Links, Kalenderwoche 43/2015. Und Hoverboards.

Diesmal mit einem Gefängnisinsassen, einem bemerkenswerten Teenager, der Pressefreiheit, einer Erklärung warum nicht alle Rechtsextremisten auch Nazis sein müssen, einer guten Recherche über gefälschte Politikerzitate und einigen explodierten Logikschaltkreisen in meinem Gehirn.

Ach ja, und Hoverboards.

Gefängnis:

Pavel Richter war (ehrenamtlich) im Gefängnis und berichtet aus dem Leben von Gefangenen.

Teenager:

Trisha Prabhu hat eine App geschrieben, die Cyberbullying verringern könnte. Aber nicht nur die App ist interessant. Wenn ich den Artikel über sie lese bin ich sicher, dass wir in Zukunft noch viel von ihr hören werden.

Pressefreiheit:

Tie taz entwarnt alle, die im unsäglichen Vorratsdatenspeicherungsgegenjedevernunftwiedereinführungsgesetz einen die Pressefreiheit einschränkenden Killerparagraphen gegen Whistleblower entdeckt zu haben glaubten.

Nicht immer Nazis:

Rechtsextreme Menschen müssen nicht zwangsläufig Nazis sein. Es gibt halt mehrere Geschmacksrichtungen der rechten, völkischen, rassistischen Meinungen. Die sind alle gleich schlecht und gefährlich, aber wenn wir alle als Nazis bezeichnen ist bei vielen in der rechten Ecke halt nicht richtig und angreifbar. Zum Beispiel Björn Höcke von der AfD. Der ist nicht nur rechts, sonderen bedient sich auch derselben Polemik wie Göbbels. Dass er aber halt kein Nazi ist macht ihn nicht weniger gefährlich.

Politikerzitate:

Interessante Recherche zu den nicht aus der Welt zu schaffenden Fälschungen von Politikerzitaten. Einer der Gründe, warum sie immer wieder auftauchen, ist – Überraschung! – eine CSU-Webseite.

Explodierte Logikschaltkreise:

Ein mit zehn Jahren aus der Türkei nach Deutschland migrierter Schriftsteller schürt Hass gegen Migranten, verliert deshalb seine Verlagsverträge, ist wirtschaftlich ruiniert und will nun aus Deutschland raus migrieren.

Das, was Akif P. da macht, überlastet meine Logikschaltkreise. Wobei ich Thomas Trappe widersprechen muss: Dass die KZ-Aussage aus seiner Rede zunächst falsch kolportiert wurde ist irrelevant. Die Verschwörungswahnwichtel finden immer einen Grund, Lügenpresse zu rufen. Es ändert nichts.

Hoverboards.

Ja, “Zurück in die Zukunft” hat uns betrogen. Es gibt keine Hoverboards, es gibt keine fliegenden Autos.

Neben den generellen Problemen, die Zeitreisen in praxi haben, kann ich sehr sicher sagen, warum wir noch keine Hoverboards haben.

Die Dinger fliegen – wie auch die Autos – mit Antigravitationsspulen. Die sind in unserer Zeitlinie noch nicht erfunden, waren es aber in der Zeitlinie, in der Marty McFly ein kleiner, hoffnungsloser Angestellter war, dem gerade gekündigt wurde.

Nun bestehen alle Geschichten mit ihm in erster Linie daraus, dass er versucht, den Bockmist, den er angerichtet hat, wieder gerade zu biegen, damit er durch die Aktionen in der Vergangenheit die Zukunft Gegenwart nicht zu krass verändert.

Bei seinem Besuch in der Zukunft erfährt er jedoch, dass er keine Musikerkarriere machen konnte, weil er bei einem Autorennen einen Unfall hatte, sich die Hand brach und die Gitarre an den Nagel hängen musste.

Zurück im Jahr 1985 lässt er sich daher nicht zu dem Rennen provozieren und kann weiterhin Gitarre spielen.

Erinnert Ihr Euch an das letzte Album von Marty McFly?

Nein?

Seht Ihr: Es hat nicht geklappt mit der Karriere. Durch die Nichtteilnahme am Autorennen, durch den nicht gehabten Unfall hat er zudem eine Zeitlinie erschaffen, in der die Antigravitationsspulen im Jahr 2015 noch nicht erfunden sind.

Vielleicht hätten sie ja sogar von einem der Jungs, die ihn zm Rennen herausfordern wollten, erfunden werden sollen. Die Erfindung des Flux-Kompensators hätte ohne einen Haushaltsunfall von Doc Brown ja auch nicht stattgefunden.

Vielleicht ist ihr Erfinder gar nicht geboren worden, weil das kurze Intermezzo mit dem 1955 lebenden Biff, der von seinem 2015-Ego den Sport-Alamanach bekam, zufällig verhinderte, dass die Eltern des Erfinders sich kennenlernen.

Marty, bring das bitte in Ordnung.

 

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