Jedem seinen rechtsfreien Raum – den Filmpromis auch!

Da sitzt er jetzt in Haft und die Auslieferung droht.

Roman Polanski.

Die Sache mit dem jungen Mädchen, mit dem er Sex hatte und weshalb er die USA meidet, um einer Anklage zu entgehen, ist ja schon länger bekannt und war schon seit wenigstens 20 Jahren eine Anekdote, die mit dem Namen Roman Polanski so verknüpft war wie seine Filme.
Etliche seiner Kollegen aus der Filmbranche haben nun eine Petition gegen seine Inhaftierung und Auslieferung unterschrieben.

Fassen wir mal die Fakten zusammen.

1977 fragte Roman Polanski ein 13jähriges Mädchen, ob er Fotos von ihr machen dürfe. Als “Referenz” dienten Bilder, die er für die Vogue gemacht hat. Nachzulesen ist das alles in der amtlichen Mitschrift der Aussage des Opfers.

Am Tag des Shootings – dem 20. Februar 1977 –  holte er sie bei ihren Eltern ab und machte Aufnahmen im Freien auf einem Hügel. Dabei hat sie auch ein anderes Hemd angezogen, das Polanski ihr mitgebracht hatte. Einige Aufnahmen machte er auch mit nacktem Oberkörper seines Models.

Am 10. März Tag setzte er das Shooting fort, kam aber spät und sie mussten sich wegen der untergehenden Sonne beeilen und fuhren mit einer Auswahl Kleidungsstücke aus ihrem Schrank los. Statt draußen Fotos von ihr zu schießen, fuhren sie nach einem Haus in der Nähe ihres Elternhauses und schließlich zum Haus von Jack Nicholson.

Also sie dort erwähnte, durstig zu sein, holte Polanski eine Flasche Sekt aus dem Kühlschrank und fragte, ob er sie öffnen solle. Nachdem sie ein Glas “Champagner” getrunken hatte, posierte sie auf der Terasse neben dem Pool. Polanski forderte sie wieder auf, das Hemd auszuziehen. Später führte er sie zu Nicholsons Whirlpool.

Nach einem Anruf bei der Mutter des Mädchen, ob auch Aufnahmen im Whirlpool OK seien, bestieg das Mädchen den Pool. Polanski hatte plötzlich eine Pillendose in der Han. In der Dose befand sich Quaalude, ein Schlafmittel. Polanski verwickelte das Mädchen in ein Gespräch über die Tabletten und am Ende nahm sie das Mittel – vor Gericht äußerte sie, dass sie nicht wisse, warum sie das getan habe, vermutlich sei sie ziemlich betrunken gewesen.

Um es abzukürzen machte er sich im Whirlpool an das inzwischen nackte Mädchen ran und hatte, da sie den von ihm begonnenen vaginalen Sex ablehnte, Analsex mit ihr.

Juristisch gesehen war das Mädchen – nach Deutschem Recht – zu dieser Zeit ein Kind. Polanski war folglich also einer der Typen, die Ursula von der Leyen bekämpfen will: Er vergewaltigt ein Kind und macht auch noch Fotos.

Die (moralische) Bewertung von Johnny Haeusler teile ich daher. Wie es juristisch zu sehen ist erläutert Udo Vetter.

Und was wollen jetzt die petierenden Filmpromis?

Einen rechtsfreien Raum abstecken?

Sich profilieren?

Den Kopf in den Sand stecken?

Ignorieren, dass sie die Taten eines geständigen, aber flüchtigen Sexualtäters kleinreden?

Was, bitte, soll das?

Ich hab auch auf der Autobahn keinen rechtsfreien Raum, wenn mir jemand auf der linken Spur im Weg ist. Wenn ich rechts überhole hab ich vier Wochen keinen Führerschein.

Welche Argumente zählen könnten?

Bezogen auf das Opfer. Sie ist inzwischen eine erwachsene Frau und äußerte, dass die Sache für sie erledigt sei und sie Polanski verziehen habe. Zu einem gewissen Teil ist das ihr Selbstschutz, sie hat die Angelegenheit aufgearbeitet (hoffe ich wenigstens) und will sich nicht daran erinnern müssen.

Zu ihrem Schutz – sollte Polanski sein altes Geständnis nicht zurückziehen – könnte es von Vorteil sein, wenn keine Anklage erhoben würde. Andererseits geht es gerade um einen Prominenten, der die Tat wie folgt abtut:

Wissen Sie, wenn ich jemanden getötet hätte, dann wäre das viel weniger reizvoll für die Presse gewesen. Aber … wissen Sie … Ficken und die jungen Mädchen. Richter wollen junge Mädchen ficken. Die Geschworenen wollen junge Mädchen ficken. Alle wollen junge Mädchen ficken.
(Michae Deacon: Roman Polanski – everyone fancies little girles, too)

Ganz ehrlich: Ich würde jetzt gerne Polanski-DVDs entsorgen, wenn ich welche hätte.

Stattdessen schau ich spontan, wer die Petition nicht unterschrieben hat, um den Rest des Abends zu planen: Unterschrieben haben sie viele, Luc Besson nicht.

Also gibt es gleich Das Fünfte Element.

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One thought on “Jedem seinen rechtsfreien Raum – den Filmpromis auch!

  1. bierino

    herzliche gratulation zu dem artikel – ich hatte so meine liebe mühe mit der art wie viele kunstschaffende und viele meiner landsleute mit der verhaftung polanskis umgegangen sind. was du hier schriebst, trifft den nagel auf den kopf. schade wollen das immer noch so wenige wissen.

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Dein Senf dazu?