Links Kalenderwoche 52/2015

Diesmal mit Steuerfahndern, einer positiven Statistik, Chemtrails, digitalem Schreiben, Hate Speech, gefälschten Pässen und Schadenersatz.Steuerfahnder:

In Hessen wurden Steuerfahnder, die (reichen) Steuerhinterziehern auf die Schliche gekommen waren, durch Schlechtachten Wunschgutachten als unzurechnungsfähig erkl#rt und aus dem Verkehr gezogen. Inzwischen sind sie rehabilitiert und der Gutachter schadenersatzpflichtig.

positive Statistik:

Wenn man mal die Wahrscheinlichkeit, gewaltsam zu Tode zu kommen, über die Jahrhunderte hin statistisch auswertet, stellt man fest, dass wir in der friedlichsten Zeit aller Zeiten leben. Hat Evolutionspsychloge Steven Pinker herausgefunden.

Chemtrails:

Diese Teufel! Sogar auf den Panels im Chemtrails-Flugzeug schreiben sie den Schriftzug “CHEMTRAILS” leicht verzerrt und eine Nuance heller als den Rest, damit die Beweisfotos nach plumpem Photoshop aussehen:

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digitales Schreiben:

André Spiegel hat da ein paar sehr kluge Worte aufgeschrieben, wie das Wegfallen der Verlage bei vielen eBook-Autren das Schreiben verändert:

Weil die Einstiegshürden weggefallen sind, werden es immer mehr, die schreiben. Die kreative Aneignung und Erschließung der Welt steht an der Spitze der Bedürfnispyramide. Jeder Mensch hat das Bestreben, diese Höhe zu erreichen, und je mehr es tatsächlich schaffen, desto besser steht es um die Zivilisation. Es steht auch besser um die Literatur, denn wenn es ihre Aufgabe ist, die Welt größer zu machen, indem sie Dinge sichtbar und sagbar macht, die das vorher nicht waren, dann bedeutet mehr Literatur mehr Wirklichkeit, und je mehr Wirklichkeit, desto besser.

Hate Speech:

Dauerthema, Heise.de hat mal die Lage zusammengefasst und Lösungsansätze aufgeführt.

gefälschte Pässe:

Die Paris-Attentäter vom 13. November kamen zumindest teilweise mit gefälschten syrischen Pässen über die Flüchtlingsrouten. Was erstaunlich ist, da sie vorher mit echten französischen Pässen reisten und mit diesen auch problemlos wieder nach Frankreich gekommen wären.

Vermutlich werden 8% der syrischen Pässe als gefälscht beanstandet – genaue Zahlen gibt es mangels flächendeckender Statistik nicht. Dennoch sind 80% der Inhaber gefälschter syrischer Pässe trotzdem Flüchtlinge aus Syrien:

“Sie kommen aus einem vom Krieg zerrissenen Land”, sagte Frontex-Sprecherin Ewa Moncure dem US-Radiosender NPR. “Viele von ihnen mussten wahrscheinlich ihre Häuser schnell verlassen. Manche hatten wohl auch nie einen Pass.” Auch sei es derzeit extrem schwierig, einen syrischen Pass auf regulärem Weg von den syrischen Behörden ausgestellt zu bekommen. Aus diesem Grund bemühen sich immer mehr Syrer um einen falschen syrischen Pass.

Die Intention der Attentäter für die Einreise mit gefälschtem Pass war ganz klar das Schüren von Vorbehalten gegenüber Flüchtlingen. Es wäre wichtig, wenn die Regierung und nicht die Medien über die Zahlen berichten würde, was erstmal vorasusetzt, dass man Zahlen ermittelt. Wenig hilfreich ist es, wenn Politiker, die ansonsten lieber etwas nicht sagen, wenn Teile der Antwort die Bevölkerung verunsichern würden, auf einmal geträumte Zahlen konfabulieren:

Der große Andrang der Flüchtlinge kam später. Bundesinnenminister de Maizière brachte eine neue Marke ins Spiel. Er schätze die Zahl der Flüchtlinge, die mit einem gefälschten syrischen Ausweis unterwegs sind, auf 30 Prozent.

Ulla Jelpke, abgeordnete in der Fraktion DIE LINKE, spricht mir aus der Seele:

Sie wirft de Maizère vor, mit seiner 30-Prozent-Angabe zur Diffamierung von Schutzsuchenden beigetragen zu haben. Er solle, statt “in seine Glaskugel zu schauen”, sich lieber mit den Fakten und der Realität auseinandersetzen.

Schadenersatz:

Im Fall RedTube (wir erinnern uns: Ein Abmahn-Honeypot) muss der abmahnende Anwalt jetzt persönlich Schadenersatz leisten, weil er hätte wissen müssen, dass die Abmahnungen nicht nur rechtsmissbräuchlich, sondern betrügerisch waren.

 

 

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