Urlaub auf Eiderstedt – eine Zeitreise

Wir machen Urlaub auf Eiderstedt. Vier Menschen mit drei Smartphones und zwei Tablets.

Die Ferienwohnung hat WLAN, hieß es.

“Das WLAN ist im Moment etwas schwach, 1&1 hat mir 6 MBit versprochen, hier kommt aber an guten Tagen maximal 1 MBit an” begrüßt uns der Vermieter.

Tatsächlich ist das WLAN eher mäßig. Bilder laden endlos lang. Webseiten brauchen ewig. Die Ewigkeit steigert sich, wenn die anderen Gäste, zu Hause sind. Das Haus hat insgesamt 4 Ferienwohnungen.

Bis zum Timeout.

Timeout.

Timeout.

Ich gehe wieder ins mobile Internet.

Edge! Ha! 1&1 können mich mal!

Auch da dauert das Laden von Webseiten ewig. Ein Instagram-Bild hoclhladen? Was haben wir gelacht. Nicht nur hier, in St. Peter-Ording ist gar keine Verbindung möglich.

Ja-ha. Es wird Netz angezeigt. Und viel Signal, aber nur handverlesene Bits schaffen den Weg bis ins Gerät.

Ein paar Meter weiter ist die Kirche, zugleich ein Ingress-Portal. Ich überlege mir, dass sie ein perfektes Langzeitportal für die Guardian-Badge wäre. Man könnte sie von zu Hause schön aufladen, aber kein gegnerischer Spieler könnte sie bei diesem Netzempfang angreifen.

Wenn ich dort mal Netz hätte. Das Laden von Ingress dauert alleine sieben oder acht  Minuten. Das Setzen des ersten Resonators bricht ab. Wegen Timeouts.

Abends funktioniert das WLAN eine Weile. Ich sehe, dass zwischen zwei der Bitcoin-Börsen, die ich überwache, ein Preisgefälle von 7€ pro Bitcoin herrscht. In der mit dem günstigeren Preis habe ich sogar einige Euro Guthaben und kaufe Bitcoin.

Beim Versuch, die Kryptowährung auf die andere Börse zu überweisen – ich muss nur einen kryptischen Key per Cut&Paste vom einen Browsertab in den anderen übertragen – passiert: Nichts. Timeout. Timeout. Nach 45 Minuten klappt es und ich schaffe es mit Mühe, den Verkauf zum eben noch realistischen Preis zu beauftragen.

Stelle am nächsten Morgen fest, dass der Preis inzwischen soweit gesunken war ,dass ich die Bitcoin zur Verlustminimierung sofort verkaufen müsste.

Wenn ich es könnte.

Timeout.

Timeout.

Das letzte Instagram-Bild habe ich im WLAN eines Klamottenladens in St. Peter–Ording hochgeladen.

Diesen Text schreibe ich in einem Offline-Editor auf dem Tablet und werde ihn in eine Messingkapsel einlöten. Falls Archäologen ihn eines Tages finden.

Wartet nicht auf mich, lasst mich einfach hier zurück.

Timeout.

Timeout.

(Crossgeposted im Techniktagebuch. Außer, es gibt enen Timeout.)

There are currently no comments highlighted.

Dein Senf dazu?