Links Kalenderwoche 45/2015

Diesmal mit dem Train of Hope, Flüchtlingen, Cyberkrankheit und einer Stellenausschreibung.

Train of Hope:

@Facella arbeitet seit neun Wochen ehrenamtlich beim Train of Hope in Wien. Lest selber. Mir fehlen jedenfalls die Worte.

Flüchtlinge:

Heiner Geissler findet, das die CSU beim Flüchtlingsthema von ihrem christlichen Fundament abgerutscht ist. Zur unkontrollierbaren Situation (Quelle: Besorgte Bürger) mit den Geflüchteten Menschen, die bei uns ankommen, sagt er:

Man kann so etwas nicht im Griff haben. Es ist eine Jahrhundertaufgabe, die hier auf uns zukommt. Die Kanzlerin hat nach meiner Auffassung völlig richtig gehandelt, indem sie nicht vom sicheren und satten Deutschland aus zuschaut, was in Ungarn unter der Herrschaft eines faschistoiden Neo-Diktators Orban passiert. Orban beruft sich ja sogar noch auf das Christentum und verwechselt alles, was man hier nur verwechseln kann. Man kann in der Flüchtlingskrise nicht ständig sagen, dass wir das nicht schaffen. Das ist gleichzeitig Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen, die dasselbe sagen.

Naika Foroutan analysiert die Stereotype, auf denen Flüchtlingshetze aufbaut. Interessant ist die Erkenntnis, dass das Problem wir Deutschen und unsere Vorurteile und Ängste vor Veränderung sind und nicht die, die kommen:

Volker Beck hat kürzlich einen Zeitungsbericht auf seine Homepage gestellt. Der Tenor: Die Heime sind überfüllt, sexuelle Übergriffe und Schlägereien nehmen zu, der Zustrom muss begrenzt werden, er liegt jetzt schon bei 850 000. Nach vorsichtigen Schätzungen ginge man von 1,5 Millionen Neubürgern aus, nach pessimistischen Prognosen von weit über zwei Millionen. Es war ein Artikel von 1990 über ostdeutsche Übersiedler!

Auch Margarete Stokowski war irgendwie mal Flüchtling und erzählt:

Wer hier ankommt, wird sich für lange, lange Zeit merken, wie die ersten Reaktionen der Menschen hier waren. Wahrscheinlich ein ganzes Leben. Manchmal reicht ein Satz, eine Geste, ein Blick, damit jemand sich willkommen oder nicht willkommen fühlt. Das ist eine andere Art von Notwendigkeit als Wohnraum und Essen und Trinken, aber immer noch Notwendigkeit, weil wir über Menschen reden.

Als meine Familie Anfang 1988 von Polen nach Berlin kam, war einer der ersten Sätze, die meine Mutter von einer fremden Deutschen hörte, die Frage: “Musste das sein?”

Es kommt also auch auf uns an, ob das mit der Integration klappt. Das liegt auf der Hand, muss aber auch immer wieder ausgesprochen werden. Damit es klappt, brauchen wir vielleicht auch eine andere Art, über das Thema zu sprechen und zu schreiben. Schließlich rufen die Worte, die wir benutzen, Assoziationen hervor. Und darüber können wir dann auch steuern, ob ein Mensch als hilfsbedürftiges Kriegsopfer oder als Invasor wahrgenommen wird.

In Fallingbostel und Neuenfeld sehen die Einwohner jedenfalls die Chance und nicht das Risiko und bei uns in Tönisvorst hakt es zwar an allen Ecken und Enden, aber Probleme sind da, um gelöst zu werden.

Cyberkrank:

Professor Spitzer mal wieder. Ein neues Buch hat er geschrieben und meint, wir seien Cyberkrank. Pooly war so freundlich, die Kernaussagen eines Interviews mit ihm mal zusammenzufassen. Fazit: Nichts, was überrascht. Alles wie immer.

Stellenausschreibung:

Die NASA sucht Programmierer. Für die Voyager-Sonden.

 

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