Links Kalenderwoche 4/2015

Etwas verspätet und für 2 Wochen, aber sie kommen. Diesmal mit Antibiotika, Islamkritik durch Moslems, Einer Erlärung für Kinder, was Pegida eigentlich ist und der Grenze zwischen Lookismus und Satire.

Antibiotia:

Lars Fischer schreibt, wieso die Wissenschaft Forschung Pharmaindustrie ein halbes Leben lang auf die falsche Art und Weise nach neuen antibiotischen Substanzen gesucht hat. Und jetzt an mit einer alternativen Methode plötzlich fündig wurde.

Islamkritik:

Dank Pegida ist eine Diskussion innerhalb des Islam laut geworden, die eine Modernisierung und Neuorientierung und Festlegung auf Gewaltlosigkeit fordert. Die dogmatische Auslegung des Bilderverbots hatten islamische Gelehrte übrigens schon 1997 widerlegt.

Pegida:

Manche nennen den Laden Kindergarten. Die Mutti hat das für alle, die Bedarf haben, mal für Kinder aufgeschrieben.

Lookismus oder Satire?

Enno sieht im Schminktutorial für Pegida-Freunde Lookismus. Oertels Augenbrauen sind wirklich amüsant. Das Video, wie ich finde auch. Aber die Frage ist meiner Meinung nach: Ist das nicht Satire?

Lookismus ist ein Problem, wenn Menschen wegen ihres Aussehens diskriminiert werden. Das ist schlecht. Wenn Rainer Callmund wegen seines Gewichts Ziel von Comedy wird ist das Lookismus, keine Frage. Aber wo ist die Grenze? Wenn Merkels Hosenanzüge Ziel der Satire werden? Oder die Merkelraute? Der Unterschied zwischen dem Hosenanzug, den Hüten der Queen und Rainer Cammlunds Umfang ist: Callmund kann den Bauch nicht ablegen. Angela Merkel kann sich jeden Tag für ein Kleid entscheiden, die Queen könnte  jeden Tag für eine Bascap tragen.

Könnte, tun sie aber nicht.

Bei Kathrin Oertel ist das etwas anders. Der persiflierte Style besteht nicht nur aus den tatowierten Augenbrauen, sondern auch aus einem mit der Farbrolle aufgetragenen Lidstrich und dem Rollkragenpullover. Persönlich hätte ich nach ihrem Auftrtt bei Jauch auch die Jacke im Führerhauptquartierstyle und die Pseudo-Reitstiefel angeführt.

Das alles gibt ein Bild von einer Maske, die sie trägt und selbst gewählt hat. Und das ist ein wesentlicher Teil des Eindrucks, den sie auch bei mir hinterlassen hat: Maske. Verdecken dessen, was wirklich da ist, Verstecken der Wahrheit.

Lügen.

Das kann Lookismus sein, aber im Zusammenhang mit dem Video halte ich das für Satire. Wie schrieb Tucholsky?

“Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.”

Sieht man Satire als nun Ausdrucksform eines charaktervollen, verzweifelten Künstlers, der den Spiegel vorhalten will, oder ist Satire jeder Humor, der Grenzen überschreitet?

“Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten. […] Die echte Satire ist blutreinigend: und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.”

Das sagt Tucho gekürzt. Satire muss ethisch sein im Ziel, einen Missstand aufzuzeigen, darf dann in der Darstellung Grenzen überschreiten. Und dann darf Satire: Alles.

 

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