran (wieder eine Phrase), durch den erh&#246;hten Druck ist Wirbel im Kommen. Was sicher <strike>nicht</strike> nur am b&#246;sen Internet liegt, durch das m&#252;ndige LeserInnen alles genauso schnell erfahren wie die Redakteure.<br />
Nein &#8211; vielmehr sparen Verlage seit den 1990ern an festangestelltem Personal, von den Honoraren der Freien Mitarbeiter kann kaum einer leben, was auf die Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge schl&#228;gt. Mit einem praktischen Phrasenbaukasten kann man auch ohne gro&#223;e Rechercheergebnisse einen guten Aufmacher reissen.<br />
Wie auch immer &#8211; in Redaktionen scheint das (echte) Phrasenschwein aus der Mode geraten, das Sparschwein, in das jeder Redakteur f&#252;r jede tumbe Phrase einen Euro einwerfen muss. Alleine der Wulff-Skandal mit seinen zahllosen Unterskand&#228;lchen h&#228;tte in manchen Redaktionen phrasenschweinfinanzierte Weihnachtsfeiern im Stil der ERGO-Versicherungen erm&#246;glicht.</p>
<p><i>Einen hab ich noch:</i><br />
Eine ganz besondere Sammlung von Phrasenschweinfutter hat die taz im Angebot. Allein &#8211; es ist alles nur geklaut, bei der Konkurrenz: Die Dauerausstellung <a href="http://taz.de/!s=neues+vom+scheideweg/">Neues vom Scheideweg</a> mit aktuellen Berichten &#252;ber den Wirbel an der wohl &#252;berlaufendsten Stra&#223;enkreuzung der Welt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=551&amp;md5=d3d9374cb72859f830af2913bbb4ee55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Urheberrecht II</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/01/20/urheberrecht-ii/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 17:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf D-64.Org schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem. 
Und er hat Recht.
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines "Werkes", also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.d-64.org">D-64.Org</a> schreibt Mathias Richel einige sehr kluge Sachen und behauptet: <a href="http://d-64.org/das-urheberrecht-ist-nicht-das-problem/">Das Urheberrecht ist (nicht) das Problem</a>.<br />
Und er hat Recht.<span id="more-540"></span><br />
Ich halte es f&#252;r selbstverst&#228;ndlich, dass der Urheber eines &#8220;Werkes&#8221;, also eines Liedes, eines Gem&#228;ldes, einer Fotografie oder eines Gedichts oder Romans, zun&#228;chst alle Rechte daran hat. Diese Rechte schlie&#223;en das Recht ein, das Werk zu ver&#246;ffentlichen &#8211; oder es nicht zu tun, es zu verkaufen &#8211; oder zu verschenken.<br />
Die meisten Werke, die im Zusammenhang mit dem Internet problematisiert werden, k&#246;nnen reproduziert werden. Fotos, Musikst&#252;cke, Texte, Filme, all diese Werke sind digital erfassbar und speicherbar.<br />
Wer ein solches Werk ver&#246;ffentlicht, wird das &#252;ber Reproduktionen, Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke machen: Das Buch, die CD, die Filmkopie im Kino oder auf DVD. Diese Reproduktionen kosten seit der Erfindung des Buchdrucks Geld, das der Urheber meist nicht besitzt.<br />
Daher suchte er sich Vertragspartner, die ihm das Geld vorlegten. So entstanden nach einer kleinen Lautverschiebung die Verlage.<br />
Heute sind die Verlagsvertr&#228;ge, die Urheber untschreiben m&#252;ssen, damit ihre Werke verlegt werden, mitunter kiloschwere W&#228;lzer. Das Urhebergesetz regelt, welche Nutzungsrechte Urheber den Verlagen einr&#228;umen k&#246;nnen &#8211; das dient dem Schutz der Urheber, denn es verbietet zum Beispiel, dass auch die Nutzung eines Werkes in einer Form, die zum Vertragsschluss noch nicht existierte, nicht pauschal erlaubt werden darf, und dass der Urheber bei &#252;berraschend hohen Einnahmen durch ein Buch (z.B. beim Verkauf der Filmrechte f&#252;r einen &#252;berraschenden Bestseller) durchaus nachverhandeln und eine angemessene Beteiligung erwarten kann.<br />
Mathias Richel schreibt ganz richtig:</p>
<blockquote><p>Die Kulturschaffenden hatten zwar damals wie heute formal die Urheberrechte, in der Praxis aber sorgten Marktmacht der gro&#223;en Verwerter und der Winner-take-all-Charakter der Kulturindustrie daf&#252;r, dass die gro&#223;e Mehrheit wenig bis gar nichts an ihren Urheberrechten verdiente. Brotlose Kunst kommt nicht von ungef&#228;hr. Nur wenige Gl&#252;ckliche konnten von ihrer Kunst leben und eine winzige prominente Minderheit hatte die Verhandlungsmacht f&#252;r ein wirklich gutes Einkommen.</p></blockquote>
<p>Das hat sich teilweise ge&#228;ndert. &#220;ber das Internet kann jeder in Windeseile Texte, Fotos und Musik verbreiten, er ben&#246;tigt lediglich einen PC mit Internetzugang. Wer sich das Layout eines Buches selber zutraut oder ein paar Euro in die Hand nimmt, kann f&#252;r unter 1000€ &#252;ber Book-on-Demand-Dienste selber Texte in Holzform publizieren.<br />
Das gleiche gilt f&#252;r Mashups, also die Nutzung von Werken anderer Urheber, um daraus oder mit ihrer Hilfe eigene Werke zu schaffen. Im Film kennt man das als &#8220;Zitat&#8221; und der Film &#8220;Tote tragen keine Karos&#8221; mit Steve Martin besteht aus etlichen Schnipseln alter Humphrey-Bogard-Filme.<br />
Die heutigen Mashups zu machen ist nichts Neues, es ist etwas, das in der Kunst gang und G&#228;be ist. Jedoch k&#228;mpfen die Verlage dagegen an, dass die von ihnen &#8220;gekauften&#8221; Lieder unter Videos gelegt oder neu gemixt werden. Sie k&#228;mpfen gegen winzigste Schnipsel aus ihren Filmen, die remixed wurden.<br />
Und das ist oft gerade nicht im Sinne der K&#252;nster.<br />
Kunst lebt von der Reflexion. 1990 wollte der Musikverlag A&#038;M Records gegen den auf Platte ver&#246;ffentlichten Remix des Songs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tom%E2%80%99s_Diner">Tom&#8217;s Diner</a> von Suzanne Vega vorgehen. Suzanne Vega selber setzte sich daf&#252;r ein, dass dieser Remix ver&#246;ffentlicht wurde, es gab sogar kurz darauf einen Remix-Wettbewerb um den Song.<br />
In den fr&#252;hen 1970ern trat im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danny%E2%80%99s_Pan">Danny&#8217;s Pan</a> in Hamburg ein junger K&#252;nstler namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Kr%C3%BCger">Mike Kr&#252;ger</a> auf. Er parodierte live vor Publikum Songs aus den Charts, die man damals noch Hitparade nannte, und machte aus &#8220;Mendocino&#8221; einen Song namens &#8220;Hamburg Olsdorf&#8221;, &#8220;Angie&#8221; wurde zu &#8220;Gehn Sie!&#8221;. Damals wurde er ber&#252;hmt. Heute w&#252;rde er seine Parodien bei Youtube hochladen und &#252;ber Kurz oder Lang verklagt.<br />
Sicherlich sind Tauschb&#246;rsen, in denen &#8220;Raubkopien&#8221; verbreitet werden, illegal und inakzeptabel. Die Abmahnindustrie, die sich seit den 1990ern etabliert hat, ist aber keinen Deut akzeptabler und verursacht bei einzelnen Menschen, die in ihre M&#252;hlen geraten, mehr Schaden, als die einzelnen Raubkopien anzurichten verm&#246;gen.</p>
<p>Ganz daneben ist es aber, wenn die Verlage die kreative Auseinandersetzung mit anderen Werken zu unterbinden. Dazu halte ich einzig die Urheber, die K&#252;nstler selber, f&#252;r befugt.<br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/a60d834be83d4239b31c96b21e3961ff" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=540&amp;md5=95d411f411515411160d2cf24d8efd24" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>T&#228;ter oder paranoid?</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2012/01/05/tater-oder-paranoid/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 11:54:45 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie schwierig es ist, mit psychisch kranken T&#228;tern umzugehen, zeigt sich aktuell im Fall Anders Breivik. W&#228;hrend Gutachter bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostizierten, h&#228;lt das Personal der psychiatrischen Klinik ihn f&#252;r zurechnungsf&#228;hig.
Gerade, wenn es um die strafrechtliche Beurteilung von Taten geht, die irgendwo politisch sind, begeben sich alle Beteiligten schnell auf d&#252;nnes Eis.
Terroristen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schwierig es ist, mit psychisch kranken T&#228;tern umzugehen, zeigt sich aktuell im Fall Anders Breivik. W&#228;hrend Gutachter bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostizierten, h&#228;lt das Personal der psychiatrischen Klinik ihn f&#252;r zurechnungsf&#228;hig.<br />
Gerade, wenn es um die strafrechtliche Beurteilung von Taten geht, die irgendwo politisch sind, begeben sich alle Beteiligten schnell auf d&#252;nnes Eis.<span id="more-536"></span><br />
Terroristen neigen zu Beschaffungskriminalit&#228;t. Sowohl Baader-Meinhof als auch die &#8220;Zwickauer Zelle&#8221; haben Banken &#252;berfallen, um sich zu finanzieren. Auch Terroristen, die nur wegen der Bank&#252;berf&#228;lle verurteilt wurden, werden von Amnesty International als politische Gefangene einsortiert.<br />
Denn: In Unrechtsregimen ist es Gang und G&#228;be, die politischen Gegner wegen anderer, gerne auch konstruierter Delikte als politischen Taten &#8220;f&#252;r immer wegzusperren&#8221; oder gar zu t&#246;ten. Da w&#228;ren Verurteilungen wegen Bank&#252;berf&#228;llen, am besten noch in Tateinheit mit Mord an ein paar Polizeibeamten oder Geiseln, nat&#252;rlich eine Steilvorlage.<br />
Noch beliebter ist das Wegsperren wegen psychischer St&#246;rungen. T&#228;ter (was auch immer sie getan haben), die unter einer psychischen St&#246;rung leiden, k&#246;nnen f&#252;r ihre Tat nicht verantwortlich gemacht werden. Ein Gerichtsverfahren kann sich daher auf die Feststellung beschr&#228;nken, dass die Tat grausam war, aber der T&#228;ter ver&#252;ckt. Au&#223;erdem muss man sich nicht mit der Intention seiner Tat auseinandersetzen, die politische Diskussion wird durch die Diagnose hinf&#228;llig.<br />
Aber auch nach einer langen, langen Haftstrafe ohne Behandlung w&#228;re der T&#228;ter eben nicht weniger gef&#228;hrlich. Also wird er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, damit er nicht noch weitere Menschen gef&#228;hrdet und behandelt werden kann.<br />
Dass Menschen durch Behandlungen, die im Allgemeinen als Gehirnw&#228;sche bezeichnet werden, gef&#252;gig gemacht werden k&#246;nnen, ist bekannt.<br />
Jetzt wurde Anders Breivik, dessen Tat zweifelsohne politisch motiviert war, von gerichtsbestellten Gutachtern untersucht. Sie <a href="http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/14241412-gutachter-breivik-paranoid-schizophren.html">stellten fest</a>, dass er unter einer paranoiden Schizophrenie leidet:</p>
<blockquote>
<p>Der zust&#228;ndige Staatsanwalt Svein Holden gab an, dass Breivik nach Meinung der Psychiater komplett von &#8220;bizarren und gr&#246;&#223;enwahnsinnigen (&#8220;grandiosen&#8221;) Zwangsvorstellungen&#8221; beherrscht sei. &#8220;Danach kann er nach eigener Auffassung entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss&#8221;, berichtete Holden weiter aus dem 243 Seiten umfassenden Gutachten.<br />
Holden sagte, die Rechtspsychiater h&#228;tten ihn als jemanden geschildert, &#8220;der sich f&#252;r den perfektesten Ritter seit dem Zweiten Weltkrieg h&#228;lt&#8221;. Breivik habe in den 13 Gespr&#228;chen von insgesamt 36 Stunden Dauer auch vermittelt, dass er sich f&#252;r einen &#8220;zuk&#252;nftigen Regenten&#8221; halte. Er habe au&#223;erdem menschliche &#8220;Zuchtprojekte mit Norwegern in Reservaten&#8221; angek&#252;ndigt.</p></blockquote>
<p>Nicht &#8220;w&#228;hrend der Tat litt&#8221;, sondern chronisch, jetzt auch noch.<br />
Die Symptome der paranoiden Schizophrenie sind im ICD-10 definiert:</p>
<blockquote><p><b>F20.0 Paranoide Schizophrenie</b><br />
Die paranoide Schizophrenie ist durch best&#228;ndige, h&#228;ufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsst&#246;rungen. St&#246;rungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache, katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend.</p></blockquote>
<p>Zu den spezifischen Symptomen kommen die allgemeinen Symptome der Schizophrenie hinzu:</p>
<blockquote><p><b>F20.- Schizophrenie</b><br />
Die schizophrenen St&#246;rungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische St&#246;rungen von Denken und Wahrnehmung sowie inad&#228;quate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen F&#228;higkeiten sind in der Regel nicht beeintr&#228;chtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln k&#246;nnen. Die wichtigsten psychopathologischen Ph&#228;nomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gef&#252;hl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder &#252;ber ihn sprechen, Denkst&#246;rungen und Negativsymptome.</p></blockquote>
<p>Generell haben schizophrene Menschen also ein ver&#228;ndertes Gef&#252;hlsleben, das sind die inad&#228;quaten oder verflachten Affekte. Freude, Trauer und insbesodnere die Empathie mit anderen Lebewesen sind abgeschw&#228;cht oder unpassend. Ich will das nicht als Erkl&#228;rung f&#252;r Breiviks Kaltbl&#252;tigkeit w&#228;hrend der Tat heranziehen, obwohl es sich aufdr&#228;ngt.<br />
Weitere &#8220;Standardsymptome&#8221; sowohl der allgemeinen als auch der paranoiden Schizophrenie sind verschiedene Auspr&#228;gungen von Wahnvorstellungen sowie die deutlich davon abzugrenzenden Haluzinationen.<br />
Haluzinationen sind Wahrnehmungen von Dingen, die nicht der Realit&#228;t entsprechen, also das H&#246;ren von objektiv nicht vorhandenen Stimmen, visuelle Erscheinungen und so weiter. Im weitesten Sinne verwandt sind die erw&#228;hnten Gedankeneingebungen, also das Gef&#252;hl, dass man von au&#223;en gesteuert wird, oder der entgegengesetzte Gedankenentzug.<br />
Wahnvorstellungen sind &#220;berzeugungen von Sachverhalten, die objektiv nicht stimmen. Die &#220;berzeugung, dass Michael Jackson eine Au&#223;erirdischer war ist ebenso eine Wahnvorstellung wie die &#220;berzeugung, dass ein Geheimbund von Illuminaten, Pastamonstern oder kleinen, behaarten Lebewesen mit spitzen Ohren, Reissz&#228;hnen und langen Schw&#228;nzen die Welt beherrscht und uns alle unterjocht. Genauso ist es eine Wahnvorstellung, wenn man glaubt, Superman zu sein und fliegen zu k&#246;nnen &#8211; und Breiviks Selbstbild erf&#252;llt die Voraussetzungen f&#252;r die Diagnose einer Wahnvorstellung.<br />
Erforderlich als Ausschlusskriterium f&#252;r die Diagnos eder paranoiden Schizophrenie ist weder die Haluzination noch die Wahnvorstellung.<br />
Nun widersprechen die &#196;rzte der psychiatrischen Klinik, in  der Breivik untergebracht ist, dem Gutachten.</p>
<blockquote><p>
Die aufsehenerregenden Bewertungen von Breiviks Zustand stammen von drei Psychologen und einem Psychiater, die in Ila die H&#228;ftlinge betreuen. Seitdem Breivik am 26. Juli dort eintraf, haben sie ihn mehr als 80 Mal untersucht, die ersten sieben Wochen lang sogar t&#228;glich, berichtet die Zeitung Aftenposten. Der Untersuchungsh&#228;ftling sei bei guter Gesundheit, er wirke nicht depressiv, nichts deute auf eine Psychose hin, notierten die Fachleute ein ums andere Mal ins Journal. Es bestehe weder Selbstmordgefahr noch Bedarf f&#252;r irgendeine Art von Behandlung.<br />
<i>Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/gutachten-zu-anders-behring-breivik-schizophrener-streit-1.1250982">Schizophrener Streit</a></i>
</p></blockquote>
<p>Auch an anderer Stelle wird <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/10/151162">vergleichbares</a> berichtet:</p>
<blockquote><p>
Er h&#246;re keine Stimmen, habe keine anderen Halluzinationen, halte Blickkontakt und seine Zelle in Ordnung, er sei psychisch stabil, meist normaler, manchmal guter Stimmung und aufmerksam, die Suizidgefahr sei niedrig
</p></blockquote>
<p>Was ist davon zu halten?<br />
Suizidgefahr hat sehr wenig mit Schizophrenie zu tun. Suizid im Rahmen der Wahnvorstellungen h&#228;ngt davon ab, was f&#252;r Wahnvorstellungen vorliegen. W&#228;re er der &#220;berzeugung, ein M&#228;rtyrer zu sein, w&#252;rde das fehlen suizidaler Tendenzen bemerkenswert sein, aber als zuk&#252;nftiger Regent gibt der Wahn das nicht her. Schizophrenie und die erw&#228;hnte Depression sind diagnostisch eben zwei Paar Schuhe.<br />
Auch sind die intellektuellen F&#228;higkeiten eines schizophrenen Menschen ausdr&#252;cklich nicht beeintr&#228;chtigt und verwahrlosen muss er auch nicht, nur, weil er schizophren ist.<br />
Breiviks <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,776299,00.html">Manifest</a> zeigt eher einen sehr gr&#252;ndlich und pr&#228;zise planenden Menschen.<br />
Pers&#246;nlich sehe ich in den Zweifeln am Gutachten weniger wissenschaftlich fundierte Zweifel als vielmehr &#8220;W&#252;nsche&#8221; einzelner Menschen. Die verst&#228;ndlich sind:</p>
<blockquote><p>
Familienangeh&#246;rige von Breiviks Opfern wollten aber nicht einfach dessen Abschiebung in die Psychiatrie akzeptieren. Sie haben ein zweites Gutachten verlangt, der Staatsanwalt Holden lehnt dies aber ab, da auch die Kommission keine Einspr&#252;che erhaben habe. Auch Breivik selbst und sein Verteidiger wollen kein weiteres Gutachten, auch wenn sie das vorliegende kritisieren. Breivik selbst sieht sich nicht als psychisch krank.<br />
<i>Telepolis</i>
</p></blockquote>
<p>Das Gro&#223;artige daran f&#252;r Breivik: Durch die Enweisung in die Psychiatrie und die Zweifel ander Diagnose kann er seine Legende aufrecht erhalten. Zumindest f&#252;r seine eigenen Augen.<br />
Bleibt zu hoffen, dass er dadurch keine Anh&#228;nger findet.</p>
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		<title>Urheberrecht I</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/12/30/urheberrecht-i/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 16:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, keine Angst, kein Fernkurs. Soviel Ahnung vom Urheberrecht hab ich auch nicht.
Aber das Thema verfolgt mich seit der Schule und ich stelle fest, dass die gesetzlichen Regelungen von der Digitalisierung geradezu &#252;berrollt wurden. Ich meine von der Digitalisierung der letzten 30 Jahre.
Da es viele Aspekte gibt, werde ich sie in mehrere Pakete gliedern.
W&#228;hrend ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, keine Angst, kein Fernkurs. Soviel Ahnung vom Urheberrecht hab ich auch nicht.<br />
Aber das Thema verfolgt mich seit der Schule und ich stelle fest, dass die gesetzlichen Regelungen von der Digitalisierung geradezu &#252;berrollt wurden. Ich meine von der Digitalisierung der letzten 30 Jahre.<span id="more-532"></span><br />
Da es viele Aspekte gibt, werde ich sie in mehrere Pakete gliedern.<br />
W&#228;hrend des Studiums hatte ich das Gl&#252;ck, in direkter N&#228;her der Zentrale unserer Stadtbibliothek zu wohnen, wo alle erforderlichen Gesetzestexte, -kommentare und Fachzeitungen ausreichend aktuell vorhanden waren. So konnte ich mir den Weg in die Bibliothek der Hochschule sparen.<br />
Die Zentralbibliothek hatte auch eine Musikabteilung, in der man die Partituren aller erdenklichen klassischen Musik einsehen und ausleihen durfte. Allerdings befand sich in der N&#228;he der Musikabteilung kein Fotokopierer. Und an den anderen Kopierern hing ein deutliches Schild mit einem Sinnspruch:</p>
<blockquote><p>Das Kopieren von Noten<br />
ist gesetzlich verboten</p></blockquote>
<p>&#8220;Wieso das?&#8221; fragte ich mich. Schlie&#223;lich darf ich Artikel aus Fachzeitungen und Passagen aus Fachb&#252;chern kopieren, die B&#252;cherei zahlt wie jeder Inhaber eines Kopierers Geb&#252;hren f&#252;r Ger&#228;t und Verbrauchsmaterial an die Verwertungsgesellschaften und die sch&#252;tten es an die Urheber der kopierten Seiten aus. Bei klassischer Musik kam dazu, dass das Urheberrecht an ihr in den meisten F&#228;llen schon 70 Jahre nach dem Tod der Komponisten verfallen war.<br />
Doch im §53 Absatz 4 des Urhebergesetzes steht:</p>
<blockquote><p>(4) Die Vervielf&#228;ltigung<br />
a) graphischer Aufzeichnungen von Werken der Musik,<br />
b) eines Buches oder einer Zeitschrift, wenn es sich um eine im wesentlichen vollst&#228;ndige Vervielf&#228;ltigung handelt,<br />
ist, soweit sie nicht durch Abschreiben vorgenommen wird, stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zul&#228;ssig [...]</p></blockquote>
<p>Es gibt ein vielzitiertes Urteil des Bundesgerichtshofs. Es hat den &#8220;Spitznamen&#8221; <i>Notenstichbilder</i> und wird auf unterschiedlichste Weise interpretiert. Um es zu verstehen, muss man sich mit dem Notensatz im Druck befassen.<br />
Um 1450 herum hatte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg">Johannes Gutenberg</a> den Buchdruck mit beweglichen Lettern und die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Druckerpresse">Druckerpresse</a> erfunden. Er schuf dadurch eine M&#246;glichkeit, Schriftwerke relativ preiswert und schnell zu reproduzieren. Heute ist der Buchdruck so fortgeschritten und allt&#228;glich, dass die Arbeiten des Schriftsetzers in den Hintergrund r&#252;cken. Nicht zuletzt, weil bei Buchstaben und festgelegten Schriftarten nicht allzu viele Variationsm&#246;glichkeiten bestehen.<br />
Anders ist das bei Musiknoten. Diese waren auch nach der Erfindung von fotomechanischem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Offsetdruck">Offsetdruck</a> bei komplexen Werken stets von einem Notenstecher per Hand gezeichnet. Alle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Notensatz">Verfahren</a> zum Druck von Noten mit beweglichen Lettern waren nur f&#252;r einfache Notationen geeignet. Bis zur Verf&#252;gbarkeit von Computersoftware, mit der letztlich jeder Musiker seine Noten selber druckreif setzen und auf dem Laserdrucker ausdr&#252;cken kann, waren Notenbl&#228;tter immer das Wert von speziell ausgebildeten Notenstechern.<br />
Die zitierte Vorschrift aus dem Urhebergesetz dient dem Schutz der Notenstecher, man darf ihre Notenbl&#228;tter nicht einfach kopieren, sondern musste die Noten abschreiben. Das gilt auch, wenn der Komponist bereits hunderte von Jahren tot ist.<br />
Die erw&#228;hnte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsschutz_von_Schriftzeichen#Notenstichbilder">Entscheidung</a> des Bundesgerichtshofes definiert als Ausnahme, dass durchaus kopiert werden darf, wenn es sich um ein gemeinfreies Werk (dessen Urheber z.B. l&#228;nger als 70 Jahre tot ist) ohne Ver&#228;nderung handelt.<br />
Zu St. Martin 2011 stellte die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gema">GEMA</a> &#252;berraschend fest, dass die beim Martingszug gesungenen Lieder zwar inzwischen gemeinfrei sind, aber ihre Texte und Notationen z.T. vereinfacht in Liederb&#252;chern wiedergegeben wurden. Also, ganz klar: Kinderg&#228;rten und Kirchengemeinden, die diese Lieder einfach so kopierten und den Kindern in die Hand dr&#252;ckten, mussten <a href="http://www.shortnews.de/id/860540/Piraterie-GEMA-moechte-Lizenzgebuehren-von-Kindergaerten-fuer-St-Martins-Lieder">zumindest Lizenzgeb&#252;hren</a> zahlen.<br />
Schneller, als sich die beiden Konfliktparteien &#8220;Kultusminister&#8221; und &#8220;GEMA&#8221; auf einen Termin f&#252;r Verhandlungen einigen konnten, gr&#252;ndeten sich die <a href="http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/">Musikpiraten</a>.<br />
Sie sammelten gemeinfreie Versionen der Lieder und setzten sie per Computer, stellten sie dann unter eine Lizenz, die das Kopieren erlaubte und verteilten die Notenhefte. Das ist keine neue Idee, denn es gibt schon l&#228;nger die Initiative <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Free_Sheet_Music">Free Sheet Music</a>, die diese im Zeitalter von Desktop Publishing und Computersatzprogrammen f&#252;r Noten, die die gesetzten St&#252;cke direkt danach auf MIDI-Keyboards abspielen k&#246;nnen, vorgestrige Reglementierung des Notenkopierens durch gemeinfreie Notenbl&#228;tter gemeinfreier Musik aushebeln will.<br />
Dabei w&#228;re es doch ganz einfach.<br />
Ich hab die ersten Notensatzprogramme f&#252;r den Hausgebrauch Anfang der 1990er Jahre benutzt. Sp&#228;testens mit dem Vordringen dieser Technik auf den PC ist der Schutz des vom Notenstecher gesetzten Blattes gegen Fotokopie hinf&#228;llig.<br />
Also seit gut und gerne 20 Jahren.<br />
Ein Blatt Notenpapier, vom Komponisten selber per Computer gesetzt, hat die Produktionskette vom Komponisten zum Notenstecher, der mit der Hand Druckvorlagen herstellt, ersetzt. Sie muss nicht mehr gesch&#252;tzt werden. Seit 20 Jahren.</p>
<p>Und es ist nicht hinzunehmen, dass Musikverlage z.B. durch das Umsetzen der neuen Rechtschreibung in Martinsliedern gemeinfreie Werke <i>ver&#228;ndern</i> und dadurch einen Schutz vor zitierenden Fotokopien etc. von Ausschnitten erhalten, den der Urheber eines Romans oder Lyrikbandes selbst zu Lebzeiten nicht genie&#223;t.<br />
<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/97a573614ea4428387f95f4cb8782589" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Grundsteuereinheitsbetragsurteilserwartungsantrag</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/12/27/grundsteuereinheitsbetragsurteilserwartungsantrag/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 15:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal ein ganz anderes Thema. Wer (wie ich) Grundbesitz hat, der muss (wie ich) Grundsteuer zahlen. Wie diese Grundsteuer berechnet wird mag jeder bei Wikipedia nachlesen. Jetzt steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ins Haus, die (mal wieder) zu verwirrenden Pressemeldungen f&#252;hrt.
Die Grundsteuer wird nach bestimmten Formeln aus dem Einheitswert der Immobilie berechnet. Der Einheitswert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal ein ganz anderes Thema. Wer (wie ich) Grundbesitz hat, der muss (wie ich) Grundsteuer zahlen. Wie diese Grundsteuer berechnet wird mag jeder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsteuer_(Deutschland)">bei Wikipedia nachlesen</a>. Jetzt steht eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ins Haus, die (mal wieder) zu verwirrenden Pressemeldungen f&#252;hrt.<span id="more-527"></span><br />
Die Grundsteuer wird nach bestimmten Formeln aus dem Einheitswert der Immobilie berechnet. Der Einheitswert ist grob gesagt die Summe, die das Haus kosten w&#252;rde, wenn man es zum Preisniveau von 1963 so bauen w&#252;rde, wie es heute ist.<br />
Das ist ein sehr theoretisches Ding, denn in der Regel wird der EW nur einmal ermittelt &#8211; wenn das Haus fertiggestellt wird. Mein Haus wurde in den 1950er Jahren gebaut und hatte damals nur ein Haupthaus mit Plumpsklo im Garten. Angesichts des Verlaufs der Kanalisation wird klar, dass damals eben nichtmal ein Kanal existierte. Die Erweiterungen um einen Schuppen, der inzwischen K&#252;che und Bad beherbergt, und die Kanalisation etc. waren erheblich wertsteigernd. Das alles wird im EW nicht ber&#252;cksichtigt.<br />
W&#252;rde ein von der Fl&#228;che und Ausstattung vergleichbares Haus heute gebaut, w&#252;rde es ber&#252;cksichtigt. Der Einheitswert eines Altbaus ist daher in der Regel erheblich niedriger als er gemessen an den steigenden Ausstattungsmerkmalen sein m&#252;sste. Aber auch die Entwicklung der Grundst&#252;ckslage kann den Wert (zu dem auch der Grundst&#252;ckswert geh&#246;rt, der lageabh&#228;ngig ist) beeinflussen.<br />
Was an der Berechnung des Einheitswertes so gravierend ungerecht ist, dass man damit rechnet, dass er 2012 vom Bundesverfassungsgericht &#8220;gekippt&#8221; wird, haben einige Immobiliensachverst&#228;ndige <a href="http://www.immowertermittlung.de/einheitswert.htm">hier</a> ganz verst&#228;ndlich ausgef&#252;hrt.<br />
Jetzt gibt es Menschen, die sparen wollen.<br />
Ob man durch eine Neuregelung der Grundsteuerberechnung Gewinn oder Verlust macht, kann man sich ausmalen: Die neue Regelung, die nach dem Urteil kommen wird, wird gerechter sein. Ich werde Verlust machen weil meine Grundsteuer steigen wird, die Eigent&#252;mer von Neubauten werden hingegen weniger zahlen.<br />
Aber Sparf&#252;chse merken: Wenn das Bundesverfassungsgericht das Gesetz kippt, gibt es zwei M&#246;glichkeiten:</p>
<ul>
<li>Das Gesetz war schon immer verfassungswidrig und wird umgehend aufgehoben und damit alle Grundsteuerbescheide und Einheitswertbescheide ung&#252;ltig, </li>
<li>Das Verfassungsgericht mahnt eine Neuregelung binnen einer Frist an und erkl&#228;rt das Gesetz nach Ablauf der Frist f&#252;r aufgehoben.</li>
</ul>
<p>Nun sind die Grundsteuerbescheide der Gemeinden, auf deren Basis man Geld zahlen muss, genauso, wie die Einheitswertbescheide der Finanz&#228;mter nach Ablauf eines Monats unanfechtbar, auch, wenn die Rechtsgrundlage sp&#228;ter als verfassungswidrig erkannt wird. Aber m&#246;glicherweise kann man in Variante 1 davon profitieren, dass man ein Verwaltungsverfahren in Gang setzt, das eine neue Festsetzung des Einheitswertes als Ziel hat und wegen des schwebenden Verfahrens vor dem Bundesverfgassungsgericht bis zur Entscheidung ausgesetzt wird. Wird die Regelung ohne &#220;bergangsfrist gekippt h&#228;tte man <i>den Gemeinden</i> m&#246;glicherweise die Rechtsgrundlage zwischen Antrag und unter dem Hintern weggezogen.<br />
Und das auch r&#252;ckwirkend, da man den Einheitswert auch f&#252;r das laufende Jahr neu feststellen lassen kann.<br />
Das steht <a href="http://www.nw-news.de/lokale_news/buende/buende/5610018_Widerspruch_gegen_Grundsteuer_B.html">hier</a> etwas verwirrend und <a href="http://www.nw-news.de/lokale_news/buende/buende/5617800_Grundsteuerantrag_nur_ans_Finanzamt.html">hier</a> dann korrigiert. Recht unscharf ist auch die Ausf&#252;hrung <a href="http://wirtschaft.t-online.de/steuern-und-immobilien-ringen-um-die-grundsteuer/id_52379096/index">hier</a>.<br />
Was an den Aussagen wichtig ist:</p>
<blockquote><p>Je nachdem, was das Bundesverfassungsgericht in diesem Fall als &#220;bergangsregelung bestimmt, kann das eine Steuerersparnis f&#252;r Eigenheimbesitzer und Wohnungseigent&#252;mer bedeuten.</p></blockquote>
<p>und</p>
<blockquote><p>Es ist damit zu rechnen, dass das Finanzamt den Antrag zur&#252;ckweist. Dann muss auch noch gegen diesen Bescheid Einspruch eingelegt werden. </p></blockquote>
<p>Was ich machen werde?<br />
Nichts. Meine Grundsteuer ist nicht so hoch, dass ich f&#252;r die bestenfalls 50%ige Chance, dass ich je nach &#220;bergangsregelung einen Gewinn mache, den Aufwand, erst eine Neuberechnung zu fordern und dann gegen die Ablehnung Widerspruch einzulegen, nicht einsehe. Aber das muss jeder anhand seines Sparwillens und seines Grundsteuerbescheides selber ermitteln.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=527&amp;md5=63b99bc6afb8633481939695ea7fcab2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>And the winner is&#8230;.</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 18:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[...in der Kategorie "br&#228;sigste Redaktion des Tages": ntv!
Herzlichen Gl&#252;ckwunsch! Heute um 13:15 habt Ihr unter @ntvde auf Twitter einen Link auf eine Schlagzeile gebracht. Es geht um einen erkrankten S&#228;nger. 
 Tata! 
Michael Jackson liegt seit 13:15 in einem Spezialbett. Ja Michael Jackson, der eigentlich in einem Sarg liegen sollte. 
Gemeint ist nat&#252;rlich George ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;in der Kategorie &#8220;br&#228;sigste Redaktion des Tages&#8221;: <strong>ntv</strong>!<br />
Herzlichen Gl&#252;ckwunsch! Heute um 13:15 habt Ihr unter @ntvde auf Twitter einen Link auf eine Schlagzeile gebracht. Es geht um einen erkrankten S&#228;nger. <span id="more-518"></span><br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/11/Vollbildaufzeichnung-28.11.2011-190930.bmp.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/11/Vollbildaufzeichnung-28.11.2011-190930.bmp-300x159.jpg" alt="" title="Vollbildaufzeichnung 28.11.2011 190930.bmp" width="300" height="159" class="alignleft size-medium wp-image-519" /></a> Tata!<br />
Michael Jackson liegt seit 13:15 in einem Spezialbett. Ja <em>Michael Jackson</em>, der eigentlich in einem Sarg liegen sollte.<br />
Gemeint ist nat&#252;rlich George Michael, wie im verlinkten <a href="http://www.n-tv.de/leute/Michael-Jackson-im-Spezialbett-article4875366.html">Artikel</a> sofort zu sehen ist. Jedenfalls im Artikel, denn im URL steht </p>
<blockquote><p>http://www.n-tv.de/leute/<strong>Michael-Jackson-im-Spezialbett</strong>-article4875366.html</p></blockquote>
<p>Inzwischen ist es 19:15, der <a href="https://twitter.com/#!/ntvde/status/141128014401519616">Tweet</a> wurde 50 mal retweetet, ich habe ihn zum Pick of the Day auf Favstar gemacht, unz&#228;hlige Mentions sollten der Redaktion inzwischen ersichtlich gemacht haben, dass ein Teil der Web 2.0-Gemeinde sich k&#246;stlich am&#252;siert<br />
Gro&#223;artig, ntv, so geht Web 2.0: Den Praktikanten Links auf die neuen Artikel in die Timeline pusten lassen und wieder schlafen legen.<br />
R&#252;ckkanal?<br />
Feedback?<br />
Qualit&#228;tssicherung (auch bekannt als &#8220;Redakteur&#8221;)?<br />
N&#246;.<br />
Brauchen wir nicht.<br />
Hat das Fernsehen doch nie.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=518&amp;md5=b84452db40890fe66def4be5a4d8f5fa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.volkerkoenig.de/2011/11/28/and-the-winner-is/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Minority Report</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/10/07/minority-report/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 12:24:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.volkerkoenig.de/?p=508</guid>
		<description><![CDATA[Als Philip K. Dick seine Kurzgeschichte "Der Minderheiten-Bericht" schrieb, thematisierte er einen Wunschtraum, den viele Sicherheitspolitiker bis heute haben: Das Aufsp&#252;ren von Kriminellen bevor sie &#252;berhaupt ihre Tat begehen.
W&#228;hrend Dick das Aufsp&#252;ren der zuk&#252;nftigen T&#228;ter in die H&#228;nde von Personen legte, die mit Hilfe von Drogen hellseherische F&#228;higkeiten bekamen, schlagen Forscher in der realen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_K._Dick">Philip K. Dick</a> seine Kurzgeschichte &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Minderheiten-Bericht">Der Minderheiten-Bericht</a>&#8221; schrieb, thematisierte er einen Wunschtraum, den viele Sicherheitspolitiker bis heute haben: Das Aufsp&#252;ren von Kriminellen bevor sie &#252;berhaupt ihre Tat begehen.<span id="more-508"></span><br />
W&#228;hrend Dick das Aufsp&#252;ren der zuk&#252;nftigen T&#228;ter in die H&#228;nde von Personen legte, die mit Hilfe von Drogen hellseherische F&#228;higkeiten bekamen, schlagen Forscher in der realen Welt andere Wege ein.<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4kognition">Pr&#228;kognition</a> ist nun nicht unbedingt ein Feld, in das seri&#246;se Wissenschaftler und Politiker viele Hoffnungen stecken. Stattdessen wird immer wieder versucht, mit technischen Mitteln Einblicke in das menschliche Gehirn und die Gedanken, die darin gerade gedacht werden, zu bekommen.<br />
Da gibt es beispielsweise gerade einen <a href="http://www.netzwelt.de/news/88611-wissenschaft-gross-fortschritt-gedankenlesen.html">Bericht aus Berkeley</a>, der so klingt, als k&#246;nne man in wenigen Jahren auch gegen den Willen einer Person nachvollziehen, was sie tr&#228;umt oder sieht. Dass es weder neu aber doch nur ein erster Ansatz ist und auch nicht unbedingt den praktischen Nutzwert hat, den die Begeisterung &#252;ber das Experiment vorgaukelt, wurde aber <a href="http://www.scilogs.de/blogs/blog/menschen-bilder/2011-09-28/hirnforscher-traeume-entschluesseln">auch schon ausgef&#252;hrt</a>.<br />
Eine andere Meldung fiel mir gestern in die Finger und f&#252;hrte in einer <a href="https://www.facebook.com/groups/220889434631573/">Facebook-Gruppe</a> schon zu einer sehr fruchtbaren Diskussion.<br />
&#8220;<a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article13643991/Hirnscanner-erkennt-paedophile-Neigungen-bei-Maennern.html">Hirnscanner erkennt p&#228;dophile Neigungen bei M&#228;nnern</a>&#8221; titelte die WELT und selbstverst&#228;ndlich hat auch der Sender mit den anscheinend meisten Fachleuten f&#252;r Sexualdelikte, RTL, <a href="http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/paedophile-koennen-an-hirnstroemen-erkannt-werden-1ace0-51ca-12-889206.html">einen Bericht gebracht</a> und die Forscher interviewt.<br />
Was machen die Forscher?<br />
Mit einem bildgebenden Verfahren k&#246;nnen schon l&#228;nger die Aktivit&#228;ten innerhalb der Gehirnareale sichtbar gemacht werden. Bestimmte Areale k&#246;nnen schon seit Jahrzehnten <a href="http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Anatomie/Gehirn-Aufbau-und-Funktionen-9372.html">bestimmten Emotionen und Aktivit&#228;ten zugeordnet</a> werden. Da dr&#228;ngt sich ein Experiment geradezu auf:<br />
Den Probanden wurden wenige Sekunden lang Bilder von nackten Kindern und von nackten Erwachsenen gezeigt.</p>
<blockquote><p>Die mittels funktionellem MRT gemessene Hirnaktivit&#228;t auf die jeweiligen Bilder wurde einem automatischen Klassifikationsprogramm zugef&#252;hrt, das nach Angaben der Forscher eine Zuordnungssicherheit von 95 Prozent erzielte. Bei p&#228;dophilen M&#228;nnern waren beim Betrachten von nackten Kindern andere Hirnareale aktiv, als bei gesunden M&#228;nnern. Die mit der neuen Methode erreichte Treffsicherheit wurde nach Angaben der Autoren bislang von keinem anderen Testverfahren auf P&#228;dophilie erreicht.<br /><i>Quelle: Die WELT</i></p></blockquote>
<p>&#8220;Jetzt kann man den T&#228;tern nachweisen, dass sie p&#228;dophil sind!&#8221; war nat&#252;rlich eine der ersten Reaktionen und v&#246;llig verst&#228;ndlich. Ich hab das auch im ersten Moment gedacht. Aber der Gedanke ist zu kurz gefasst.<br />
Sexualit&#228;t dient &#8211; was zun&#228;chst verwirrend klingt &#8211; nicht nur der Befriedigung rein sexueller Bed&#252;rfnisse. Wir sind nunmal keine nach einem Bauplan geschaffenen Maschinen, sondern jeder von uns ist &#8220;anders gestrickt&#8221;. Und es gibt reichlich Menschen, bei denen Sexualit&#228;t weniger auf sexuellen Reizen beruht, sondern auf Machtaus&#252;bung oder Unterwerfung. In vielen F&#228;llen kommt es bei Personen, <a href="http://www.miomedi.de/sexualitaet/sexualmedizin/stoerungen-sexualverhalten/paraphilien/sadismus/sadismus.html">die diese Spielarten praktizieren</a> gar nicht zwingend zu sexuellen Handlungen, der &#8220;Lustgewinn&#8221; wird auch aus dem Einnehmen der Rollen gezogen. Solange das im Konsens der Beteiligten geschieht mag das f&#252;r Au&#223;enstehende verst&#246;rend sein, aber ist eine legale und nicht zu beanstandende Spielart, auch, wenn Alice Schwarzer das in ihren Berichten &#252;ber den Kachelmann-Prozess immer wieder anders sah.<br />
Nat&#252;rlich spiegelt sich diese Spielart auch bei Sexualstraft&#228;tern wider. Es sind ausreichend F&#228;lle dokumentiert, wo sich bei Serient&#228;tern durch die erforderliche Gewaltaus&#252;bung der Reiz verschoben hat, und die sp&#228;teren Opfer nicht mehr missbraucht, sondern &#8220;nur&#8221; noch bestialisch get&#246;tet wurden. Und sowas kann durchaus in Einzelf&#228;llen auch schon die erste Tat motivieren &#8211; wie im Bericht von RTL ausgef&#252;hrt hatte der M&#246;rder von Mirco, der in Krefeld aktuell verurteilt wurde, offenbar gar keine sexuellen Absichten, sondern wollte augenscheinlich nur Macht aus&#252;ben.<br />
Auf diese Weise kann also nur ein Teil der T&#228;ter erkannt werden. Und &#8211; Moment! &#8211; es kann genau genommen gar kein T&#228;ter erkannt werden. Es kann mit 95%iger Sicherheit erkannt werden, ob eine Person durch Kinder sexuell erregt wird. Das sagt recht wenig dar&#252;ber aus, ob diese Person mal zum T&#228;ter wird. Auch in einem Prozess sagt das nichts aus. Mal unterstellt, es g&#228;be zwei Verd&#228;chtige, einer wird per Gehirnscan als zurecht p&#228;dophil erkannt, der andere nicht &#8211; anhand der Tat ist nicht zu erkennen, ob eine Sexualstraftat als Form der Machtaus&#252;bung stattfand oder aus sexueller Erregung. W&#252;rden Verd&#228;chtige derart gescannt, fielen alle rein macht- oder gewaltorientierten T&#228;ter durch das Raster und es g&#228;be eine tr&#252;gerische Sicherheit:</p>
<blockquote><p>Vorsichtige Sch&#228;tzungen gehen von 50.000 bis 200.000 p&#228;dophilen Menschen in Deutschland aus.<i><br />Quelle: <a href="http://www.kidsschutz.de/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=31&#038;Itemid=37">www.kidsschutz.de</a></i></p></blockquote>
<p>Trotz der vermuteten hohen Dunkelziffer sollte man davon ausgehen, dass der Gro&#223;teil der p&#228;dophil veranlagten Menschen keine Straftaten begeht. W&#252;rden derartige Gehirnscans also vor Gericht genutzt, um einen (rechtlich h&#246;chstwahrscheinlich sowieso nicht haltbaren) Schuldbeweis zu finden, liegt auf der Hand, dass durch die Ergebnisse T&#228;ter ent- und Unschuldige belastet werden, also echte T&#228;ter weiter frei herumlaufen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass sexuelle und machtorientierte Reize als Motivation  zu unterschiedlichen Strafma&#223;en f&#252;hren &#8211; das will wirklich niemand, denn die Tat bleibt ungeachtet der durch sie befriedigten Triebe dieselbe.<br />
Die Methode ist also &#8211; genauso wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCgendetektor">Polygraph</a> &#8211; als forensische Methode vollkommen ungeeignet, da sie keine Hinweise darauf bringt, <em>ob</em> eine Person eine Tat begangen hat. Sie geh&#246;rt in die Scheinwelt der CSI-Serien verbannt.<br />
Und wie ist das mit einer Art &#8220;P&#228;dophilieprophylaxe&#8221;, einem Scan, um mutma&#223;liche T&#228;ter zu finden? Damit potentielle T&#228;ter nicht beruflich mit Kindern in Kontakt kommen?<br />
Da sind wir genau bei dem Problem, das Philip K. Dick in seiner Kurzgeschichte beschrieben hat: Es kann nur festgestellt werden, welche Personen von Kindern sexuell erregt werden, nicht, welche Personen zu T&#228;tern werden. Und selbst diese Trefferquote ist tr&#252;gerisch.<br />
Angenommen, man w&#252;rde alle M&#228;nner ab 16 Jahren derart scannen, um P&#228;dophile zu erkennen. Bei den angenommenen bis zu 200.000 P&#228;dophilen und 95% Trefferquote w&#252;rden 10.000 der Betroffenen gar nicht erkannt. Auch wenn das akzeptabel erscheint &#8211; die Gegenprobe gibt zu Denken.<br />
2009 lebten in Deutschland 81,8 Millionen Menschen, davon waren 70,8 Millionen &#228;lter als 15. 49,03% der Bev&#246;lkerung sind m&#228;nnlich, das entspricht 34,7 Millionen M&#228;nnern &#252;ber 15 Jahren.<br />
Eine Trefferquote von 95% klingt zun&#228;chst hervorragend, aber sie entspr&#228;che 1,7 Millionen f&#228;lschlicherweise als p&#228;dophil eingestuften M&#228;nnern.<br />
Es w&#252;rde also eine Zahl von Menschen, die der Bev&#246;lkerung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg">Hamburg</a> entspricht, in ihren Grundrechten z.B. auf freie Berufswahl eingeschr&#228;nkt, um zu verhindern, dass 200.000 Personen (ungef&#228;hr die Einwohnerzahl von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mainz">Mainz</a>) also 12% von ihnen, weniger Chancen bekommen, T&#228;ter zu werden? Hier f&#252;hren die 95% Trefferquote zu einer realen Fehlerquote von 88%! </p>
<p>Nochmal die Zahlen zusammengefasst:</p>
<ul>
<li>Sexuellen Straftaten an Kindern beruhen nicht zwangsl&#228;ufig auf sexuellen Reizen.</li>
<li>Die vorgestellte Methode kann lediglich erkennen, ob eine Person von Kindern sexuell erregt wird, Personen, bei denen die Machtaus&#252;bung den Reiz ausl&#246;st, werden nicht erkannt</li>
<li>Es kann nicht erkannt werden, ob eine Person eine bestimmte oder irgendeine Tat begangen hat.</li>
<li>Derzeit geht man von bis zu 200.000 p&#228;dophilen Menschen in Deutschland aus, die auf diese Weise erkannt werden k&#246;nnten</li>
<li>Bei 95% Trefferquote und 34,7 Millionen m&#228;nnlichen Personen &#252;ber 15 w&#252;rden hingegen bis zu 1,7 Millionen Personen falsch positiv erkannt
</li>
</ul>
<blockquote><p>Die Autoren der Studie sind davon &#252;berzeugt, dass das von ihnen entwickelte neue Verfahren in Zukunft zur objektiven Diagnose einer P&#228;dophilie genutzt werden kann.<br /><i>Quelle: Die WELT</i></p></blockquote>
<p><strong>Nennen wir dieses Forschungsergebnis nun eher &#8220;seri&#246;s&#8221; oder eher &#8220;mediengeil&#8221;?</strong><br />
<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/6268886cd774475d9df0129930fcc32e" width="1" height="1" alt=""></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=508&amp;md5=e737ad37fad3d30e24f483978870b246" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Googles Realnamen-Satire</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 23:09:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich musste eben doch heftig grinsen.
Auch mein Second Life P&#252;ppi sollte ein Google+-Profil bekommen. Viel machen wollte ich nicht, nur halt aus Prinzip wegen Pseudonym und so. Und da sieht man doch tats&#228;chlich Dinge, die die Realnamenpflicht zur Realsatire machen.
Wenn man jetzt, wo G+ f&#252;r alle offen steht, einen Account er&#246;ffnet, werden von den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich musste eben doch heftig grinsen.<br />
Auch mein Second Life P&#252;ppi sollte ein Google+-Profil bekommen. Viel machen wollte ich nicht, nur halt aus Prinzip wegen Pseudonym und so. Und da sieht man doch tats&#228;chlich Dinge, die die Realnamenpflicht zur Realsatire machen.<span id="more-502"></span><br />
Wenn man jetzt, wo G+ f&#252;r alle offen steht, einen Account er&#246;ffnet, werden von den bestehenden Mitspielern einige sch&#246;n in Kategorien angeordnet vorgeschlagen.<br />
Man bekommt zum Beispiel folgende Vorschl&#228;ge in der Kategorie &#8220;Lustig &#038; Interessant&#8221;:<br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/10/Vollbildaufzeichnung-07.10.2011-005359.bmp.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/10/Vollbildaufzeichnung-07.10.2011-005359.bmp-300x243.jpg" alt="" title="Vollbildaufzeichnung 07.10.2011 005359.bmp" width="300" height="243" class="alignleft size-medium wp-image-503" /></a> (Bitte aufs BIld klicken, um es in voller Gr&#246;&#223;e zu sehen).<br />
Da ist zum Beispiel <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kassem_G">Kassem G</a>. Das ist ein Komiker. Eigentlich heisst er ja Kassem Gharaibeh, aber das ist ein K&#252;nstlername, mithin ein Pseudonym.<br />
Oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/April_Flowers">April Summers</a>, die auch auf den Namen April Flowers h&#246;rt und sicherlich auf ihrem F&#252;hrerschein auch einen ganz anderen Namen tr&#228;gt.<br />
Und auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Violet_Blue">Violet Blue</a> ist ein Pseudonym, und wie ich vermute nicht das der Schriftstellerin, sondern das der Pornodarstellerin.<br />
Diese Google+-Profile wurden von Google-Mitarbeitern angesehen, als vorschlagsw&#252;rdig empfunden und nach einer Bewertung in bestimmte Kategorien gesteckt. Dass wenigestens Kassem G ein Pseudonym benutzt, das jedem als solches auffallen <em>muss</em>, steht au&#223;er Frage.<br />
Aber klar: Amerikanische Komiker und Pornodarsellerinnen m&#252;ssen ja vor zudringlichen Fans gesch&#252;tzt werden, anders als chinesische Dissidenten, die gefahrlos unter ihren Realnamen auf Google+ agieren k&#246;nnen.</p>
<p>Oder seh ich das zu eng?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=502&amp;md5=f407beeab9a07436a67adcf0faa0349d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bye, Bye, Léo (UPDATE)</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/09/22/bye-bye-leo/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 12:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt hat HP ihn anscheinend rausgeworfen, den Léo Apotheker. Wie ich meine war das vorherzusehen. Und zwar schon, als er zum CEO berufen wurde. 
Neulich, nach dem Wahldebakel der FDP in Berlin, wurde Philipp R&#246;sler von einem Journalisten gefragt, ob er, als Dr. med, nicht als Wirtschafts- und Technologieminister am falschen Platz s&#228;&#223;e. Nein, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hewlett-Packard">HP</a> ihn anscheinend rausgeworfen, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Apotheker">Léo Apotheker</a>. Wie ich meine war das vorherzusehen. Und zwar schon, als er zum CEO berufen wurde. <span id="more-492"></span><br />
Neulich, nach dem Wahldebakel der FDP in Berlin, wurde Philipp R&#246;sler von einem Journalisten gefragt, ob er, als Dr. med, nicht als Wirtschafts- und Technologieminister am falschen Platz s&#228;&#223;e. Nein, erwiderte er, auf dem Posten des Ministers k&#228;me es vorwiegend auf F&#252;hrungsqualit&#228;ten an.<br />
Das mag seine Meinung sein. Doch Minister f&#252;hren nicht nur. Sie geben auch Richtlinien vor, nach denen ihre Zuarbeiter auf den verschiedensten Ebenen Entscheidungsvorlagen erstellen. Und Richtlinien sind fachlich. Es geht eben nicht nur darum, als Dirigent Arbeitsauftr&#228;ge zu erteilen, es ist auch wichtig, dass diese Arbeitsauftr&#228;ge auch <em>fachlich</em> qualifiziert sind<br />
Eine &#228;hnlich ein&#228;ugige Meinung herrscht im Firmenmanagement. Da werden Manager von Konzern A nach Konzern B verschoben, die ungef&#228;hr kein Branchenwissen haben. Sie identifizieren sich nicht mit den Konzernen, was bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mehdorn">Hartmut Mehdorn</a> besonders deutlich wurde, der nicht einmal bei seinen Dienstreisen <a href="http://www.igel-breisgau.de/forum/messages/40.html">das Angebot seines eigenen Konzerns</a> nutzte.<br />
Hewlett Packard ist ein Technologiekonzern, der immer hardwarelastig war. Endverbraucher kennen insbesondere die Druckersparte, aber PC-Server und gr&#246;&#223;ere Rechner mit dem Unix-Betriebssystem HP-UX stehen nunmal eher in Firmen.<br />
Zum Konzern geh&#246;ren zwar auch Beratungs- und unternehmen wie Synstar (jetzt <a href="http://www.hpcds.com/de/">Hewlett-Packard CDS</a>), aber diese &#8220;fremden&#8221; Unternehmen dienten vorwiegend der Unterst&#252;tzung und Abrundung der Hardwaresparte.<br />
2010 ahnten die Vorst&#228;nde, dass Tablet-PCs im Kommen sind. Die eigenen Versuche, mit mobilen Gadgets Marktanteile zu machen, scheiterten, daher kaufte HP den Handheld-Experten Palm ein. Der erhielt mit seinen Smartphones unter dem eigens entwickelten webOS gute Kritiken, machte aber durch zu lasche PR kaum Ums&#228;tze damit. HP pumpte Geld in die Entwicklung eigener Tablet-PCs und einer gr&#246;&#223;eren Auswahl an Smartphones, entwickelte webOS weiter, und die Branche wartete auf den gro&#223;en Knall, wenn HP mit der Hardware auf den Markt kommt.<br />
Nachdem Léo Apotheker bei SAP &#8211; dem Konzern, bei dem er gro&#223; geworden war &#8211; in Ungnade gefallen war, wechselte er zu HP und wurde CEO.<br />
Und kurz nach Markteinf&#252;hrung der webOS-Neuentwicklungen, unter anderem dem HP Touchpad, stampfte er die PC- und Mobilsparten ein. V&#246;llig abstrus ist die Begr&#252;ndung, keine PCs mehr herzustellen weil &#8220;<a href="http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apotheker-Der-Tablet-Effekt-ist-real-1326243.html">der Tablet-Effekt sp&#252;rbar</a>&#8221; sei &#8211; und zugleich den Tablets auch den Todessto&#223; zu versetzen.<br />
Sehen wir uns die Stationen im Leben von Léo Apotheker mal an:</p>
<ul>
<li>Zahlungsverkehrssystem SWIFT</li>
<li>Unternehmensberatung McCormack &#038; Dodge</li>
<li>SAP</li>
<li>Risikokapitalgesellschaft ECsoft (auf Softwareunternehmen spezialisiert)</li>
<li>Managementberatung ABP Partners</li>
<li>zur&#252;ck zu SAP</li>
<li>Hewlett-Packard</li>
</ul>
<p>Wir sehen: Der einzige Hardware-Konzern, bei dem er jemals t&#228;tig war, war HP. Ansonsten war er bei Unternehmensberatern, Dienstleistern und dem Sofwaregiganten SAP besch&#228;tigt oder gr&#252;ndete diese.<br />
Wer schonmal als IT-Dienstleister mit SAP zu tun hatte, weiss, dass Hardware f&#252;r den Konzern ein l&#228;stiges &#220;bel darstellt. Zwar sind reichlich PC-Systeme von SAP zertifiziert, aber als unangefochtener Marktf&#252;hrer der strategisch unverzichtbaren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise_Resource_Planning">ERP</a>-Tools kann SAP sich vor einer schon riskanten Beratungsleistung dr&#252;cken.<br />
Wichtig bei so zentralen und alles abdeckenden Programmpaketen ist das Hardware-Sizing. W&#228;hrend die PCs am Arbeitsplatz nur halbwegs aktuell sein m&#252;ssen, sind Programm- und Datenbankserver die Nadel&#246;hre, durch die alle Anfragen und Auftr&#228;ge der Anwender hindurch m&#252;ssen. Der normale Weg ist der, dass man den Sofwareanbieter oder Distributor um Beratung bittet. Niemand kennt die Leistungsanforderung der Sofware besser.<br />
Anders bei SAP.<br />
Es gibt zwar eine Berechnungsmethode, um die Anforderungen in den theoretischen Messwert <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SAPS_(EDV)">SAPS</a> umzurechnen, auf dessen Basis man Hardwaredimensionen bestimmen kann &#8211; aber diese Berechnung macht im SAP-Universum der Hardwarelieferant.<br />
Es gibt verschiedene Herangehensweise zur Berechnung &#8211; auf Basis der Anwenderzahl und der Zahl der Buchungen ist eine Methode, auf Basis der vom bisherigen System genutzten Systemleistung ist die andere Methode. Jedoch sind gravierende Abweichungen (um Faktoren von 2-4) gar nicht selten. Und das Beratungsrisiko tr&#228;gt SAP daher nicht gerne, sondern schiebt es den Hardwareherstellern in die Schuhe.<br />
Hardware erscheint f&#252;r SAP nur das l&#228;stige Blech, das man braucht, um die Programme irgendwo unterzubringen, und das alle paar Jahre ausgetauscht und neu berechnet werden muss.<br />
Léo Apotheker an die Spitze eines Hardwarekonzers zu setzen, der einige Jahre zuvor noch einen der gr&#246;&#223;ten Konkurrenten (Compaq) aufgekauft hat und gr&#246;&#223;ter PC-Hersteller der Welt war, erscheint also, also ob man einen Fleischermeister die Leitung einer B&#228;ckerei &#252;bertr&#228;gt:<br />
Br&#246;tchen sind nur die l&#228;stigen Dinge, die man zum Herstellen von Frikadellen ben&#246;tigt, der Zweck von Brot ist doch nur, die Wurst anfassbar zu machen.<br />
Vielleicht hat der Aufsichtsrat von HP das jetzt verstanden, denn Léo Apotheker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Medien-HP-Chef-Leo-Apotheker-steht-vor-dem-Rauswurf-1347634.html">steht vor</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/U5M38r/214589/HP-Chef-Apotheker-steht-vor-dem-Rauswur.html">dem Rauswurf</a><br />
<img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/b75ea47cc1cc440a93f50f08250a1ead" width="1" height="1" alt=""></p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Es ist amtlich. Léo Apotheker <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787928,00.html">ist abges&#228;gt</a>, an seiner Stelle wird <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meg_Whitman">Meg Whitman</a> den Konzern f&#252;hren. Ob sie eine gute Wahl ist wird in der Branche geteilt gesehen. Das sie eBay als Startup an die B&#246;rse brachte und zum Konzern aufbaute, wird einerseits so interpretiert, dass sie sich <a href="http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:hewlett-packard-whitman-hat-ein-wachstumsproblem/60107756.html">mit Startups</a>, nicht aber mit Konzernen auskenne. Andererseits verlie&#223; sie eBay, <a href="http://www.telekom-presse.at/Ersetzt_Meg_Whitman_Lo_Apotheker_als_CEO_von_HP_Update.id.17064.htm">als das Wachstum abflachte</a> und hat als &#8220;<a href="http://news.cnet.com/eBay-CEO--joins-billionaire-boys-club/2100-1017_3-224193.html">erste Internet-Milliard&#228;rin</a>&#8221; sicher keinen allzu hohen finanziellen Druck, um zu HP wechseln zu m&#252;ssen. Vielmehr kennt sie den Konzern, da sie schon eine Weile dem <a href="http://h30261.www3.hp.com/phoenix.zhtml?c=71087&#038;p=irol-govboard">Board of Directors von HP angeh&#246;rt</a>.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=492&amp;md5=55b4de4e6a26c8dfad8997f5a4c3e1e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spa&#223; mit Facebook: Was man so &#8220;intelligent&#8221; nennt</title>
		<link>http://www.volkerkoenig.de/2011/09/21/spas-mit-facebook-was-man-so-intelligent-nennt/</link>
		<comments>http://www.volkerkoenig.de/2011/09/21/spas-mit-facebook-was-man-so-intelligent-nennt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 11:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Google+ hat eine Reihe praktischer Features wie die M&#246;glichkeit, mit asymmetrischen Followings &#252;ber Listen zu kontrollieren, wer welche Updates sehen darf und wessen Updates man selber sehen will. Da will Facebook nat&#252;rlich nicht hintanstehen, denn die G+-Features k&#246;nnten vielleicht den einen oder anderen Facebookuser dazu bewegen, Facebook zu verlassen.
Es fing mit der M&#246;glichkeit an, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google+ hat eine <a href="http://www.volkerkoenig.de/2011/07/03/ein_plus_von_google/">Reihe praktischer Features</a> wie die M&#246;glichkeit, mit asymmetrischen Followings &#252;ber Listen zu kontrollieren, wer welche Updates sehen darf und wessen Updates man selber sehen will. Da will Facebook nat&#252;rlich nicht hintanstehen, denn die G+-Features k&#246;nnten vielleicht den einen oder anderen Facebookuser dazu bewegen, Facebook zu verlassen.<span id="more-482"></span><br />
Es fing mit der M&#246;glichkeit an, auch Menschen, mit denen man keine (bilaterale) Freundschaft hat zu &#8220;<a href="http://www.mobilfunk-talk.de/news/39238-facebook-neues-feature-twitter-follower/">folgen</a>&#8220;, also deren Updates mit auf der eigenen Pinwand zu sehen, sofern sie dies erlauben.<br />
Vor einigen Tagen kamen &#8220;intelligente Listen&#8221; hinzu.<br />
Listen sollen die Organisation der Freunde vereinfachen, augenscheinlich analog zu den Kreisen bei Google+. Und die Intelligenten Listen, in die schon Freunde &#8211; soweit das anhand ihrer Profildaten erkennbar war &#8211; vorsortiert wurden, schienen zuerst eine Art Ansto&#223; f&#252;r die Facebookianer zu sein, die noch keine Listen verwendet hatten.<br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/09/Vollbildaufzeichnung-21.09.2011-132024.bmp.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/09/Vollbildaufzeichnung-21.09.2011-132024.bmp.jpg" alt="" title="'Intelligente' Listen" width="207" height="158" class="alignleft size-full wp-image-483" /></a>So hatte ich auf einmal eine Reihe solche automatisch generierter Listen. Die Liste &#8220;Enge Freunde&#8221; f&#252;llte ich selber, f&#252;r &#8220;T&#246;nisvorst-Umgebung&#8221; gab es einige korrekt einsortierte Mitglieder und Vorschl&#228;ge. Die ich dann auch alle hinzuf&#252;gte &#8211; ich wollte schon l&#228;nger die Listen nutzen, scheute nur den Aufwand, und wenn Facebook mir die Arbeit jetzt abnimmt? Toll, dachte ich.<br />
Allerdings hatten andere schon <a href="http://www.wirtschaftsfaktor-sprache.de/als-ich-ueber-100-facebook-kontakte-zu-mitarbeitern-machte/">lustige Erlebnisse</a> mit der sogenannten &#8220;Intelligenz&#8221;.<br />
<a href="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/09/Vollbildaufzeichnung-21.09.2011-134038.bmp.jpg"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/uploads/2011/09/Vollbildaufzeichnung-21.09.2011-134038.bmp-150x150.jpg" alt="" title="Vollbildaufzeichnung 21.09.2011 134038.bmp" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-486" /></a>Und auch ich wurde stutzig, als ich von Facebook gefragt wurde, ob die Einordnung eines fr&#252;heren Kollegen zu seiner jetzigen Firma korrekt sei.<br />
Ganz offensichtlich f&#252;hrt das Einsortieren einer Person in die Liste zu einer Anfrage bei dieser Person, ob das OK ist &#8211; und passt nach Best&#228;tigung ggf. das Profil der Person an.<br />
Auch <a href="http://pr-doktor.de/">Kerstin Hoffmann</a> fiel das auf &#8211; bei ihr war es das Einsortieren in eine Listen der Leute, die in der N&#228;he wohnen.<br />
Die &#8220;Intelligente Liste&#8221; hat also nicht nur f&#252;r den Benutzer einen Sinn &#8211; der gewollte Nebeneffekt ist, dass Facebookprofile detaillierter werden. Dass von Familie Zuckerberg mal wieder &#8220;vergessen&#8221; wurde, die Au&#223;enwirkung der Listen zu dokumentieren, ist sicher nur ein mal wieder ein &#8220;Versehen&#8221;.<br />
Den finanziellen Vorteil durch unz&#228;hlige versehentlich um Wohnorte, Arbeitgeber und mehr erweiterte Profile, denen noch zielgerichter Werbung zugeordnet werden kann, k&#246;nnte Facebook durchaus mal einem guten Zweck zukommen lassen.<br />
Au&#223;erdem bin ich gespannt, was Thilo Weichert dazu sagen wird, wo er doch gerade den Anschein erwecken konnte, Facebook in die Knie gezwungen zu haben, was die Nutzung der via Like-Button <a href="http://www.volkerkoenig.de/datenschutzhinweis/">gesammelten Daten</a> angeht.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.volkerkoenig.de/?flattrss_redirect&amp;id=482&amp;md5=8e471ad348162be870a914770a150f54" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.volkerkoenig.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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