Links Kalenderwoche 42/2014

Mit Kritik an TOR & Co Hate-Culture, Ausreden, “Frauenförderung” in der IT, einer Wahnwichtelgruppe auf Facebook und den MamaLeaks.

Hate-Culture:

Casper Clemens Mierau Spricht mir von der Seele :

Ich halte Kommunikationskultur und den Umgang mit Hatern, Mord- und Vergewaltigungsdrohungen derzeit für wichtiger als hitzige Debatten um die genaue Defintion von Netzneutralität und die Frage, ob man jetzt straffrei einen Torrent runterladen darf oder nicht. Und ja, auch wichtiger weil lebensnäher als die Frage, ob die NSA unsere E-Mails liest. Denn die verschickt keine Vergewaltigungsdrohungen.gen.

Gut, die NSA sammelt auch, um irgendwann gegen möglichst viele Menschen etwas in der Hand zu Haben, was zum Erpressen geeignet Ist, Aber das ist eher abstrakt. Das Problem ist aber nicht (nur) TOR & Co. Es fängt, Wie ich finde, schon an einer anderen Stelle an. Der @Sechsdreinuller hat einen Tumblr, wo er herkömmliche Rap-Texte in einen anderen Kontext setzt . Rapromantik”, die Hass-, Gewalt- und Vergewaltigungskultur auf Tonträgern dokumentiert. Die Diskussion, ob dieser Art von Texten Ursache oder Wirkung einer Gewaltkultur aus dem Ghetto ist, brauchen wir nicht zu führen, wir brauchen im Netz wie außerhalb Gegenstimmen.

Ausreden:

Die gewalttätigen Aufseher in Flüchtlingsunterkünften haben Ausreden, dass sich die Balken biegen.

Frauenförderung:

Erst der Karriere widmen und dann Kinder kriegen. Und da ab 30 die Eizellen schon den einen oder anderen Defekt haben und zum Beispiel Trisomie 21 immer wahrscheinlicher wird, friert man bei Zeiten ein paar junge und frische Eizellen ein.

Tatsächlich werden insbesondere Frauen mit Studienabschluss immer später das erste Mal schwanger – wenn sie nicht aus Altersgründen und insbesonderen den Risiken “alter” Ovarien drauf verzichten.

Ich denke, wer sich darüber aufregt, sollte Unterschriftenlisten gegen monopolisierungsbemühungen durch Gentechnik schon unterschrieben haben, denn das eine ist eine private Entscheidung, das andere ein globales Risiko.

Wahnwichtel:

Wer die Montagsdemomahnwachenteilnehmer mal sehen will, wie sie sich gegenseitig übertrumpfen, kann das bei Vice. Mit einer sehr schönen Erklärung von Markus Lust, wie es kommen kann, dass man die eine, zentrale Frage einfach nicht erkennt:

Sie lautete sinngemäß: „Warum bin ich eigentlich allem gegenüber skeptisch, außer den 10 Verschwörungstheorien, die ich völlig bedingungslos glaube?“ Das zog eine weitere Frage nach sich, nämlich: „Wie zur Hölle sollen alle diese widersprüchlichen ,Theorien‘ eigentlich gleichzeitig wahr sein?“

MamaLeaks:

Patricia Cammarata berichtet, wieso der Satz, das man keine Angst vor der NSA habe, weil man ja nichts zu verbergen habe, ziemlich dumm ist. Kinder sind schlimmer als die NSA.

Verberge alles, was Hinweise auf Geheimnisse geben könnte. Das können ganz banale Dinge sein. Das Läuseshampoo vom Geschwisterkind, das Warzenmittel im Medizinschrank, selbst Produkte zur Monatshygiene möchten nicht öffentlich diskutiert werden. Einmal unachtsam liegen gelassen, werden sie vom Kind gefunden und bieten Diskussionsmaterial für allerlei heikle Themen. Vielleicht bin ich da auch nur hypersensibel, aber wenn mein Kind am Spielplatz beim Schaukeln zum Nachbarskind schreit: “MEINE MAMA BLUTET AUS DER SCHEIDE! DEINE AUCH?”, dann fühle ich mich doch kompromittiert.

Denn, das sollte man sich immer vor Augen halten:

Es geht bei Überwachung gar nicht um die tatsächlichen Geheimnisse, die man zu verbergen sucht sondern darum was andere durch Einzelbeobachtungen und deren Misinterpretation über das eigene Leben und Verhalten schließen.

 

There are currently no comments highlighted.

Dein Senf dazu?